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Di Montezemolo: "Wir sind ein starkes Team"

Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo will sein Team mit dem F150 auch 2011 weit vorne sehen: "Wir haben ein tolles Auto und großartige Fahrer"

(Motorsport-Total.com) - Mit dem neuen Ferrari F150 möchte das italienische Traditionsteam ein Zeichen setzen: Die Flagge des südeuropäischen Landes ist deutlich auf der Unterseite des Heckflügels zu sehen und auch an den Luftleitblechen bei den Seitenkästen sind kleine italienische Fahnen angebracht. Die Ziele der Scuderia bleiben aber unverändert: Luca di Montezemolo wünscht sich auch 2011 den WM-Titel.

Luca di Montezemolo (Präsident)

Luca di Montezemolo möchte mit seinem Team wieder an die WM-Spitze vorfahren Zoom

"Die Zeit vergeht, aber manche Dinge ändern sich nie", sagt der Ferrari-Präsident am Rande der offiziellen Vorstellung des neuen F150-Rennwagens in Maranello. "Ich bin immer sehr bewegt und hoffnungsvoll, wenn man ein solches Fahrzeug das erste Mal vor sich sieht. Ich kann mich noch gut daran erinnern, was Enzo Ferrari immer sagte, als ich noch jünger war", meint der Italiener.

"Es ist ein schönes Auto, aber wichtig ist, dass es auch schnell ist. Das Auto soll Rennen gewinnen", stellt das Ferrari-Oberhaupt heraus und merkt an: "Dieser Tag ist für uns alle von großer Bedeutung. Wir haben heute viele Ehrengäste bei uns, unter anderem den FIAT-Präsidenten John Elkann und sein Geschäftsführer Sergio Marchionne. Auch unsere Partner sind hier. Ohne sie geht es nicht."


Fotos: Präsentation des Ferrari F150


"Sie sind schon seit vielen Jahren ein wesentlicher Bestandteil unseres Teams. Genau wie unsere Zulieferer, so leisten auch sie einen wichtigen Beitrag. Technologie ist in Maranello allgegenwärtig, doch Ferrari ist offen für Neues. Begrüßen möchte ich auch unsere beiden Piloten, Fernando Alonso und Felipe Massa. Sie wollen die Meisterschaft nicht wieder im letzten Rennen verlieren."

Ferrari hat den Anspruch, siegreich zu sein

"Das haben wir mit Felipe schon 2008 erlebt, als er nach wenigen Sekunden plötzlich doch nicht mehr Weltmeister war", meint di Montezemolo. "Er verlor den Titel in der letzten Kurve - in der letzten Runde des letzten Saisonrennens. Daran und an das vergangene Jahr dürfen wir nun aber nicht denken, auch wenn uns das noch immer ärgert." Man solle sich stattdessen auf 2011 konzentrieren.

"Ferrari ist stets vorne mit dabei." Luca di Montezemolo

Und auf die eigenen Stärken, wie di Montezemolo hinzufügt. "Ferrari ist stets vorne mit dabei. 2010 wurden wir vorschnell abgeschrieben, doch zum Schluss führten wir die Meisterschaft sogar bis zum letzten Rennen an. Das unterstreicht den Willen von Ferrari, stets an der Spitze zu stehen. Wir sind ein starkes Team und müssen auch in diesem Jahr unser Bestes geben", fordert der Italiener.

"Wir haben unsere Mannschaft verstärkt, verfügen aber dennoch über eine gute Stabilität im Team. Wir konnten uns in den Bereichen steigern, wo Verbesserungen gefragt waren. Manchmal braucht es einfach einen Beitrag von Leuten mit anderer Mentalität, frischen Ideen. Das ist sehr wichtig. Wir sind bereit dazu, den Kampf gegen unsere Konkurrenten aufzunehmen - und unsere Rivalen sind stark."

Alonso und Massa genießen vollstes Vertrauen

"Wir treten gegen sehr gute Teams an. Wir wissen aber, dass wir hart gearbeitet haben. Wir haben ein tolles Auto und großartige Fahrer. Ich wünsche Stefano Domenicali und unseren beiden Piloten, Fernando Alonso und Felipe Massa, alles Gute für die bevorstehende Saison", sagt di Montezemolo. "Fernando hatte ein außerordentlich gutes erstes Jahr bei Ferrari", hält der Ferrari-Präsident fest.

"Wir haben stets an Felipe geglaubt." Luca di Montezemolo

"Er ist hochmotiviert und glaubt fest an seine Fähigkeiten. Dabei wünsche ich ihm viel Erfolg. Wir haben stets an Felipe geglaubt. 2008 wäre er beinahe Weltmeister geworden, 2009 hatte er seinen schlimmen Unfall. Im vergangenen Jahr tat er sich manchmal etwas schwer, doch nun ist er zurück. Ich bin mir sicher: Felipe wird eine großartige Saison und eine tolle Zukunft bei Ferrari haben."

"2011 sehen wir uns darüber hinaus neuen Herausforderungen gegenüber, denn in diesem Jahr kehrt die KERS-Technologie zurück. Wir setzen dieses System ein. In diesem Zusammenhang ist uns der Transfer von Formel 1 zu GT-Fahrzeugen und Straßenautos sehr wichtig", erklärt di Montezemolo. "Vor uns liegt ein schwieriges Jahr, doch wir wollen diese Aufgabe sehr leidenschaftlich angehen."¿pbvin|512|3413||0|1pb¿

Der F150 als Hommage an Italien

"Gemeinsam mit der FOTA werden wir zudem daran arbeiten, die Formel 1 und ihre Regeln zu optimieren. Es kann doch nicht sein, dass wir als 'Königsklasse' des Motorsports die einzige Sportart sind, die keine Trainingschance haben. Wir brauchen stabile Regeln, sollten aber die DNA der Formel 1 im Hinterkopf behalten. Wir müssen eine Vorreiterrolle bei Technologie und Leistung einnehmen."

"Erstmals widmen wir ein Auto unserem Heimatland Italien." Luca di Montezemolo

Zugleich wolle man sich bei Ferrari aber auch auf die eigene Herkunft besinnen. "Unser Unternehmen repräsentiert Italien überall auf der Welt. Ferrari spielt diesbezüglich eine wichtige Rolle und wir haben auch eine gewisse Verantwortung. Darauf sind wir sehr stolz", meint di Montezemolo. "In einer Zeit, in der es mehr Gegeneinander als Miteinander gibt, ist dies ein Zeichen des Respekts und der Einigkeit."

Man setze dieses Zeichen - die diversen italienischen Flaggen auf dem neuen F150 - bewusst, um "die Liebe zu unserem Land" zu demonstrieren. Auch die Bezeichnung des Fahrzeugs ist italienisch geprägt und erinnert an die Unabhängigkeit von 1861. "Erstmals widmen wir ein Auto unserem Heimatland Italien", gibt di Montezemolo zu Protokoll. "Hoffentlich bringt uns das reichlich Glück."

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