powered by Motorsport.com

F1-Qualifying Silverstone: Leclercs Dreher bringt Sainz die Pole!

Carlos Sainz sichert sich in Silverstone auf spektakuläre Art und Weise die erste Pole seiner Karriere - Sebastian Vettel und Mick Schumacher enttäuschen auf ganzer Linie

(Motorsport-Total.com) - Was für ein Drama im Regenqualifying von Silverstone! Carlos Sainz hat sich sensationell die Poleposition für den Grand Prix von Großbritannien gesichert und sich damit selbst überrascht: "Damit hätte ich nicht gerechnet!" Kein Wunder, denn bei der ersten Zwischenzeit seiner allerletzten Runde hatte er noch 0,643 Sekunden Rückstand auf Max Verstappen (Red Bull).

Carlos Sainz, Max Verstappen

Max Verstappen gratuliert Carlos Sainz zu dessen erster Poleposition Zoom

Verstappen wurde am Ende Zweiter, vor Charles Leclerc (Ferrari), Sergio Perez (Red Bull) und Lokalmatador Lewis Hamilton (Mercedes).

Lando Norris (McLaren) belegte Rang 6, gefolgt von Fernando Alonso (Alpine), George Russell (Mercedes), Guanyu Zhou (Alfa Romeo) und Nicholas Latifi (Williams).

Sebastian Vettel (Aston Martin) und Mick Schumacher (Haas) schieden bereits in Q1 aus.

Zum Thema:
Ergebnis Qualifying
F1-Liveticker: Reaktionen nach dem Qualifying
F1-Livestream: Qualifying-Analyse ab 21 Uhr

Wie entwickelte sich der Kampf um die Pole?

Zunächst dominierte Verstappen das Qualifying bei wechselhaft nassen Bedingungen fast nach Belieben. Auf seiner ersten schnellen Q3-Runde unterlief ihm zwar ein Dreher, trotzdem hatte er am Ende weniger als zwei Sekunden Rückstand.

Weil der Regen am Ende nicht mehr besonders stark war, wurde die Strecke immer schneller. Verstappen schien alles unter Kontrolle zu haben: Im ersten Sektor fuhr er 31,447, Sainz 32,090 Sekunden. Aber bei der zweiten Zwischenzeit hatte Sainz nur noch 0,111 Sekunden Rückstand.

Weil Sainz im dritten Sektor nochmal absolute Bestzeit fuhr, Verstappen aber weder im zweiten noch im dritten Sektor zulegen konnte, lagen am Ende 0,072 Sekunden zwischen den beiden ehemaligen Toro-Rosso-Teamkollegen.

Im Nachhinein stellte sich heraus: Verstappen musste wegen einer gelben Flagge ausgangs Becketts-Komplex vom Gas gehen. Auslöser: Sainz' Teamkollege Leclerc.

Der ärgert sich: "Ich habe mich auf meiner letzten Runde gedreht. Ich wusste, dass das die Runde ist, die sitzen muss, aber ich habe als Fahrer nicht abgeliefert. Folgerichtig verdiene ich es nicht, auf Pole zu stehen. Aber der dritte Platz ist eine gute Ausgangsposition für das Rennen morgen."

Kann Sainz seinen ersten Grand Prix gewinnen?

Wenn es nach ihm selbst geht, dann schon. Sainz sagt: "Die Pace war das ganze Wochenende da, außer im Abschlusstraining. Da hatten wir Probleme, die wir aber für das Qualifying korrigieren konnten. Wenn ich an unser Tempo am Freitag denke, haben wir, glaube ich, eine gute Chance, die Position zu verteidigen. Ich bin sicher, dass Max und Charles Druck machen werden. Aber ich werde mein Bestes geben."

Wie hat Verstappen auf die Buhrufe reagiert?

Nach der Kollision mit Hamilton in Silverstone 2021 und dem kontroversen WM-Finale in Abu Dhabi 2021 ist Verstappen bei den britischen Fans naturgemäß nicht der beliebteste Fahrer. Dementsprechend wurde er während seines Top-3-Interviews mit Billy Monger vom Publikum ausgebuht.

Verstappen juckt das aber nicht: "Es war ein bisschen enttäuschend, denn ich konnte Billy kaum verstehen. Sollen sie mich ausbuhen, wenn sie wollen. Ich mag die Strecke hier und komme gern her. Wenn mich ein paar nicht mögen, ist das ihr gutes Recht. Mir ist das egal."


