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Donnelly und sein Horrorcrash: 20 Jahre Genesungsprozess

Vor rund 20 Jahren flog Martin Donnelly im Qualifying von Jerez furchtbar ab: "Erholungsphase dauert bis heute noch an" - Der Nordire ist heute Talentförderer

(Motorsport-Total.com) - Vielen - etwas weniger jungen - Formel-1-Fans werden die Bilder vom Qualifying aus Jerez 1990 im Gehirn haften geblieben sein. Am 28. September 1990 ging der damals 26-jährige Martin Donnelly mit einem Lotus auf eine schnelle Runde - es sollte seine letzte werden. Der Nordire kam am Ende einer Rechtkurve von der Fahrbahn ab und prallte mit hoher Wucht in die Mauer. Das Fahrzeug zerbrach in mehrere Teile. Donnelly flog samt Sitzschale auf den Asphalt.

Die hintere Hälfte des Lotus von Martin Donnelly blieb vergleichsweise heile Zoom

"Ich war in der Box, als es plötzlich ganz still wurde. So still, wie es wirklich nur nach einem schweren Unfall wird", beschreibt Damon Hill die Szene. "Ich bin zu der Kurve gelaufen. Es sah aus wie ein Schlachtfeld. Martin lag wie eine verkrüppelte Puppe mitten auf der Strecke. Er war ganz blau. Zum Glück hatte Piquet seinen Wagen quer auf der Fahrbahn geparkt, damit niemand in Martin hineinfahren konnte. Ich dachte wirklich, er sei tot."#w1#

Beim Anblick des schrecklichen Bildes hatten viele Beobachter Donnelly keine Überlebenschance gegeben. Doch der Lotus-Pilot konnte gerettet werden. Er hat sein Überleben dem beherzten Eingreifen von Rennarzt Sid Watkins zu verdanken, der sofort an Ort und Stelle alle nötigen Maßnahmen ergriff. Donnelly verbrachte Monate in Kliniken, war dem Tod mehrfach extrem nahe, aber er gewann den Kampf. Die Folgen des Crashs spürt der heute 46-Jährige allerdings immer noch.

"Wenn man im Krankenhaus liegt, dann weiß man zwar, dass man einen Unfall hatte, aber man nimmt zuerst nicht wahr, wie schlimm man wirklich verletzt ist", erinnert sich Donnelly im Gespräch mit 'Autosport'. Der Nordire hatte zahlreiche Knöchenbrüche davongetragen, viel schlimmer waren jedoch die inneren Verletzungen. "Knochen wachsen wieder zusammen, aber das Trauma war heftig. Der Körper schaltete sich einfach ab."

"Ich landete auf der Intensivstation und hatte überall Schläuche. Dann meldeten sich die Nieren und die Lunge ab, zweimal erteilte man mir die Sterbesakramente", berichtet Donnelly. "Man hielt mich dann sieben Wochen lang im Koma, danach musste ich immer zur Dialyse. Ich konnte nicht sprechen. Sie dachten bestimmt, dass ich wegen eines Sauerstoffmangels einen Hirnschaden davongetragen hätte. Wenn mich Watkins nur 60 Sekunden später behandelt hätte, wäre es wohl tatsächlich so gekommen."

Das Lotus-Wrack von Donnelly: Den Helfern bot sich ein Bild des Schreckens Zoom

"Eines Tages kam Derek Warwick zu Besuch. Man sagte ihm vorher, dass ich nicht mehr der gleiche Typ wie vorher sein würde, aber er ist ein harter Hund und hatte auch damals schon viel erlebt. Derek zog den Vorhang zur Seite, sah mich und brach zusammen", beschreibt der 46-Jährige. "Ich wünschte manchmal, es hätte jemand Fotos gemacht, damit ich mit auch mal ein Bild von meinem damaligen Aussehen machen könnte."

Von September 1990 bis Februar 1991 befand sich Donnelly rund um die Uhr in medizinischer Betreuung. Es folgten harte Monate mit Physiotherapie und Rehabilitation. "Dann sagte man mir, dass ich nie wieder Rennen fahren könnte. Das war das Schlimmste", erinnert sich der Ex-Formel-1-Pilot. Doch einen kurzen Auftritt legte er noch hin. 1993 fuhr er in Silverstone einen Jordan. "Leider flog nach einigen Runden der Motor hoch - schade."

Die aktive Teilnahme an Formel-1-Veranstaltungen war für Donnelly fortan nicht mehr möglich, aber er wurde interessierter Beobachter. "Meine Genesung dauert bis heute an", erklärt er. "Erst im vergangenen Jahr hatte ich noch einmal eine Operation am Bein. Die Muskeln und Nerven arbeiten nicht richtig. Es ist ein fortwährender Prozess", sagt Donnelly, der heute als Förderer des spanischen Youngsters Ramon Pineiro agiert.

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