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Ex-Renault-Junior bereut Weggang nicht: Kommt Fernando Alonso?

Williams-Testfahrer Jack Aitken erklärt, welche Signale er bei Renault erkannt hat, die ihn vor der Saison 2020 zum Teamwechsel bewogen haben

(Motorsport-Total.com) - "Etwas in der Art habe ich kommen sehen", sagt Jack Aitken. Und er zog die Konsequenzen daraus: Der Test- und Ersatzfahrer des Renault-Werksteams wechselte vor der Saison 2020 in gleicher Funktion zu Williams. Weil er Gerüchte im Team aufgeschnappt hatte, die seine Zukunftschancen dort in Frage stellten, wie er bei 'Racer' erklärt.

Jack Aitken, Daniel Ricciardo

Jack Aitken (li.) hat Renault schon verlassen, Daniel Ricciardo geht nach 2020 Zoom

Der Weggang von Renault-Stammfahrer Daniel Ricciardo habe ihn "nicht überrascht", so Aitken, die mögliche Antwort auf die Frage nach der Nachfolge Ricciardos schon mehr. "Ich hatte einfach nicht das Vertrauen, dass man [bei Renault] so hinter dem Juniorprogramm steht, wie das die Nachwuchsfahrer vielleicht hoffen."

Er habe für sich keine gute Perspektive mehr gesehen im französischen Werksteam. "Es gibt da viele Spekulationen, über einen gewissen Fernando [Alonso], der sich umschaut", meint Aitken. "Es käme für mich nicht überraschend, wenn sie jemanden wie ihn holen würden. Man scheint eine Art Führungsfahrer zu brauchen."

Wie lange ist Renault eigentlich noch dabei?

Aitken wollte daher lieber agieren als reagieren und nahm seine sportliche Zukunft selbst in die Hand, indem er sich Williams anschloss. Zumal die Renault-Aussichten unabhängig vom Ricciardo-Weggang unsicher seien, wie er sagt, denn die Coronakrise könnte den Konzern zum Überdenken des Formel-1-Projekts bewegen.


Fotostrecke: Renault-Meilensteine in der Formel 1

"Man sagt zwar, man sei langfristig dabei, aber realistisch bedeutet das nur: Man ist solange dabei, wie es [für das Unternehmen] sinnvoll ist", erklärt Aitken. Bei Traditionsteams wie Ferrari, McLaren oder eben Williams sei es anders: "Diese Teams werden weiter dabei sein, weil sie nur bestehen, um in der Formel 1 zu fahren."

Renault wiederum sei es seit dem Wiedereinstieg 2016 nicht gelungen, den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Auch das spreche nun möglicherweise gegen das Team, so Aitken. Der fehlende Erfolg "schwebte immer über dem Team", sagt er, "vor allem in letzter Zeit. Also sagen wir es so: Man wird die Diskussion [über einen möglichen Ausstieg] führen."

Deshalb Williams als Alternative

Ein theoretisches Ausstiegsszenario bei Renault sei "nichts, was in diesem Jahr neu" sei, betont Aitken. "Das ist schon seit ein paar Jahren so. Solange es dem Mutterkonzern in den Kram passt, solange geht es weiter." Ihm selbst war das zu unsicher: "Für mich sehe ich bei Williams bessere Aufstiegschancen."

Der 24-jährige Aitken selbst ist seinen Weg hin zum Testfahrer-Posten bei Williams über Platz zwei in der GP3 (2017) und Platz fünf in der Formel 2 (2019) gegangen, mit drei Siegen in der vergangenen Saison. Seine einzigen Meistertitel im Formelsport datieren aus dem Jahr 2015 aus der Formel Renault 2.0.