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Ericsson hat in der Formel 1 große Ziele

Zum ersten Mal seit 23 Jahren hat Schweden einen Formel-1-Fahrer: Marcus Ericsson über den Hype in seiner Heimat und seine Ziele in der Königsklasse

(Motorsport-Total.com) - Wenn Marcus Ericsson am 16. März in Melbourne (Australien) in der Startaufstellung stehen wird, ist er der zwölfte schwedische Formel-1-Fahrer. Das skandinavische Land hat eine lange Tradition im Motorsport. Zwischen 1973 und 1978 fand außerdem der Grand Prix in Anderstorp statt. Allerdings mussten die schwedischen Fans 23 Jahre auf einen Fahrer in der Königsklasse warten. Als Stefan Johansson im Jahr 1991 sein letztes Rennen fuhr, war der kleine Ericsson gerade einmal ein Jahr alt.

Marcus Ericsson

Marcus Ericsson ist der erste Schwede in der Formel 1 seit Stefan Johansson Zoom

Der größte schwedische Star war Ronnie Peterson in den 1970er-Jahren. Auch Jo Bonnier wird den älteren Fans noch ein Begriff sein. Nun muss Ericsson in diese Fusstapfen steigen. Beim Hinterbänklerteam Caterham keine einfache Aufgabe. "Es ist etwas verrückt. Es war in Schweden für drei oder vier Tage die wichtigste Nachricht", erinnert sich der Rookie bei 'Autosport' an die offizielle Bekanntgabe zurück. Der Rummel hatte ihn überrascht: "Das war etwas merkwürdig."

"Wir haben 23 Jahre gewartet. Die Formel 1 ist ein großer Sport und Schweden ist ein kleines Land. Wir haben aber eine große Geschichte, denn es gab Fahrer wie Ronnie. Deshalb haben viele Leute Interesse für die Formel 1. Ich hoffe, dass durch mich der Motorsport in Schweden wachsen kann." In Schweden hat sich hauptsächlich eine Rallye-Szene etabliert. Die Rallye Schweden ist ein Klassiker und Fixpunkt der Rallye-WM.

Marcus Ericsson

Mit Caterham will Marcus Ericsson den ersten WM-Punkt holen Zoom

Ericsson ging den klassischen Weg durch die Nachwuchsformeln. Von der Britischen und Japanischen Formel 3 kam er schließlich 2010 in die GP2. Die ganz großen Erfolge blieben allerdings aus. In vier Jahren eroberte er vier Siege. Vor allem 2013 ärgert Ericsson noch heute, denn bei DAMS hatte er vorzügliches Material zur Verfügung. "Es war enttäuschend, denn ich hatte mir bessere Ergebnisse erhofft. Ich hatte gute Rennen, wo ich der Schnellste war oder auf dem Podium stand."

"Ich zeigte, dass ich schnell sein kann, aber es fehlte leider an Konstanz. Es wäre bei DAMS meine große Chance gewesen und ist im Rückblick furstrierend. Fabio, Sam (Leimer und Bird; Anm. d. Red.) und ich waren die drei schnellsten Fahrer, aber sie haben im letzten Rennen um den Titel gekämpft und ich um Platz sechs. Das sagt eigentlich alles." Trotzdem fährt Ericsson in diesem Jahr in der Formel 1 und nicht Leimer oder Bird.

Stefan Johansson

Stefan Johansson fuhr 1985 und 1986 sogar für Ferrari Zoom

"Die erste Saisonhälfte war sehr schwierig, aber der Grund für meine Formel-1-Chance liegt darin, dass ich das Blatt gewendet habe", meint der Schwede. "Ich wusste, dass meine Karriere vorbei sein würde, wenn es so schlecht weitergegangen wäre. Dann lief es aber für mich." Bei Caterham hat er sich im Laufe der Wintertests bisher solide präsentiert. Noch warten die "Grünen" allerdings auf ihren ersten WM-Punkt.

"Ich will viele Jahre in der Formel 1 bleiben und erfolgreich sein", setzt sich Ericsson hohe Ziele. "Mein Traum ist der WM-titel, aber ich setze mir lieber realistischere Ziele. Ich will es Schritt für Schritt angehen, deshalb lautet mein Ziel für dieses Jahr, mich in der Formel 1 zu beweisen." Da Caterham bisher am Ende des Feldes unterwegs war, ist die Leistung der Fahrer oft schwierig einzuschätzen.

Deshalb gilt auch für Ericssson, dass er zunächst seinen Teamkollegen schlagen muss. Mit Kamui Kobayashi hat er eine hohe Messlatte. "Kamui ist der perfekte Teamkollege. Er ist ein sehr guter Fahrer und stand schon auf dem Podium. Wenn ich von ihm lerne und ihn schlage, ist das für mich die beste Möglichkeit, mein Können zu zeigen", glaubt der Rookie. "Soweit ich bisher gesehen habe, hat Caterham eine große Zukunft in der Formel 1 vor sich. Ich hoffe, ich kann ein Teil davon sein."

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