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Button freut sich über den "Wendepunkt Hockenheim"

Jenson Button spricht über den bisherigen Saisonverlauf, das letzte Rennen in Hockenheim und das kommende in Ungarn sowie über die Olympischen Spiele

(Motorsport-Total.com) - Jenson Button ist zurück. In Hockenheim kämpfte der McLaren-Pilot das erste Mal seit langem wieder um die Spitze und hatte nach eigenen Aussagen auch das schnellste Auto im Feld. Vor dem Großen Preis von Ungarn, den der Brite in seiner Karriere zwei Mal gewinnen konnte, spricht er über das letzte Rennen, die Updates in dieser Saison, einen Weltrekord, die Olympischen Spiele sowie seinen Auftritt in einer Comicserie.

Jenson Button

Jenson Button kehrte in Hockenheim in die Erfolgsspur zurück

Frage: "Wie beurteilst du rückblickend die Strafe gegen Sebastian (Vettel; Anm. d. Red.)?"
Jenson Button: "Als richtig! Ich denke, dass wir eine Regel haben, die eindeutig besagt, dass man, wenn man einen Vorteil dadurch hat, neben die Strecke zu fahren, bestraft wird. Und das wissen wir alle."

Frage: "War der zweite Platz in Hockenheim jetzt praktisch ein Wendepunkt nachdem es zuletzt nicht so gut lief?"
Button: "Ja, das hoffe ich. Ich hatte mich schon bei den letzten paar Rennen im Auto wohlgefühlt, aber beim letzten waren wir dann auch wirklich schnell genug und erzielten auch ein positives Resultat. Wir kämpften vorne an der Spitze, was toll ist. Hoffentlich werden wir hier ähnlich stark sein. Das können wir nicht versprechen, aber die Updates am Auto haben uns sehr geholfen. Hoffentlich werden wir dieses Wochenende besser sein, die Qualifyings im Nassen haben uns zuletzt nicht gerade geholfen."

Frage: "Inwieweit hat dich und das Team der zweite Platz motiviert?"
Button: "Ich denke, es war ein gutes Rennen. Vielleicht nicht fürs gesamte Team, weil Lewis (Hamilton; Anm. d. Red.) kein gutes Rennen hatte. Die Mechaniker machten bei den Boxenstopps aber einen tollen Job. Nach Startplatz sechs um den Sieg gekämpft zu haben sollte uns zufriedenstellen. Natürlich will man immer gewinnen, aber Ferrari und Fernando (Alonso; Anm. d. Red.) machen derzeit einen tollen Job. Fernando hat das Rennen kontrolliert und war schwierig zu überholen. Doch es ist gut, dass wir wieder zurück in der Spitzengruppe sind und das Auto sieht im Vergleich zu den Red Bulls, Ferraris, Lotus' und Saubers konkurrenzfähig aus. Die nächsten Rennen dürften für uns interessant werden."


Fotos: Jenson Button, Großer Preis von Deutschland


Frage: "Du konntest in Hockenheim mit dem Medium-Reifen drei Runden weniger fahren als die Konkurrenz. Der Abbau deiner Reifen scheint also höher zu sein als beispielsweise der von Ferrari oder Red Bull."
Button: "Es kommt darauf an, wie man mit den Reifen umgeht. In diesem Rennen war ich Zweiter und in dieser Position greift man an um zu gewinnen. Wenn man in Führung liegt, schaut man auf die Reifen, fährt etwas defensiver, geht später aufs Gas. Genau das hat Fernando getan. Ich hingegen musste aggressiv fahren, musste versuchen, ihn zu überholen. Wenn ich auf den letzten fünf Runden meine Reifen geschont hätte, hätte ich ihn auf keinen Fall überholen können. Also musste ich es probieren und angreifen. Deshalb war der Abbau bei uns letztendlich größer."

Frage: "Verfügst du jetzt über das schnellste Auto seit dem Saisonauftakt in Melbourne?"
Button: "Ja, ich denke schon. Beim letzten Rennen in Hockenheim war ich sehr schnell. Im Rennen war niemand schneller als ich. Hoffentlich werden wir auch bei den kommenden Rennen so konstant sein. Fernando war ebenfalls sehr konstant unterwegs, was es für uns schwieriger macht. Hoffentlich werden wir hier in Budapest schnell genug sein. Ich sehe keinen Grund dafür, warum es nicht so sein sollte. Aber man weiß ja nie. Hoffentlich bleibt es trocken."

