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  • 10.06.2001 · 12:03

BMW: Gute Halbzeitbilanz - 2003 um den WM-Titel kämpfen

Die BMW-Motorsportdirektoren blicken auf die erste Saisonhälfte im zweiten Jahr für BMW nach dem Comeback zurück

(Motorsport-Total.com/sid) - Ein Sieg, dreimal in der ersten Startreihe und als dritte Kraft etabliert: BMW-Williams hat mit Hoffnungsträger Ralf Schumacher im zweiten Jahr nach der Formel-1-Rückkehr die eigenen Erwartungen übertroffen. Entsprechend positiv fällt die Halbzeit-Bilanz der Münchner nach acht Rennen der Saison 2001 aus. "Wir sind ein Jahr vor dem Zeitplan, den wir für unser Projekt aufgestellt haben. Mit dem ersten Sieg haben wir schon das vierte von fünf Zielen erreicht. Jetzt fehlt nur noch der WM-Titel", sagte BMW-Motorsport-Direktor Dr. Mario Theissen in Montreal im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst.

Ralf Schumacher

Ralf Schumacher überraschte am Samstag mit Startplatz 2

Theissen freut besonders, dass der Sieg von Ralf Schumacher am 15. April in Imola kein Zufallsprodukt war. Durch diesen Erfolg ist zwar die Erwartungshaltung gestiegen, gleichzeitig brachte er aber auch Ruhe ins Team, meint der mit dem ehemaligen Grand-Prix-Fahrer Gerhard Berger gleichgestellte Motorsportchef.

Berger, am 12. Oktober 1986 in Mexiko der letzte BMW-Sieger vor Ralf Schumacher, gibt die Richtung vor: "Wir wollen im nächsten Jahr aus eigener Kraft konstant Rennen gewinnen. Wenn wir 2003 in der Lage sind, um den WM-Titel zu kämpfen, wäre das perfekt." Trotz der Freude über das bisherige Abschneiden warnt der Österreicher: "Ich kenne das Geschäft und weiß, dass sich der Wind schnell drehen kann. Da ist man plötzlich nicht mehr vor, sondern hinter dem Zeitplan."

Entscheidenden Anteil am Erfolg haben laut Theissen die Fahrer Ralf Schumacher und Juan-Pablo Montoya (Kolumbien): "Neben Motor, Chassis und Reifen haben beide eine Schlüsselposition. Ralf ist einer der besten vier Piloten in der Formel 1. Vom Talent her spielt Montoya in derselben Liga. Beide sind erst 25 Jahre. Ich denke, es gibt keine vergleichbar gute Ausgangsposition, was die Fahrerpaarung angeht."

Da ist es verständlich, dass BMW-Williams den zum Saisonende 2002 auslaufenden Vertrag mit "Schumi II" so schnell wie möglich verlängern möchte. Theissen: "Mich würde es sehr freuen, wenn es bald zu einer längerfristigen Verpflichtung kommt. Wenn wir das in diesem Sommer schaffen, würde das Ruhe bringen und das ganze Team motivieren." Das letzte Wort hat Teamchef Frank Williams, so der BMW-Motorsport-Direktor: "Wir sagen unsere Meinung, aber den Vertrag schließt Williams ab."

Dass Ralf Schumacher auch mit anderen Teams verhandelt, sieht Theissen nicht als Poker um eine höhere Gage. Vielmehr sei es das Bestreben des Fahrers, frühzeitig klare Verhältnisse für die Zukunft zu schaffen. Der BMW-Sportchef geht davon aus, dass Ralf Schumacher bleibt: "Wir können ihm das Paket bieten, mit dem er Rennen gewinnen und sich darauf einstellen kann, auch mal den WM-Titel zu holen."

Aus eigener Kraft sei BMW-Williams auf sehr schnellen Strecken mit langen Geraden siegfähig, sagt Theissen: "Deshalb sollten wir in Hockenheim, Spa und Monza gute Chancen haben." Es ist aber nicht der Anspruch, nur die dritte Kraft zu sein, sondern auch die Lücke zu den Top-Teams Ferrari und McLaren-Mercedes zu schließen: "Das haben wir in diesem Jahr in einzelnen Rennen geschafft, aber wir sind noch nicht konstant genug." Dass es besonderen Spaß macht, den deutschen Rivalen Mercedes zu besiegen, ist ein Märchen, versichert Berger: "Wir sind in der Formel 1, um alle zu schlagen. Wir haben keinen Lieblingsgegner."

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