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Crash in den Punkterängen: So reagieren Schumacher und Vettel!

So reagieren Mick Schumacher und Sebastian Vettel auf ihren Crash im Formel-1-Rennen von Miami, der beide mögliche WM-Punkte gekostet hat

(Motorsport-Total.com) - Treffen sich zwei Deutsche in Miami, aber witzig ist das weder für Mick Schumacher noch für Sebastian Vettel. Denn die Formel-1-Fahrer von Haas und Aston Martin sind in der Schlussphase beim Miami-Grand-Prix im Zweikampf miteinander kollidiert und damit aus den Top 10 herausgefallen. Sie blieben am Ende beide ohne Punkte.

Mick Schumacher im Haas VF-22 beim Formel-1-Rennen 2022 in Miami

Mick Schumacher im Haas VF-22 beim Formel-1-Rennen 2022 in Miami Zoom

Das sei "natürlich doof für beide von uns", sagt Vettel in einer ersten Reaktion bei 'Sky'. Und Schumacher bezeichnet den Unfall ebenfalls bei 'Sky' als "sehr, sehr schade für uns beide".

Doch was ist genau passiert? Vettel hatte Schumacher am Ende der 53. Runde überholt und kam an neunter Stelle liegend über Start und Ziel, bog dann in die erste Kurve ein. Schumacher aber hatte Überschuss und setzte sich innen neben Vettel, kam dort aber nicht auf gleiche Höhe und traf mit seinem linken Vorderrad den rechten Seitenkasten von Vettel.

Die Konsequenz: Vettel stellte sein lädiertes Runde am Ende der 54. Runde an der Box ab und stieg aus. Schumacher ließ sich bei einem Notstopp eine neue Frontpartie geben und beschloss das Rennen anschließend als letztes Auto in der Führungsrunde auf P15.

Sportkommissare entscheiden auf Rennunfall

Strafen gab es nicht: Die Sportkommissare entschieden auf "keine Untersuchung" und werteten die Szene zwischen Schumacher und Vettel als einen Rennunfall. Die beiden Beteiligten indes hadern jeweils mit ihrem eigenen Vorgehen auf der Strecke.

Vettel meint: "Ich dachte, ich hätte die Kurve und war vorne, hatte nicht mit ihm gerechnet. Als ich ihn dann gesehen habe, war es zu spät. Es tut mir leid, dass wir dann beide raus sind [aus den Punkten]. Wir hätten das besser regeln müssen."


Schumacher meint: "Wenn man es so sieht, hätte ich einfach dahinter bleiben können oder stärker versuchen können, vorbeizufahren. Aber es ist nachher natürlich immer einfach, darüber zu sprechen. Im Endeffekt schade, sehr schade für uns beide."

Klärendes Gespräch steht noch aus

Als diese Aussagen getätigt wurden, hatten sich Schumacher und Vettel noch nicht miteinander unterhalten und außer der eigenen Cockpitperspektive nur flüchtig einen Blick auf die TV-Wiederholungen erhalten. Ein klärendes Gespräch aber werde noch folgen, sagt Schumacher. Auch Vettel gab an, "schon die ganze Zeit Ausschau zu halten" nach Schumacher.

Dessen Onkel Ralf Schumacher erkennt bei 'Sky' eine gewisse Teilschuld bei beiden Formel-1-Fahrern. "Also ich muss sagen: Mick muss es da versuchen. Aber man sieht: Er zögert ein bisschen. Hätte er vielleicht nicht machen müssen, weil die Kurve hätte er haben können."

"Aber Sebastian", sagt Ralf Schumacher, "muss auch mal Platz lassen. [Mick] kann sich da nicht in Luft auflösen. Da muss Sebastian in den Spiegel kucken, das ist so."

Es sei insgesamt eine "ungünstige Situation" gewesen, meint Ralf Schumacher. "Man kann sagen: Klar ein bisschen Rennunfall, aber trotzdem muss Sebastian Platz lassen. Aber: Wenn er ihn gesehen hätte, hätte er ihm sicherlich den Platz gelassen."

Und: "Wäre schön gewesen, wenn Mick und Sebastian die Punkte gemacht hätten, weil die hätten sie gemacht."

Schumacher verweist auf "starkes Rennen"

Tatsächlich standen die Chancen gut für Schumacher und Vettel, den Grand Prix in Miami auf den Positionen neun und zehn zu beenden. Deshalb spricht Schumacher auch von einem "starken Rennen" und davon, dass die Rennleistung "auf jeden Fall [in Erinnerung] bleibt".


Fotostrecke: Formel 1 2022 Miami: Das Wichtigste zum Sonntag

Er gibt sich aber auch selbstkritisch, wenn er weiter sagt: "Wir haben ein gutes Auto. Jetzt müssen wir es einfach schaffen, vielleicht nicht immer in eine so schwierige Situation zu kommen, speziell zum Ende hin."

Denn auch im fünften Rennen der Formel-1-Saison 2022 ist Schumacher nicht in die Top 10 gekommen, wohingegen sein Haas-Teamkollege Kevin Magnussen bereits dreimal gepunktet hat. In Miami aber verpasste auch Magnussen den Sprung unter die besten Zehn im Grand Prix und wurde 16.

Vettel: Probleme schon vor dem Start

Für Vettel wäre es nach Imola die zweite Punktefahrt des Jahres gewesen, und das nach einem kurzfristig angesetzten Boxengassen-Start aufgrund von technischen Problemen kurz vor dem Losfahren in Miami.

Es habe ein "Problem mit dem Benzinsystem" gegeben, sagt Vettel. Der Sprit im Aston Martin AMR22 soll nicht die korrekte Temperatur gehabt haben. "Das kam völlig überraschend und wir konnten nicht rechtzeitig rausfahren. Aber als wir es gelöst hatten, konnten wir normal ins Rennen gehen."

Sebastian Vettel im Aston Martin zwischen den beiden Haas-Fahrern Kevin Magnussen und Mick Schumacher in Miami

Sebastian Vettel im Aston Martin zwischen den beiden Haas-Fahrern Magnussen und Schumacher Zoom

Ein langer erster Stint auf Hard-Reifen brachte Vettel ins hintere Mittelfeld, die späte Safety-Car-Phase so richtig ins Spiel um die Punkteränge. "Vom Safety-Car", meint Vettel, "haben wir natürlich profitiert. Und wir hätten heute mindestens den achten Platz mitnehmen können."

Freude am Fahren habe er über weite Strecken im Rennen aber nicht verspürt, räumt Vettel ein. Überholen sei in Miami "sehr, sehr schwierig" gewesen. Und: "Das hätte ich einfacher leichter eingeschätzt. Aber der DRS-Effekt in diesem Rennen war nicht so groß. Ich vermute, weil wir weniger große Flügel verwendet haben."

Und weil er lange Zeit hinter anderen Autos festgehangen habe, obwohl er "viel schneller" gekonnt hätte, habe er "ein bisschen das Momentum verloren" zwischendurch. Er meint: "Ich war gefühlt immer den Schritt zu spät dran."

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