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  • 19.09.2014 · 11:42

  • von Sven Haidinger & Dieter Rencken

Ecclestone kämpft für drittes Auto: "Lieber ein weiterer Ferrari"

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone spricht sich klar dafür aus, dass die Teams 2015 ein drittes Auto einsetzen sollten - Entscheidung bereits im kommenden Monat?

(Motorsport-Total.com) - Ex-Williams-Geschäftsführer und Bernie-Ecclestone-Intimfeind Adam Parr hat es kürzlich auf 'Twitter' angedeutet: "Das ist das letzte Jahr der Formel 1, so wie wir sie kennen. 2015 werden acht Teams an der Meisterschaft teilnehmen, viele davon mit drei Autos". Was bereits vor einigen Monaten diskutiert wurde und von Formel-1-Boss Ecclestone seit Jahren propagiert wurde, könnte nun angesichts der finanziellen Schieflage einiger Teams Wirklichkeit werden.

Bernie Ecclestone

Bernie Ecclestone blickt in die Zukunft - am liebsten mit Drei-Auto-Teams Zoom

Bei Caterham, Marussia und Sauber ist unklar, wie es in der kommenden Saison weitergeht - und die Teams haben für diesen Fall ein Notfallszenario erarbeitet. Die Entscheidung darüber soll im kommenden Monat fallen, wenn es nach Ecclestone geht. "Wir werden es in zwei, drei Rennen genauer wissen, aber wir sehen uns die Sache an", erklärt der 83-Jährige in Singapur.

Ecclestone wünscht sich Drei-Auto-Teams

Und rührt für sein Starterfeld mit 24 Autos weiter die Werbetrommel: "Es war immer Thema, dass die anderen drei Autos einsetzen, wenn wir drei Teams verlieren. Und ich finde, wir sollten es ohnehin machen. Ich würde lieber Ferrari mit drei Autos sehen - oder jedes der anderen Top-Teams -, als Teams, die Probleme haben."

Zumal deren Probleme laut Ecclestone hausgemacht sind: "Ich bin schon so lange hier - viele würden sagen zu lange -, und es gibt immer Hinterbänkler-Teams. Das Problem mit ihnen ist, dass sie kurzfristig denken, was normal ist. Man fragt sie über das kommende Jahr, und sie sorgen sich um das nächste Rennen."

Während bei Caterham nach dem Besitzerwechsel weiterhin Unruhe herrscht und Teamchef Christijan Albers nach wenigen Rennen "aus privaten Gründen" bereits wieder zurückgetreten ist, ist auch bei Marussia die Lage ungewiss: Gerüchten zufolge wartet der russische Mehrheitseigentümer Andrei Tschegaklow nur noch auf das heißersehnte Heimrennen in Sotschi, ehe er den Rückzug antreten könnte.

Lösung könnte finanzielle Schieflage verschärfen

"Man fragt die Teams über das kommende Jahr, und sie sorgen sich um das nächste Rennen." Bernie Ecclestone

Und bei Sauber ist die Perspektive ebenfalls eher düster: In den Gesprächen mit dem potenziellen Investor Lawrence Stroll scheint es wenig Bewegung zu geben, Flavio Briatore will den Kanadier angeblich dazu überreden, bei Lotus einzusteigen. Drahtzieher hinter dieser Aktion soll dessen Freund Ecclestone sein.

Das klingt einleuchtend, denn der Brite könnte somit die Weichen dafür stellen, dass kommende Saison tatsächlich drei Autos pro Team eingesetzt werden. Ob dies allerdings auch für die Formel 1 die richtige Lösung wäre, ist fraglich, denn die Top-Teams würden die kleinen Rennställe mit einem zusätzlichen Auto weiter ins Abseits drängen und die Punkteränge blockieren. Ein Flächenbrand im Mittelfeld wäre nicht auszuschließen.