Diese Pole gehört eigentlich Max Verstappen!

Fast sieben Zehntel Vorsprung hatte Max Verstappen bei der Zwischenzeit. Trotzdem steht am Ende in Silverstone Carlos Sainz auf Poleposition. Weitere Formel-1-Videos

Viel mehr ärgert man sich bei Red Bull über die verpasste Poleposition: "Wir waren so dominant, und dann kommt sowas. Leider", seufzt Motorsportkonsulent Helmut Marko im Interview mit 'Sky'. Trotzdem glaubt er an den Sieg: "Ich glaube, dass wir im Renntrimm wieder schneller sein werden."

Latifi in Q3: Wie kam es dazu?

Q2 begann bei leichtem Regen. Dann wurde der Regen stärker. Alle, die zu dem Zeitpunkt noch keine gute Rundenzeit gesetzt hatten, hatten jetzt ein Problem, denn die Streckenbedingungen ließen keine Verbesserung mehr zu.

Latifi lag zu dem Zeitpunkt an zehnter Stelle, 0,429 Sekunden vor Pierre Gasly (AlphaTauri). Dabei blieb es bis zum Ende des Abschnitts. Für den Kanadier war es nach P12 in Spa 2021 der erste Q3-Einzug seiner Karriere. Da meldete sich sogar Teamchef Jost Capito am Boxenfunk: "Nicky, gut gemacht, du bist in Q3! Gute Arbeit!"

In Q2 scheiterten andere, aber keiner der ganz großen Stars. Gasly wurde Elfter, gefolgt von Valtteri Bottas (Alfa Romeo), Yuki Tsunoda (AlphaTauri), Daniel Ricciardo (McLaren, zweieinhalb Sekunden langsamer als Norris) und Esteban Ocon (Alpine, drei Sekunden langsamer als Alonso).

Sowohl Vettel als auch Schumacher in Q1 raus: Warum?

Vettel belegte den 18., Schumacher den 19. Platz. Langsamer als die beiden war nur Lance Stroll. Rückstand auf den rettenden Q2-Platz (Latifi): 0,668 Sekunden bei Vettel, 0,710 Sekunden bei Schumacher. Vettel konnte es gar nicht glauben, als ihm sein Ausscheiden via Boxenfunk mitgeteilt wurde: "Nicht schon wieder!"

Diesmal war kein Fehler des Teams für das frühe Aus verantwortlich: "Ich glaube nicht, dass wir das gleiche Problem hatten wie in Kanada. Aber dass wir wieder so früh raus sind, ist natürlich sehr bitter. Ich bin schwer enttäuscht."

"Heute waren wir einfach zu langsam. Das ist schade, denn wir hatten vor dem Wochenende ein wenig Hoffnung, was die neuen Teile angeht. Ich glaube auch, dass wir einen Schritt gemacht haben. Aber es zeigt sich noch nicht."


Fotostrecke: Formel 1 2022 in Silverstone: Das Wichtigste zum Samstag

Bei Schumacher gab's "ein Problem am Auto", genauer gesagt mit einem nach links gezogenen Lenkrad, wie der Haas-Fahrer erklärt: "Die Wetterbedingungen sollten unserem Auto liegen. Haben sie eigentlich auch. Aber dadurch, dass wir dieses Problem hatten, hatten wir extremes Untersteuern und in anderen Kurven riesen Übersteuern. Ein kleiner Fehler, der große Auswirkungen hatte in dem Fall."

Mit Vettel, Schumacher und Stroll schieden in Q1 auch Alexander Albon (16.) aus, der das Williams-Teamduell gegen Latifi diesmal um 0,080 Sekunden verlor, obwohl nur er das neueste Update zur Verfügung hatte, sowie Kevin Magnussen (0,549 Sekunden schneller als Schumacher).

Wo kann man das Rennen in Silverstone live sehen?

In Deutschland überträgt wie immer Sky live. Start ist um 16:00 Uhr deutscher Zeit. Die Vorberichterstattung beginnt um 14:30 Uhr. (ANZEIGE: Hol Dir jetzt Sky und erlebe alle Rennen live und ohne Werbeunterbrechung!) Außerdem ist Silverstone eines von vier Rennen der Formel-1-Saison 2022, die auch vom Free-TV-Sender RTL übertragen werden.

Jetzt zum Livestream!