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Experte erklärt: Darum sind die virtuellen Rennen ein Erfolg für die F1

Die virtuellen Formel-1-Rennen haben laut eines Marketingexperten gleich mehrere Vorteile - Sie bieten Unterhaltung für die Fans und auch Chancen für die Fahrer

(Motorsport-Total.com) - Die virtuelle Grand-Prix-Serie der Formel 1 polarisiert. Einige Fans finden den Schritt der Königsklasse während der Corona-Zwangspause gut, andere können mit dem Thema wenig anfangen. Nigel Geach, Experte auf dem Gebiet der Vermarktung im Motorsport mit mehreren Jahrzehnten Berufserfahrung, erklärt, warum die virtuellen Rennen trotzdem ein Erfolg sind.

F1 2019

Die Logos von Saudi Aramco wurden extra ins Spiel eingebunden Zoom

"Sie sind wirklich hilfreich, denn dadurch bleibt die Formel 1 - der Sport und die Menschen - bei allen im Gedächtnis", erklärt er gegenüber 'Express Sport'. "Hut ab vor Liberty Media und der Formel 1, denn sie haben hier aus der Not heraus sehr schnell etwas geschaffen", erinnert Geach für den die Rennen ein "großer Erfolg" seien - und das aus verschiedenen Gründen.

Denn die Formel 1 bleibe so nicht nur Gesprächsthema, man erreiche durch die Events auch "ein neues, jüngeres Publikum", so Geach. Er erinnert: "Das war immer die Sorge der Formel 1." So experimentierte Liberty Media bereits vor der Coronakrise mit diversen Maßnahmen, um jüngere Zuschauer zu erreichen. Dazu zählen zum Beispiel der Netflix-Deal oder auch die Live-Übertragung eines Rennens auf Twitch.

Zudem sei es für die teilnehmenden Piloten eine Chance, ihr Profil zu schärfen. "Während wir immer über die Max Verstappens, Lewis Hamiltons und Sebastian Vettels gesprochen haben, sind jetzt die Youngsters wie Leclerc und Lando [Norris] in den Vordergrund gerückt. Das ist erfrischend, schafft eine neue Dynamik und bringt Möglichkeiten mit sich", erklärt Geach.

Während die Toppiloten Hamilton, Vettel und Verstappen nicht an der virtuellen Grand-Prix-Serie teilnehmen, nutzen die anderen Fahrer teilweise eigene Streams, um die Rennen und damit auch sich selbst zu promoten. Mika Häkkinen glaubt ebenfalls, dass die virtuellen Rennen eine Chance für die Fahrer sind. "Man kann immer etwas lernen", erinnert der Finne im Podcast Inside Formula 1 von 'Unibet'.

Auch wenn die offiziellen Rennen der Formel 1 nicht unbedingt durch Realismus überzeugen, gibt es daneben auch noch andere Sim-Racing-Serien, die deutlich näher an der Realität dran sind. Und das könne laut Häkkinen dann auch hilfreich für die Piloten sein. "Man muss sich genauso vorbereiten [wie auf ein echtes Rennen]. Wenn man will, kann man sogar seinen Overall anziehen", grinst er.

Ein weiterer wichtiger Punkt aus kommerzieller Sicht: Durch die virtuellen Rennen kann die Formel 1 ihren Partnern und Sponsoren während der Coronakrise etwas anbieten. Der China-Grand-Prix am Sonntag wurde zum Beispiel von RTL im Livestream und von Sky im TV übertragen. Außerdem waren die Logos des neuen Formel-1-Sponsors Saudi Aramco groß im Spiel zu sehen.

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