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Dennis und Haug verstehen die Welt nicht mehr

Und wieder verschwören sich die Rennkommissare gegen McLaren-Mercedes - Ron Dennis: "Es ist mir ein Rätsel, warum Lewis bestraft wurde"

(Motorsport-Total.com/Premiere) - Man will den neutralen Rennkommissaren der FIA natürlich nichts unterstellen, aber es ist 2008 schon auffällig, dass McLaren-Mercedes das mit Abstand am meisten bestrafte Team ist. Heute in Fuji gab es gegen Lewis Hamilton für seinen Verbremser in der ersten Kurve, bei dem er Kimi Räikkönen und Heikki Kovalainen von der Ideallinie zwang, eine Durchfahrstrafe.

Lewis Hamilton und Kimi Räikkönen

Dass es dafür eine Strafe gab, verstehen die Silberpfeil-Bosse überhaupt nicht Zoom

Teamchef Ron Dennis konnte darüber nur den Kopf schütteln: "Es ist mir ein Rätsel, warum Lewis bestraft wurde. Das war doch ganz normales Racing! In der ersten Kurve kommt es schon mal vor, dass sich jemand verbremst, und er hat dabei niemanden berührt. Ich verstehe das überhaupt nicht", beschwerte er sich. "Meiner Meinung nach war es ein normaler Rennzwischenfall - und jeder, der ein bisschen Ahnung hat, sieht das genauso."#w1#

Dennis wünscht sich mehr Überholmanöver

"Wir sind hier in der Formel 1, nicht beim Teekränzchen! Alle jammern, dass zu wenig überholt wird, aber wenn mal ein Fahrer fightet, dann wird er dafür bestraft. Lewis hat nicht einmal jemanden berührt! Solche Zwischenfälle gibt es doch dauernd - ich denke da nur an Webber, der Massa heute fast in die Boxenmauer gedrückt hat. Da hat sich auch niemand beschwert. Ich kann das nicht nachvollziehen", kritisierte Dennis.

"So ein Manöver habe ich in Ungarn von links von unserem Freund Felipe Massa gesehen." Norbert Haug

Auch Mercedes-Sportchef Norbert Haug wunderte sich über das harte Urteil der drei Rennkommissare: "Der Start war nicht optimal und er wollte sich die Führung zurückholen. Das war ein bisschen optimistisch, allerdings müssen wir uns noch ansehen, warum es dafür eine Strafe gibt. So ein Manöver habe ich in Ungarn von links von unserem Freund Felipe Massa gesehen. Da haben auch die Reifen blockiert", so der Deutsche.

Vor allem ärgerten sich die Silberpfeile über die ihrer Meinung nach nicht stimmende Verhältnismäßigkeit im Vergleich zum Massa-Manöver in der zweiten Runde, als der Ferrari-Pilot Hamilton von der Strecke schob. Das war laut Dennis unfair: "Massa war komplett neben der Strecke", betonte der McLaren-Mercedes-Boss. Auch Haug blies diesbezüglich in das gleiche Horn: "Die Aktion war eindeutig."

"Was Felipe da gemacht hat, war sicherlich nicht das, was man sich vorstellt", fügte er an. "Er hat seinen unmittelbaren WM-Rivalen umgedreht. Er hat sich ganz klar verbremst und Lewis hat das genutzt. Was dann passiert ist, kann sicherlich nicht richtig sein, denn wenn Massa die Abkürzung nicht nimmt... Da fällt mir Spa ein, wenn wir von einer Abkürzung reden, aber dort wurde das anders bestraft, nämlich mit etlichen Punkten!"

Wo ist die Verhältnismäßigkeit?

Massa wurde für sein nach silberner Meinung viel schlimmeres Vergehen genau wie Hamilton nur mit einer Durchfahrstrafe belegt und konnte im weiteren Rennverlauf noch den achten Platz einfahren. Der wurde später sogar mit einem weiteren WM-Punkt belohnt, denn die Rennkommissare befanden, dass Sébastien Bourdais bei der Kollision mit Massa unfair unterwegs war. Auch das stieß Haug sauer auf: "Warum soll man Bourdais bitte bestrafen?"