Kein bestimmter Bereich für Fortschritte verantwortlich

Frage: "Kann man das Auto immer weiterentwickeln oder stößt man irgendwann an eine Grenze, wo das nicht mehr möglich ist?"
Button: "Ich denke, man kann einen Weg einschlagen und gelangt dann irgendwann zum Ende und muss neue Dinge ausprobieren, was zum Beispiel die Aerodynamik, den mechanischen Grip oder die Geometrie des Autos angeht. Man kann also schon ans Limit stoßen, muss dann aber halt einen neuen Weg einschlagen. Manchmal wird das Auto schon zu Beginn der Route nicht schneller und man muss dann wieder dahin zurückkehren, wo man ursprünglich war. Es ist ziemlich schwierig, aber darum geht es. Angesichts der ganzen Beschränkungen bei der Abstimmung des Autos und bei der Aerodynamik ist es schwierig, aber ich denke, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden."

Jenson Button

Button hatte laut eigenen Aussagen in Hockenheim das schnellste Auto Zoom

Frage: "Kannst du einen bestimmten Bereich benennen, der dafür verantwortlich ist, dass ihr Fortschritte erzielt habt?"
Button: "Es gibt keinen bestimmten Bereich. Wir haben mit den jüngsten Updates viele Bereiche verbessert. In dieser umkämpften Saison können selbst kleinste Veränderungen große Verbesserungen mit sich bringen. In Hockenheim waren wir dadurch schneller."

Frage: "Wenn du dir den Weltmeisterschaftsstand anschaust, dann müsst ihr noch einiges aufholen. Meinst du, dass der Titel noch möglich ist?"
Button: "Der Rückstand auf Fernando ist riesig. Fernando und Ferrari haben bei den letzten Rennen einen tollen Job gemacht. Es wird schwierig, wieder oben anzugreifen. Ich denke nicht an den Titel. Wir wollen einfach gewinnen, an der Spitze kämpfen und am Ende des Jahres schauen wir dann, wo wir gelandet sind."

Frage: "Haben die Updates in deinen Augen wirklich eine Verbesserung mit sich gebracht?"
Button: "Ja. Ich denke, bei den vergangenen Rennen waren die Ergebnisse nicht wirklich gut. Doch was mein Gefühl fürs Auto angeht, passte alles. Wir waren einfach nicht schnell genug. Die Qualifyings im Nassen waren für uns als Team nicht einfach, das hat uns bei den vergangenen beiden Grands Prix nicht wirklich geholfen. Doch im Rennen waren wir schnell und ich denke, dass das erst zum zweiten Mal in diesem Jahr der Fall war. Niemand war schneller. Es ist schön, wieder Fortschritte zu erzielen, nachdem wir diese Saison ein paar Probleme beim Umgang mit den Reifen hatten. Das letzte Rennen war ein Schritt in die richtige Richtung und wir hoffen, diesen Trend weiterführen zu können."

Button freut sich auf trockenes Qualifying

Frage: "Du hast hier in der Vergangenheit zwei Mal gewonnen. Gibt es irgendeinen Grund, warum es jetzt hier nicht wieder funktionieren sollte?"
Button: "Man weiß nie, ob es so laufen wird wie beim letzten Rennen. Jetzt regnet es zwar ein wenig, aber am Wochenende soll es trocken werden. Ich freue mich schon auf ein trockenes Qualifying. Wir sind mit ein paar kleinen Verbesserungen für diese Strecke angereist, die es jetzt abzustimmen gilt. Größtenteils ist es aber das Auto aus Hockenheim, mit dem wir schon sehr zufrieden waren."

Frage: "Was erwartest du von dem Update hier in Ungarn?"
Button: "Es geht bei diesem Update weniger um die Aerodynamik als um die Mechanik, die sehr Ungarn-spezifisch ist. Es wird uns nicht unfassbar schneller machen, aber es gibt keinen Grund, warum wir hier nicht schnell sein sollten. In diesem Jahr ist es schwierig, zu erkennen, auf welchen Kursen man gut ist und auf welchen nicht. Doch nach Hockenheim haben wir allen Grund, optimistisch zu sein. Wir sind hier mit einem leicht verbesserten Auto angereist, was jedoch bei jedem anderen Team auch der Fall ist. Wir sind zuversichtlich, für diese Strecke über ein gutes Paket zu verfügen."

Frage: "Du hast mit einem Boxenstopp von nur 2,3 Sekunden in Hockenheim einen neuen Weltrekord aufgestellt. Was dachtest du, als du im Auto saßt?"
Button: " Es war echt verdammt schnell. In solchen Fällen kommt es dann auch auf unsere Reaktionszeit an. Wir kommen rein, müssen mit der Kupplung ein wenig spielen um den richtigen Zeitpunkt zu finden, wieder loszufahren. Hoffentlich werden wir in Zukunft auch so schnelle Boxenstopps haben. Ich weiß, dass es in der Boxengasse in dieser Hinsicht Wettbewerbe gibt, jeder möchte der Schnellste sein. Doch unsere Jungs wissen auch, dass es auf die Konstanz ankommt. Dadurch gewinnt man Rennen und bleibt vorne. Dieser Boxenstopp half mir wirklich dabei, Zweiter zu werden. Danke dafür."

