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  • 19.04.2013 · 18:53

  • von DIeter Rencken & Dominik Sharaf

Domenciali: Gebranntes Kind und unerbittlich

Der Ferrari-Teamchef befürchtet, schon beim Europa-Auftakt von der Konkurrenz überholt zu werden - Chefdesigner Resta lobt Massa Umgang mit den Reifen

(Motorsport-Total.com) - Gegen Fernando Alonso schien beim China-Grand-Prix kein Kraut gewachsen. Bei Ferrari genießt man die Leistung des Spaniers mit Vorsicht, schließlich war der Starpilot der Roten in der jüngeren Vergangenheit schon öfter der Mann, den es zu schlagen galt - und der dann auch geschlagen wurde. "Die Erfahrung lehrt uns, dass jeder Sonntag etwas Neues bringt. Wir sollten mit den Füßen auf dem Boden bleiben, hart weiterarbeiten und uns darüber bewusst sein, dass sich Dinge schnell ändern", sagt Stefano Domenicali.

Stefano Domenicali

Antreiber: Stefano Domenicali stellt hohe Ansprüche an seine Ingenieure Zoom

Der Teamchef sieht die Scuderia weder auf dem Weg zum WM-Titel noch an der Spitze der Hackordnung der Saison 2013. Schanghai bezeichnet er als "großartiges Wochenende" sowie "eine Belohnung für das Team und Alonso", der noch in Malaysia mächtig gebeutelt war. Domenicali bremst: "Noch sind erst drei Rennen in Büchern, es ist also praktisch nichts passiert." Deshalb sei es wichtig, in Bahrain die Gunst der Stunde zu nutzen und einmal mehr alles aus dem F138 herauszuholen.

Den aktuellen Renner sieht der Italiener trotz einer "guten Basis" noch nicht in der Verfassung, die er sich wünscht: "Wir müssen uns verbessern, weil wir derzeit nicht auf dem Niveau sind, auf dem wir sein sollten." Allen voran gibt es bei Ferrari offenbar Bedenken, dass man in der Pause bis zum Spanien-Grand-Prix aus dem Windschatten heraus überholt werden könnte. "Nicht nur die Teams, die hier vorne sind, sondern auch die anderen werden ab dem ersten Europa-Rennen einen Schritt nach vorne unternehmen."

Knackpunkt Qualifying

Gefragt ist somit Simone Resta. Die erste Priorität des F138-Chefdesigners dürfte darin liegen, den roten Renner nach starken Rennleistungen endlich auch für die Qualifikation auf Vordermann zu bekommen. "Jedes Jahr ist die Situation eine andere, sowohl was die Reifen als auch was die Autos betrifft." Resta verspricht, am Rückstand im Qualifying zu arbeiten, und fordert: "Das Auto und den Grip der Reifen zu verstehen ist ein wichtiger Punkt, aber wir müssen uns auch auf aerodynamische Faktoren konzentrieren."


Fotos: Ferrari, Großer Preis von Bahrain, Freitag


Genau die kommen am Samstag übermäßig zum Tragen. Seine Windschnittigkeit verpasst bekam der F138 bei Toyota in Köln, weil der Windkanal in Maranello wegen Baumaßnahmen derzeit nicht nutzbar ist. Domencali sieht darin kein Problem: "Wir haben entschieden, in eine Anlage im Herzen Europas zu gehen. Ohne ständige Vergleiche geht man unter diesen Bedingungen verloren." Der Teamchef pocht auf Geduld, wenn er sagt, dass die Veränderungen innerhalb einer Saison nicht sofort sichtbar würden.

Resta jedenfalls ist Feuer und Flamme, wenn es darum geht, aus dem aktuellen Boliden alles herauszuholen. "Unsere Simulationen, zusammen mit den Ergebnissen aus dem Simulator, werden Tag für Tag besser", betont er die Fortschritte. "Mit Blick auf unser Ziel, im Qualifying besser zu werden, sind wir glücklich und hoffen, das auch auf der Strecke umzusetzen." Domenicali scheint auf Mitarbeitermotivation der härteren Art zu setzen: "Ich bin zufrieden damit, dass es Verbesserungen gibt, aber noch nicht so viele, wie ich mir wünschen würde."

Auch Alonso lenkt ein

Felipe Massa

Felipe Massa lässt nicht immer die Reifen qualmen - den Chefdesigner freut's Zoom

An der Strecke ist die Ferrari-Mannschaft eher darauf aus, das Pirelli-Rätsel zu lösen. Resta betont, dass seine Truppe nicht nur an der Aerodynamik fieberhaft werkele, sondern auch am Umgang mit den Pneus. "Wir arbeiten daran, die Reifen so weit wie möglich zu verstehen, beide Mischungen. Wir arbeiten daran, die richtige Strategie zu finden. In dieser Saison geht es mehr um das Renntempo als um die schnellsten Runden." Dabei versucht der Chefdesigner, Alonso und Felipe Massa so weit wie möglich einzubeziehen: "Schlussendlich ist der Fahrer einer der Knotenpunkte des Teams."

Die spanisch-brasilianische Kombination im Ferrari-Lager habe nicht komplett unterschiedliche Ansprüche und erhält für ihre Bereitschaft, einzulenken, ein Lob: "Sie kommen in der Regel auf einen Konsens. Sie sind teamdienliche Fahrer und unterstützen uns, so gut sie können", meint Resta, der Massa zum neuen Reifenflüsterer auserkort und den Umgang mit dem Gummi den Grund für seine starken Leistungen nennt: "Manchmal übertreibt man es, manchmal untertreibt man es. Felipe ist da sehr gut und versteht es, mit der weicheren Mischung umzugehen."

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