"Solange ich nicht Facts vorliegen habe, kann ich nicht behaupten, dass einer anders beurteilt wird als der andere." Norbert Haug

Verschwörungstheorien, wonach das F in FIA in Wahrheit für Ferrari stehe, werden in diversen Internetforen nun wieder Hochkonjunktur haben. Haug will sich an solchen Spekulationen aber nicht beteiligen: "In diese Richtung werde ich überhaupt nicht argumentieren. Solange ich nicht Facts vorliegen habe, kann ich nicht behaupten, dass einer anders beurteilt wird als der andere", meinte er zurückhaltend. Er trete aber für "konsistente" Urteile der Rennkommissare ein.

Fakt ist freilich auch, dass Massa Hamilton ohne dessen Patzer in der ersten Kurve nie umdrehen hätte können. Selbst hartnäckigste Verschwörungstheoretiker müssen also eingestehen, dass der junge Brite heute selbst zu seiner vierten Nullrunde der Saison beigetragen hat. Das wollte auch Haug in seiner Analyse des Japan-Grand-Prix gar nicht abstreiten: "Sicherlich ist Lewis einer, der lernen muss, hie und da auch mal Gas rauszunehmen."

"Hier war er ein bisschen zu heiß", sagte er, "aber das werden wir abkühlen. Wahrscheinlich haben sich da ein paar Emotionen aufgebaut. Wenn man an die ganz Großen denkt, dann waren das früher immer Grenzgänger. Lewis hat sich selbst geschadet und er wird daraus lernen. Heute muss er sich in seiner Analyse sagen: 'Ich habe auch dazu beigetragen!' Manchmal ist es jedoch besser, jemanden runterbremsen und zügeln als ihn anspornen zu müssen."

Führung in der Konstrukteurs-WM verloren

McLaren-Mercedes hat zwei Rennen vor Schluss die Führung in der Konstrukteurs-WM verloren - hier fehlen nun wieder sieben Punkte auf Ferrari. Bei den Fahrern bleibt aber ein Polster von fünf Zählern. Dennis, noch vor der Bourdais-Strafe, die Massa um einen Platz nach vorne rutschen ließ: "Wir haben noch sechs Punkte Vorsprung, also werden wir uns nicht runterziehen lassen, sondern wir werden über den Dingen stehen und weiterkämpfen."


Fotos: McLaren-Mercedes, Großer Preis von Japan, Sonntag


Haug hat ebenfalls nicht vor, sich die seiner Meinung nach unfairen Strafen der vergangenen Monate zu sehr zu Herzen zu nehmen: "Wir dürfen uns nicht aus der Ruhe bringen lassen. Bei drei noch zu fahrenden Rennen hatten wir sieben Punkte Vorsprung, jetzt sind es sechs. Wir hätten den Vorsprung ausbauen können - der Speed war da. Wir haben nach wie vor alle Möglichkeiten", gab der Deutsche entschlossen zu Protokoll.

Wertvolle Punkte gekostet hat übrigens auch der Ausfall von Heikki Kovalainen, der mit dem ersten Mercedes-Motorschaden der Saison an dritter Stelle liegend ausrollte. Haug entschuldigte sich dafür beim glücklosen Finnen: "Sorry für Heikki, sorry für das Team - er hätte heute sicherlich die Kohlen aus dem Feuer holen können, denn der Speed war da!" Kovalainen konnte somit seinen zweiten Platz von 2007 nicht wiederholen.

Mercedes wird den Motorschaden bis Shanghai natürlich genau untersuchen: "Wir werden uns das heute Nacht mit den Spezialisten genau anschauen und sicherstellen, dass es nicht wieder vorkommen kann. Da muss ich ganz klar sagen: Das war unsere Verantwortung und das darf nicht unser Mercedes-Benz-Niveau sein. Aber wenn man in die Statistik guckt, dann sehen wir immer noch sehr gut aus", meinte Haug abschließend.

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