Schnellster Boxenstopp aller Zeiten - Dank gilt den Mechanikern

Frage: "Kommt es bei so einem Boxenstopp nur darauf an, an der richtigen Stelle zu halten oder kannst du noch irgend etwas anderes machen um ihn zu beeinflussen?"
Button: "An der richtigen Stelle zu halten, ist das, worauf es ankommt. Wir trainieren zwar sehr intensiv, so schnell wie möglich in die Boxengasse zu fahren, doch wenn man nicht richtig auf den Markierungen zum Stehen kommt, kann man eine Menge Zeit verlieren. Letztendlich kommt es aber vor allem auf die Jungs an. Sie sind diejenigen, die sich bei jedem Rennen, bei jedem Boxenstopp verbessern. In Hockenheim haben sie einen phänomenalen Job gemacht. Wir Fahrer warten einfach, bis das grüne Licht aufleuchtet. Zu Saisonbeginn hatten wir etwas Probleme bei den Boxenstopps, die uns ein paar Positionen kosteten. Doch für die Zukunft wird uns diese Verbesserung bei den Boxenstopps sicher weiterhelfen. Ich denke, wenn alles perfekt läuft, können wir den Stopp sogar in genau zwei Sekunden schaffen."

Jenson Button

Die McLaren-Mannschaft wechselte in 2,3 Sekunden die Reifen - Weltrekord! Zoom

Frage: "Welche Note würdest du dir für deine Entwicklung in dieser Saison geben?"
Button: "Ich würde mir selber keine Note geben. Das überlasse ich lieber anderen. Es war ein ständiges Auf und Ab. Das erste Rennen war gut, genau wie das Rennen in China. Dann folgten jedoch viele schlechte. Wir schlugen zwar viele neue Richtungen ein, was sich jedoch nicht bezahlt machte. Es ist aber schön, mit dem zweiten Platz in Hockenheim wieder in die Spur zurückgekehrt zu sein. Nachdem wir nur von Platz sechs gestartet waren und weit hinter dem Spitzenreiter lagen, können wir mit unserer Schnelligkeit im Rennen zufrieden sein. Damit hatten wir in diesem Jahr am häufigsten unsere Probleme. Selbst in den Rennen in denen wir schnell waren, war die Reifenabnutzung sehr hoch und unsere Konstanz nicht wirklich gut, selbst in Australien. Es ist schön, dass das wieder zurückgekommen ist, das war im Vorjahr schon unsere Stärke. Hoffentlich wird uns das im weiteren Saisonverlauf helfen."

WM-Titel kein Thema: "Denken von Rennen zu Rennen"

Frage: "Dieses Jahr geht es in der Weltmeisterschaft enger zu denn je. Aber ist der Rückstand zu Fernando nicht unüberwindbar für dich?"
Button: "Ja, der Rückstand ist unglaublich groß. Das Problem ist, dass er in letzter Zeit immer in die Punkte gefahren ist. Es wird sehr schwierig, ihn einzuholen, da müssen wir uns wirklich ins Zeug legen. Wenn man zwei oder drei Teams hat, die schneller sind als Ferrari, dann könnte das für Ferrari schon Platz fünf oder sechs bedeuten, was die Situation wieder anders gestalten könnte. Momentan machen Fernando und Ferrari aber einen tollen Job. Wir denken jedoch von Rennen zu Rennen. Wir arbeiten an der Strecke und in der Fabrik sehr hart, um uns zu verbessern und im Moment funktioniert das sehr gut. Wir liegen jedoch noch weit zurück.

Frage: "Es gibt einen kleinen Comicfilm mit dem Namen 'Tooned', in dem du eine Rolle spielst. Wie war das?"
Button: "Das hat echt Spaß gemacht. Es ist etwas für die Kinder, aber auch für die Erwachsenen. Als wir den Ton aufnahmen, hatten wir noch nicht die Bilder dazu gesehen. Wir wussten daher nicht wirklich, wie es wird. Doch das Resultat ist wirklich witzig, es hat Spaß gemacht. Es war schön, Teil davon gewesen zu sein und hoffentlich bringen wir ein paar Leute damit zum Lachen."

Frage: "Die Olympischen Spiele haben begonnen. Wirst du sie dir ansehen?"
Button: "Ja, im Fernsehen. Ich werde während der Olympischen Spiele nicht in Europa sein, aber ich werde sie im Fernsehen verfolgen. Wir freuen uns alle sehr darauf. Es gibt einige Disziplinen, auf die ich mich freue. Es sind aufregende Zeiten für Großbritannien. Es wird eine Menge los sein und viele Verspätungen geben. Doch wir haben die Olympischen Spiele im eigenen Land, was wie ich finde phänomenal ist. Wir werden eine gute Show bieten."

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