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Brundle lobt Zustand der Formel 1: "Verstand hat sich durchgesetzt"

Martin Brundle sieht die Formel 1 in einer blühenden Phase, auf die kommenden Jahre blickt er voller Optimismus

(Motorsport-Total.com) - Der frühere Formel-1-Pilot und heutige TV-Experte Martin Brundle hat nach schwierigen Jahren ein Loblied auf den derzeitigen Zustand der Königsklasse angestimmt. Der 61-Jährige schwärmt dabei vor allem über die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Parteien.

Martin Brundle

Martin Brundle lobt die Entwicklung der Formel 1 in höchsten Tönen Zoom

"Der gesunde Menschenverstand hat sich wirklich durchgesetzt", sagt Brundle der englischsprachigen Globalausgabe von 'Motorsport.com': "So sehe ich das, denn man konnte nicht einfach weiterhin Millionen von Euro ausgeben, nur um zwei Rennautos fahren zu lassen. Es musste aussortiert werden."

Brundle spielt damit auf die Einführung der Budgetgrenze in Höhe von 145 Millionen Dollar an, die seit diesem Jahr gilt. Die Corona-Pandemie und die daraus resultierenden Existenzängste gleich mehrerer Teams hätten die Handlungen in der Formel 1 aber noch einmal zusätzlich beschleunigt, glaubt Brundle.

"Ich denke, die Pandemie hat die Aufmerksamkeit einiger wichtiger Personen darauf gelenkt, und sie haben den Job erledigt. Ich denke, es sind viele Dinge und es ist jetzt einfacher, Sponsoren und Hersteller zu finden mit einer glaubwürdigen Kostenbasis", sagt der frühere Teamkollege von Michael Schumacher.

Brundle: Liberty Media war von F1 geschockt

Vor allem der frühere F1-Geschäftsführer Chase Carey habe seit seinem Amtsantritt 2017 einen guten Job gemacht, betont Brundle. Er glaubt, dass der damals eingestiegene Vermarkter Liberty Media die Herausforderungen in der Formel 1 anfangs unterschätzt habe.


#ThinkingForward-Interview mit Juan Pablo Montoya

Das komplette Gespräch mit Juan Pablo Montoya, IndyCar-Champion, Indy-500-Sieger, Ex-Formel-1-Pilot und noch heute bei IndyCar-, IMSA- und WEC-Rennen aktiv, im Rahmen unserer Interviewreihe #thinkingforward. Weitere Formel-1-Videos

"Ich bin nicht sicher, ob sie die Formel 1 direkt verstanden haben. Ich denke, sie waren etwas geschockt. Ich nehme an, sie dachten, sie könnten in kurzer Zeit viel ändern", glaubt Brundle.

Mit den Ergebnissen seither zeigt er sich allerdings zufrieden. "Wir haben die Budgetgrenze, das Concorde-Agreement, ein ausgeglicheneres Feld, die neuen Autos im kommenden Jahr und viele weitere strukturelle Dinge, die das Racing spannender machen. So konnten zum Beispiel Racing Point und AlphaTauri im vergangenen Jahr ein Rennen gewinnen", merkt er an.

Brundle: Habe mir schon Sorgen gemacht

Dabei gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Diskussionen über Ausstiege von Herstellern und Fragen nach der Daseinsberechtigung der Formel 1. Themen wie Klimaschutz und Nachhaltigkeit rückten in den Vordergrund, der Motorsport wirkte dabei aus der Zeit gefallen.

Auch Brundle sah bereits düstere Zeiten am Horizont. "Ich hätte mir wirklich Sorgen gemacht, wenn Renault ausgestiegen wäre, oder wenn Red Bull gegangen wäre aufgrund des Ausstiegs von Honda", sagt er.

Vieles habe sich aber zum Guten gewandelt. "Williams stand auf der Kippe, aber sie haben neue Geldgeber gefunden. Force India stand ebenfalls schlecht da, aber sie sind jetzt Aston Martin. Viele kluge Leute kommen, ebenso neue Sponsoren und viele aufregende, junge Fahrer", schwärmt Brundle.


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Sein Fazit zum Ist-Zustand der Formel 1 fällt daher sehr positiv aus. "Ich denke, sie ist in einem sehr guten Zustand. Wie gesagt, vor fünf Jahren war ich sehr besorgt über verschiedene Dinge. Aber Bahrain hat meine Zuversicht unterstrichen", sagt Brundle.

Wolff: Beste Formel 1 seit ich dabei bin

Ähnlich sieht es auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff. "Ich denke, die Formel 1 ist ein toller Ort für Unterhaltung auf der Strecke und politische Kämpfe abseits der Strecke, die schon immer Teil der Erzählungen in der Formel 1 waren", sagt der Österreicher der englischsprachigen Globalausgabe von 'Motorsport.com'.

Auch der Deal mit dem Streaminganbieter Netflix helfe dabei, den Sport wachsen zu lassen, meint Wolff über die aktuelle Phase der Formel 1: "In meinen zehn Jahren ist es die beste, die ich gesehen habe."

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