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  • 14.04.2011 · 11:56

  • von Christian Nimmervoll & Dieter Rencken

Budgetobergrenze auch für Motoren?

FOTA-Chef Martin Whitmarsh kann sich gut vorstellen, die Sparvereinbarung in der Formel 1 auch auf den Motorenbereich auszuweiten

(Motorsport-Total.com) - Der damalige FIA-Präsident Max Mosley wollte in der Formel 1 ursprünglich eine Budgetobergrenze einführen, aus der nach zähen Verhandlungen mit den Teams letztendlich das heutige Ressourcen-Restriktions-Abkommen (RRA) geworden ist. Dabei handelt es sich um eine Sparvereinbarung der Teamvereinigung FOTA, die keine klare Budgetobergrenze festlegt, aber eine Vielzahl anderer Limitierungen vorsieht.

Martin Whitmarsh

FOTA-Chef Martin Whitmarsh setzt sich für weitere RRA-Vorschriften ein

Derzeit gilt das RRA hauptsächlich für den Chassisbereich. Indirekt sind auch die Motorenkosten geregelt, weil die externen Ausgaben der Teams genau geregelt sind (und Motorenzahlungen zumindest bei den Kundenteams unter externe Ausgaben fallen), doch für die Motoreningenieure der vier Hersteller Ferrari, Mercedes, Renault und Cosworth finden sich mehr Schlupflöcher als für die Chassisdesigner von Red Bull, McLaren und Co.

Das könnte bald anders werden: "Es gibt das Ansinnen, das RRA auf den Antriebsstrang auszuweiten, was ich persönlich sehr vernünftig finde", erklärt FOTA-Chef Martin Whitmarsh. Man müsse das RRA aber als Ganzes "wachsen lassen und entwickeln. Es stehen unterschiedliche Meinungen im Raum, aber wir müssen voranschreiten." Denn auch wenn McLaren andere Interessen hat als etwa HRT, so ist das Sparen im Endeffekt doch ein gemeinsames Anliegen.

"Die Formel 1 braucht das RRA", betont Whitmarsh. "Du musst die Boxengasse nicht weit runtergehen, um zu realisieren, dass es bald keine Teams mehr gibt, gegen die wir fahren können, wenn wir nicht etwas unternehmen. Auch wenn es für uns keine sofortige Priorität ist: Ich glaube, dass es auch die Interessen von McLaren widerspiegelt, wenn die Teams sagen, dass die Kosten in der Formel 1 für alle geringer werden müssen."

¿pbvin|512|3598||0|1pb¿Dass Red Bull das RRA angeblich recht kreativ auslegt, will Whitmarsh nicht kommentieren: "Ich halte es als Vorsitzender der FOTA nicht für sinnvoll, über Meinungsverschiedenheiten zwischen den Teams zu sprechen." Also auch nicht darüber, dass Red Bull beschuldigt wird, zwischen den beiden Firmen Red Bull Racing und Red Bull Technology Schlupflöcher gesucht und gefunden zu haben, was die Kostenbegrenzung angeht.

"Vergessen wir nicht", fügt Whitmarsh an, "dass einige Teams viele Mitarbeiter entlassen mussten, was kein einfacher Prozess ist. Die großen Teams haben das auf sich genommen und hart gearbeitet, aber es ist nie genug. Die Welt da draußen wird immer härter, also müssen wir sicherstellen, dass wir selbstauferlegte Restriktionen haben, die ein breiteres Handlungsspektrum abdecken." Zum Beispiel eben auch die Motoren.