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Brundle: Schumachers erster Sieg hätte meiner sein können

Martin Brundle ärgert sich, dass er 1992 in Spa die falsche Entscheidung traf, die ihm dein einzigen Formel-1-Sieg hätte bringen können - Unterschied zu Champions

(Motorsport-Total.com) - Die Formel-1-Karriere von Martin Brundle blieb am Ende ungekrönt. Trotz 158 Starts und neun Podestplätzen gelang dem Briten nie ein Sieg. "Im Sportwagen war ich einer der Besten, aber im Formelauto fehlte mir ein kleines Bisschen", gibt er heute zu. Brundle war in der Königsklasse unter anderem Teamkollege von Michael Schumacher (1992 bei Benetton) und Mika Häkkinen (1994 bei McLaren) und weiß, was ihn von den Weltmeistern unterschied.

Michael Schumacher

Michael Schumacher nutzte 1992 in Spa seine Chance auf den Sieg Zoom

"Ich konnte Senna, Schumacher und Häkkinen an einem guten Tag im selben Auto schlagen - was ich auch getan habe", erzählt der Brite im Formel-1-Podcast 'Beyond the Grid'. "Der wichtigste Punkt an diesem Statement ist aber: An einem guten Tag. Die großen Champions und mehrfachen Sieger brauchen so einen Tag nicht. Sie können es immer abrufen - jeden Tag. Das ist der Unterschied."

Ein großer Champion zeigt sich für ihn daran, dass sie es umsetzen können, wenn sich die Chance ergibt. "Wenn es diesen Hauch einer Chance gibt, dann passt es plötzlich bei ihnen. Sie können es wahr machen", sagt er. "Und du legst in diesem Moment den falschen Gang ein, jemand fährt in dich rein oder das Auto lässt dich im Stich."

Als Beispiel kommt ihm dabei immer der Belgien-Grand-Prix 1992 in den Sinn - bekannt als erster Sieg von Michael Schumacher ein Jahr nach seinem Formel-1-Debüt an gleicher Stelle. Brundle erinnert sich: Er lag bei wechselhaftem Wetter hinter Schumacher an vierter Stelle, ganz vorne die sonst so dominanten Williams von Nigel Mansell und Riccardo Patrese in Sichtweite.


Mick Schumacher im Benetton B194 von Vater Michael

"Ich komme um Les Combes und denke, dass es abtrocknet. Ich spüre den Grip und denke, dass ich Vierter bin und nichts zu verlieren habe", schildert der Brite. Er will an die Box fahren und mit Slickreifen pokern, als Schumacher kurz vor Stavelot von der Strecke abkommt und über das Gras holpert. "Wir hatten einen sehr niedrigen Frontflügel am Benetton und ich habe gedacht, dass er sich seinen Flügel kaputtgefahren haben muss", so Brundle.

Weil es an dieser Stelle etwas nasser ist und er nun knapp hinter den Williams auf Rang drei liegt, zögert Brundle damit, in die Box zu fahren. "Das war der entscheidende Moment. Michael ist nun hinter mir und sieht, wie stark meine Hinterreifen Blasen werfen, als wir zur Bus-Stop fahren", so der damalige Benetton-Pilot. "Ich habe mir noch überlegt: Soll ich oder soll ich nicht?" Damals musste man sich noch vor der Einfahrt in die Schikane entscheiden.

Gerhard Berger, Michael Schumacher

Zu mehr als zweiten und dritten Plätzen reicht es bei Martin Brundle nie Zoom

Brundle entscheidet sich gegen den Stopp, während Schumacher nach dem Anblick von Brundles Hinterreifen keinen Moment zögert und sofort abbiegt. "Er fährt rein und bekommt die aufgewärmten Reifen, die für mich bestimmt waren, fährt raus und gewinnt das Rennen", erzählt Brundle. "Es sind einfach diese kleinen Dinge ..."

Im Nachhinein ärgert er sich: "Ich hätte einfach meinem Instinkt folgen sollen. Michael hätte dann warten müssen, bis ich meine Reifen geholt habe, was sein Rennen zerstört hätte. Und ich wäre rausgefahren und hätte das Rennen gewonnen. Stattdessen hat er sein erstes Rennen gewonnen." Brundle wurde stattdessen Vierter und sollte damit seine beste Chance auf einen Formel-1-Sieg verspielt haben. Denn einen Grand Prix gewann er in seiner Karriere nicht mehr.

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