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Eddie Jordan hat Frentzen wegen Honda gefeuert

Heinz-Harald Frentzen wurde 2001 von Jordan entlassen, weil es für das Team um Honda-Motoren ging, wie Eddie Jordan nun enthüllt hat

(Motorsport-Total.com) - Es war einer der Skandale des Jahres 2001: Ausgerechnet vor seinem Heim-Grand-Prix in Hockenheim wurde Heinz-Harald Frentzen unter mysteriösen Umständen vom Jordan-Team gefeuert. Erst jetzt sind die Hintergründe der damaligen Ereignisse bekannt geworden, weil Eddie Jordan mit ein paar Jahren Verspätung gegenüber dem 'Sunday Independent' ausgepackt hat.

Eddie Jordan und Heinz-Harald Frentzen

Damals war noch alles in Ordnung: Eddie Jordan mit Heinz-Harald Frentzen Zoom

Zunächst wurde hinter Frentzens Rauswurf ein persönlicher Disput zwischen dem deutschen Fahrer und seinem charismatischen irischen Teamchef vermutet, wirklich aufgeklärt wurde die Trennung, die bei den Medien und vor allem bei den Zuschauern auf Unverständnis gestoßen ist, aber nie. Auf den Tribünen in Hockenheim hingen zahlreiche Anti-Jordan-Transparente, während der arme Ersatzmann Ricardo Zonta im Motodrom gnadenlos ausgebuht wurde.#w1#

Jordan opferte Frentzen für Honda-Motoren

Nun hat Jordan aber erklärt, dass ihm in der Angelegenheit die Hände gebunden waren: "Die Leute haben die Frentzen-Situation nicht verstanden. Ich konnte damals aber seinen Vertrag nicht verlängern, weil die einzige Chance, die Honda-Motoren zu behalten, war, Takuma (Sato; Anm. d. Red.) ein Cockpit zu geben." Nach seiner Entlassung führte Frentzen einen Rechtsstreit gegen Jordan, der im Sommer 2003 gegen die Zahlung von 7,5 Millionen Dollar außergerichtlich beigelegt worden ist.

"Ich habe Frentzen geliebt", erinnerte sich Jordan, der sein Team inzwischen an den Industriellen Alexander Shnaider und dessen 'Midland'-Konzern verkauft hat. "Er hat mehr Grands Prix für Jordan gewonnen als jeder andere Fahrer. Ich musste aber die Motorensituation beibehalten, das war absolut entscheidend. Bis auf ein oder zwei Leute im Team wusste niemand, warum ich das getan habe. Ich befand mich in einer Position, die ich hasste. Ich wollte ihn halten, konnte es aber nicht."

Der Mönchengladbacher, der seinerseits inzwischen in die DTM abgewandert ist, kam 1999 nach zwei verpatzten Jahren bei WilliamsF1 zu den Gelben aus Silverstone und wurde mit einer prächtigen Saison zur großen Sensation des Jahres. Unvergessen sein strategisches Meisterstück in Magny-Cours, als er in einem Regenrennen alle austrickste und gewann, und der Triumph in Monza, der ihn kurzzeitig sogar mitten ins Titelrennen spülte.

Entgangene Chance am Nürburgring 1999

Unmittelbar nach Monza befand sich die Kombination Frentzen/Jordan in Hochform und sicherte sich überraschend die Pole Position am Nürburgring. Der heute 37-Jährige führte den Grand Prix ungefährdet an, schied aber nach seinem Boxenstopp mit einem elektrischen Kurzschluss, wie es damals offiziell hieß, aus. Hätte er das Rennen gewonnen, wäre er in der Weltmeisterschaft bis auf einen Punkt an den Führenden, Mika Häkkinen, herangekommen.

"Wir hatten acht oder zehn Sekunden Vorsprung", so Jordan, der der entgangenen Chance noch heute nachtrauert. "Wir sind nur noch herumgerollt. Wir hätten zum letzten Rennen mit gleichem Punktestand wie die Spitze fahren können. Es wäre das Heimrennen von Honda gewesen und sie hätten sicher Himmel und Erde in Bewegung gesetzt, um uns zu helfen. Aber Frentzen hat unglücklicherweise den Motor abgewürgt und konnte nicht mehr weiterfahren."

Statt mit einem musste Frentzen mit zwölf Punkten Rückstand zum vorletzten WM-Lauf des Jahres nach Malaysia reisen, bei dem er endgültig alle Chancen auf den Titel verspielte. Frustriert von der Nürburgring-Schlappe kam der Deutsche über einen sechsten Platz nicht hinaus, womit er beim Saisonfinale in Japan nur noch eine Statistenrolle innehatte. Schlussendlich reichte es mit 22 Punkten Rückstand zum dritten WM-Schlussrang.

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