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Ex-Designer warnt vor 2017: Weniger Racing, mehr Spritsparen

Wieso Ex-Manor-Designer Luca Furbatto fürchtet, dass die Leistungsdichte unter den neuen Regeln leiden wird und das Spritsparthema wieder akut werden könnte

(Motorsport-Total.com) - Die Formel 1 wartet voller Spannung auf die neue Bolidengeneration. Noch weiß keiner, wie sich die breiteren, aggressiveren Boliden, die pro Runde um fünf Sekunden schneller sein sollen, auf die Spannung der Rennen auswirken werden. Der ehemalige McLaren-, Toro-Rosso- und Manor-Designer Luca Furbatto, dessen Bolide für 2017 nicht zum Einsatz kommen wird, fürchtet, dass die Leistungsdichte durch die neuen Regeln leiden wird.

Sebastian Vettel

Noch herrscht Rätselraten, wie sich die Formel 1 2017 präsentieren wird Zoom

"Bei Autos, die mehr Abtrieb generieren, wird das Gripniveau sogar noch höher sein", erklärt der Italiener gegenüber dem Blog von Formel-1-Insider Leo Turrini. "Das wird sich auf die Abstände zwischen den Teams auswirken." Sein Argument: Wenn ein Team einen Vorteil erzielt hat, dann wird sich der durch die mehr Grip bietenden Reifen prozentuell noch stärker auf die Leistung auf der Strecke übertragen. "Und das, obwohl alle das Gegenteil gehofft haben."

Dazu kommt, dass Genieblitze zu Beginn einer Reglementära wahrscheinlicher sind: Ein Team könnte eine Grauzone im Regelwerk entdecken, die der Rest des Feldes übersieht. Er rechnet damit, dass sich auch 2017 die reichen Teams durchsetzen werden. "Mercedes und Red Bull bauen immer ein besseres Chassis als Rivalen mit bescheideneren Ressourcen", sagt er.

Wieso er vor allem diese beiden Teams im Gegensatz zu Ferrari favorisiert? "Red Bull hat unter Adrian Newey stets ein hervorragendes Chassis gebaut, während bei Mercedes die Balance passt - zudem verfügt man über den besten Motor im Feld." Überraschungen schließt er allerdings nicht aus.

Furbatto hat übrigens noch eine weitere Befürchtung: Das Spritsparen könnte 2017 wieder eine Rolle spielen. "Wir werden wie 2014 wieder viel über den Spritverbrauch sprechen", kündigt der Italiener an.

Das führt er darauf zurück, dass der größere Luftwiderstand der neuen, breiteren Autos zu einem Anstieg des durchschnittlichen Vollgasanteils "von 50 auf 65 Prozent" führen wird. Im Vergleich dazu dürfen die Autos ab 2017 statt der bisherigen 100 aber nur 105 Kilogramm Sprit an Bord haben.