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  • 28.10.2012 · 12:20

  • von Felix Matthey

Brawn: "Zweite Saisonhälfte war schmerzhaft"

Laut Mercedes-Teamchef Ross Brawn sei vor allem die zweiten Saisonhälfte 2012 eine große Enttäuschung gewesen - Vorbereitung auf 2014 laufen bereits an

(Motorsport-Total.com) - Die aktuelle Saison verläuft für das Mercedes-Werksteam alles andere als zufrieden stellend. Nach anfänglichen Erfolgen - Nico Rosberg gewann beim dritten Saisonrennen in Shanghai zum ersten Mal seit 1955 wieder einen Grand Prix für die Silberpfeile - verloren die Stuttgarter zunehmend an Boden. Lichtblicke wie die Qualifying-Bestzeit in Monte-Carlo und der dritte Platz von Michael Schumacher in Valencia bildeten eher die Ausnahme.

Ross Brawn (Mercedes-Teamchef)

Ross Brawn glaubt, dass Veränderungen im Team Zeit benötigen, bis sie fruchten Zoom

Was Updates am F1 W03 anbetrifft, war man ebenfalls nicht mit den Spitzenteams auf gleicher Höhe, versäumte man es doch, das bei anderen Teams bereits eingeführte Coanda-Auspuffsystem rechtzeitig einzusetzen. Speziell in der zweiten Saisonhälfte, nach dem erwähnten Podiumsplatz in Valencia, ging es für Mercedes leistungstechnisch bergab. Zuletzt ging man sowohl in Japan als auch in Südkorea leer aus und geriet immer mehr gegenüber Sauber ins Hintertreffen, die nur noch 20 Punkte zurück liegen.

"Die zweite Saisonhälfte war schmerzhaft", erklärt Teamchef Ross Brawn im Gespräch mit 'Formula1.com'. "Das war umso frustrierender, weil unsere erste Saisonhälfte so viel versprechend verlief, wir erzielten ein paar gute Resultate." Eine mangelnde Zuverlässigkeit habe laut Brawn dazu geführt, dass man in der ersten Saisonhälfte einige Punkte liegengelassen habe: "In der zweiten Hälfte waren wir dann einfach zu langsam."

Den Gründen sei man allerdings auf den Grund gegangen und habe infolge dessen einige Umstrukturierungen im Team vorgenommen: "Es braucht aber einige Zeit, bis diese Veränderungen Wirkung zeigen, vor allem was die Änderungen in der Aerodynamik-Abteilung angeht", sagt Brawn. Ein derartiger Leistungseinbruch sei laut des 57-Jährigen vor allem in einer Saison wie der diesjährigen folgenschwer: "Manchmal kann eine Zehntelsekunde schon den großen Unterschied ausmachen. Wir müssen sicherstellen, dass uns das 2013 nicht noch einmal passiert."

Entwicklungen für 2014 laufen bereits an

Die nächstjährige Saison 2013 muss für die Teams als Übergangssaison angesehen werden. Denn im darauf folgenden Jahr wird die Formel 1 ein neues Motorenreglement erhalten: Die Aggregate werden fortan nur noch über sechs statt acht Zylinder, sowie über einen Mono-Turbolader verfügen. Zudem wird der Hubraum auf 1,6 Liter begrenzt sein.

Nico Rosberg

Der Mercedes F1 W03 ist in vielen Bereichen nicht gut genug Zoom

Aufgrund dieses anstehenden Übergangsjahres begann Mercedes bereits jetzt damit, sich auf die umfangreichen Neuerungen im Jahr 2014 vorzubereiten, wie Brawn verrät: "Wir werden uns allerdings noch bis Februar oder März mit dem Auto für 2013 beschäftigen. Anschließend kümmern wir uns dann um zwei Programme: Um das für 2013 und das für 2014." Bereits in der aktuellen Saison verfolgte Mercedes, wie übrigens fast alle anderen Teams, ein solches Doppelprogramm.

Für die Zukunft gibt sich Brawn schon einmal zuversichtlich: "Es wird sich zeigen, welch große Rolle die technischen Neuerungen spielen werden. Das Team hat zu Saisonbeginn bereits am Erfolg gerochen und sie wollen mehr davon. Nicht zu vergessen die große Leistungsbereitschaft unserer Marke und des Vorstands."

Schumacher hatte großen Anteil an den Entwicklungen

Einen Einschnitt wird Mercedes aber bereits 2013 erfahren, zumindest in personeller Hinsicht: Lewis Hamilton wird die Nachfolge von Michael Schumacher antreten, der seit 2010 für Mercedes fuhr. Sportlich lief es in dieser Zeit für den Deutschen größtenteils eher enttäuschend. Sein Anteil an den Entwicklungen des Teams könne laut Ross Brawn gar nicht hoch genug geschätzt werden.


Fotos: Mercedes, Großer Preis von Indien


"Ich hoffe, dass, wenn wir eines Tages unsere Ziele erreichen, die Leute sehen werden, welchen Anteil Michael daran trägt - nämlich einen sehr großen", lobt Brawn die Arbeit seines langjährigen Freundes, mit dem er zuvor schon bei Benetton und Ferrari erfolgreich zusammen gearbeitet und sieben WM-Titel geholt hatte. "Egal, wohin für uns die Reise von hier geht, Michael wird immer einen Teil dazu beigetragen haben. Seine Arbeit mit den Ingenieuren in der Fabrik half dabei, das Team zu formen."

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