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Die Gründe für die charakteristischen Nasen

Die niedrigen Nasen der neuen Formel-1-Autos wurden zur Erhöhung der Sicherheit eingeführt - Lotus-Technikchef James Allison erklärt die Hintergründe

(Motorsport-Total.com) - Die neue Generation der Formel-1-Autos fällt auf den ersten Blick durch die Nasen auf. Zwischen dem Übergang der eigentlichen Nase und dem Chassis ist eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Kante. Von vielen Seiten wurde das als optisch nicht gerade gelungen bezeichnet, doch bekanntlich geht es in der Formel 1 nicht um einen Schönheitswettbewerb. Mit Ausnahme von McLaren haben die bisher gezeigten Autos von Ferrari, Lotus, Force India und Caterham alle diese Kante oder Höcker. Der Grund darin liegt in einer Reglementänderung für diese Saison.

Der Knick bestimmt die Optik der neuen Formel-1-Boliden des Jahrgangs 2012 Zoom

Im Rahmen der Video-Präsentation des neuen Lotus-Renault E20 gibt Technikchef James Allison Auskunft darüber: "Beim Vorderteil des Autos gibt es eine sehr offensichtliche Änderung, da gibt es diese ausgeprägte Kante. Der Grund dafür ist, dass in den vergangenen Jahren die Nasen immer höher und höher wurden. Der Grund dafür ist, dass man mehr Abtrieb gewinnen kann, wenn man den Vorderteil des Autos erhöht."

Ein Formel-1-Auto generiert den meisten Anpressdruck über den Unterboden, beziehungsweise dessen ansteigendes Ende, sprich dem Diffusor. In diesem Bereich kann man dem Luftstrom deutlich mehr Abtrieb entlocken als über die Flügel. Die Effizienz ist ebenfalls hervorragend, denn ein Flügel steht in der Luft, was negativ für die Höchstgeschwindigkeit ist. Es geht also darum, soviel Luft wie möglich unter das Auto zu bringen, um sie dann zu kanalisieren.


Fotos: Präsentation des Lotus-Renault E20


Mehr Luft ergibt mehr Anpressdruck. Deshalb wurden im Vorjahr Auspuffgase dazu benutzt, noch mehr Luft in den Diffusor zu leiten. Renault hatte damals die extremste Lösung, denn die Auspuffendrohre traten schon vor den Seitenkästen aus, um nicht nur den Diffusor, sondern einen Großteil des Unterbodens anzuströmen. Diesen Lösungen wurde nun sein Strich durch die Rechnung gemacht, denn die Auspuffendrohre müssen an der Oberseite des Autos austreten.

Wie immer bei einem Verbot versuchen die Ingenieure, den verlorenen Abtrieb wettzumachen. Man will also soviel Luft wie möglich zum Unterboden und letztendlich in den Diffusor leiten. Deshalb nutzen Ferrari, Lotus, Force India und Caterham die maximale Chassis-Höhe von 625 Millimetern aus. McLaren hat traditionell ein niedrigeres Chassis gebaut und diesen Ansatz konsequent weiterverfolgt. Deshalb gibt es am MP4-27 keine Kante, sondern die Linien fließen in die Nase über.


Fotos: Präsentation des McLaren-Mercedes MP4-27


Die Chrompfeile verfolgen hier eine ganz andere Philosophie. Bei der Präsentation war kein Diffusor montiert. Es bleibt abzuwarten, was McLaren in diesem Bereich vorhat. Bei den Teams, die die maximale Chassishöhe ausnutzen, kommt die Kante zustande, weil die Nase nur noch maximal 550 Millimeter hoch sein darf. Das hat Sicherheitsgründe, wie Allison erläutert: "Das Problem mit hohen Nasen ist, dass sie bei einer seitlichen Kollision so hoch sein könnten, dass sie die Höhe des Cockpitrandes des anderen Autos übertreffen könnte."

"Das wäre natürlich eine schlechte Situation, denn man will nicht, dass der Kopf eines Fahrers von der Nase eines anderen Autos getroffen wird. Deshalb hat man sich darauf geeinigt, dass alle Nasen deutlich niedriger sein müssen. Die Regeln selbst besagen aber nicht, dass der Vorderteil des Autos niedriger sein müssen. Es geht nur um die Spitze der Nase." Genau deshalb haben die meisten Boliden diesen Knick.

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