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Bottas: Ich bin nur in der Formel 1, um Weltmeister zu werden

Er ist aktuell Vierter in der Fahrerwertung, doch damit will sich Valtteri Bottas über kurz oder lang nicht zufriedengeben - Das Ziel ist der Weltmeistertitel

(Motorsport-Total.com) - Nach zweijähriger Vorbereitung als Testfahrer kam Valtteri Bottas als Stammfahrer bei Williams zum Einsatz. Im vergangenen Jahr zahlte er noch reichlich Lehrgeld. Doch bereits in diesem Jahr mischt der Finne ganz vorne mit. Zwei zweite und drei dritte Plätze stehen für den 25-Jährigen zu Buche. Doch der Williams-Fahrer ist damit noch nicht ganz zufrieden: "Das ist schon gut aber nichts, über das man viel nachdenkt", so der bescheidene Bottas gegenüber 'Lance!'.

Doch mit diesem Ergebnis lässt er bisher immerhin Weltmeister wie Sebastien Vettel, Fernando Alonso und Jenson Button hinter sich. "Klar gefällt mir das, aber ich denke da nicht ständig daran. Vielmehr konzentriere ich mich auf die Arbeit bei Williams." Und die macht der Finne in dieser Saison richtig gut. Nach einer durchwachsenen Saison 2013 startet der Blondschopf in dieser Saison voll durch. Mit 155 Punkten in der WM hat er fast doppelt so viele wie sein Teamkollege Felipe Massa. "Allerdings muss man auch bedenken, dass Felipe dieses Jahr sehr viel Pech hatte und dadurch auch viele Punkte verloren hat."

Doch dass es so gut läuft, war vor der Saison nicht unbedingt zu erwarten. "Die gefahrenen Zeiten bei den Tests zählen nicht unbedingt, denn man weiß nie, mit welchen Einstellungen die anderen Teams testen. Deswegen sollte man nicht allzu viel auf den ersten Eindruck geben." Doch spätestens beim ersten Rennen in Australien merkte das Team, was für ein guter Wurf den Williams-Ingenieuren gelungen war: "In Melbourne haben wir das Potenzial des Autos gesehen. Da wussten wir dann mehr oder weniger schon, welche Ziele wir uns für die Saison setzen", so Bottas.

Bottas: "Haben den Höhepunkt noch nicht erreicht"

"Im Vergleich zum Auto im vergangenen Jahr spürte ich, dass alles gut zusammenarbeitete. Von der Aerodynamik her war das Auto nicht schwierig zu fahren und das ist immer ein gutes Zeichen", erklärt der Finne. "Wir haben das Auto die ganze Zeit verbessert. Unser letztes Update gab es in Suzuka und wir hatten bis dahin in fast jedem Rennen etwas Neues. Das Auto hat sich also zusammen mit dem Team kontinuierlich verbessert. Wir haben den Höhepunkt noch nicht erreicht, aber wir arbeiten daran."


Fotos: Valtteri Bottas, Großer Preis von Brasilien


Auch in Hinblick auf die kommende Saison ist Bottas zuversichtlich, will sich aber noch nicht als Titelkandidat bezeichnen: "Wir werden uns verbessern und können um bessere Positionen fahren. Aber es ist nicht einfach, um den Titel zu kämpfen. Mercedes und Red Bull sind sehr stark. Natürlich wollen wir Champion werden, aber wir dürfen das nicht überstürzen." Deswegen laute das Ziel laut Bottas vorerst, die Ergebnisse aus diesem Jahr auch in der kommenden Saison zu wiederholen.

Dabei kann der Finne auch wieder auf seinen brasilianischen Teamkollegen setzen. Massa wird auch im nächsten Jahr im zweiten Auto von Williams Platz nehmen. Es wird also nicht einfacher für den 25-Jährigen: "Wir sind beide sehr stark und wollen vor dem anderen sein. Aber wir können damit umgehen, auch mal hinter dem anderen zu sein. Ich bin sehr glücklich, dass ich mit Felipe in diesem Jahr zusammenarbeiten kann und das auch im nächsten Jahr wieder werde."

Bottas: "Daniel Ricciardo ist einer der härtesten Gegner"

Dabei gilt es unter anderem auch wieder, den in dieser Saison stark auftrumpfenden Daniel Ricciardo zu schlagen. Den Australier kennt Bottas bereits aus der Formel Renault. Dort fuhren beide 2008 um den Titel: "Wir kämpften bis zum letzten Rennen in Barcelona. Ich wurde Champion und er Vize. Er ist einer der härtesten Gegner, die ich jemals hatte. Entsprechend toll waren die Kämpfe, die wir in Silverstone dieses Jahr hatten.

"Brasilien ist so ziemlich das genaue Gegenteil zu Finnland." Valtteri Bottas

Mit Blick auf Brasilien freut sich der Finne auf die Abwechslung: "Es ist fast das komplette Gegenteil zu Finnland. Die Menschen dort sind sehr offen, sprechen laut und zeigen ihre Emotionen. Ein Ort wie Sao Paulo, wo viele Menschen auf engstem Raum zusammenkommen, ist so ziemlich das genaue Gegenteil zu Finnland. Deswegen ist es auch so schön, dort hin zu kommen."

Und auch auf das Rennen freut sich der Williams-Fahrer: "Die Strecke ist gut zu fahren. Ich habe hier viele Fans und bekomme deswegen tolle Unterstützung von ihnen. Für einen Finnen sind die Rennen in Ungarn, Japan und Brasilien immer diejenigen, wo sie am meisten angefeuert werden", freut sich Bottas auf das Rennen in Sao Paulo.