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  • 05.09.2014 · 15:47

  • von Jonathan Noble (Haymarket)

Briatore: Nicht meine Aufgabe, die Formel 1 zu retten

Flavio Briatore wird sich an einer attraktiveren Gestaltung Formel 1 nicht beteiligen, würde aber als erstes das Kostenproblem angehen

(Motorsport-Total.com) - Der ehemalige Renault-Teamchef Flavio Briatore streitet ab, eine Rolle dabei zu spielen, die Formel 1 attraktiver zu gestalten, obwohl er der Meinung ist, die momentane Situation sei "absolut irrwitzig". Anfang dieses Sommers wurde Briatore eingeladen, einer Arbeitsgruppe um Bernie Ecclestone beizutreten, die daran arbeiten soll, die Formel 1 näher an den Fan zu bringen. Das Treffen fand jedoch nie statt und am Rande des Grand-Prix-Wochenendes in Monza betont Briatore, dass die Probleme der Königsklasse lieber von den aktuellen Teams behandelt werden sollten.

"Die Teams sollten sich um eine Lösung kümmern", so Briatore. "Die Teamchefs haben genug Einfluss, um sich den Problemen anzunehmen. Es ist nicht nötig, dass sich jemand von außen einmischt. Ich denke, die Teams sollten sich zusammensetzen und die Dinge verbessern."

Briatore war während seiner Zeit in der Formel 1 bekannt dafür, stets mehr Spektakel zu fordern. Mit Blick auf die neuen Regeln in diesem Jahr glaubt er, die Königsklasse habe aufgrund der Diskussionen um die Technologien und der außer Kontrolle geratenen Kosten an Beliebtheit eingebüßt.

"Es ist eine neue Formel 1", sagt er. "Vielleicht ist sie besser, aber viele Leute verstehen sie einfach nicht mehr. So einfach ist das. Die Formel 1 sollte sich um das Rennen drehen, den Event an sich. Und worüber reden wir? Wir reden nur über Teile der Technologie. Das interessiert die Leute nicht. Die Leute interessieren die Kämpfe zwischen den Fahrern, die wollen keine 60 Qualifyingrunden am Stück sehen."

Lewis Hamilton, Nico Rosberg

Die Freie-Fahrt-Philosophie von Mercedes gefällt Flavio Briatore Zoom

Auf die Frage, was Briatore denn ändern würde, antwortet er: "Einiges. Zuerst die Kosten, die sind absolut irrwitzig. Bei den derzeitigen Kosten kann sich keine Privatperson erlauben, in die Formel 1 einzusteigen. Das ist unmöglich. Wir reden da von einem Budget von 250 bis 300 Millionen Euro. Das ist doch total verrückt. Aber so sieht es aus. Und nachdem du 300 Millionen Euro investiert hast, musst du am Sonntag dann Benzin sparen, Reifen sparen... Als nächstes muss du noch Overalls sparen."

Ein Aspekt der derzeitigen Formel 1 läuft laut Briatore aber genau richtig - die Art und Weise, wie Mercedes Nico Rosberg und Lewis Hamilton kämpfen lässt: "Das ist gut für die Formel 1. Es sollte immer um den Kampf zwischen den Fahrern gehen. Das ist gut für die Zuschauer vor dem Fernseher und die Fans an der Strecke."

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