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  • 31.03.2006 · 06:15

Bestzeit für Davidson bei Rutschpartie im Albert Park

Anthony Davidson war am Freitag in Melbourne Schnellster der Testfahrer - Button Vierter, Schumacher Sechster bei Dreherorgie am Nachmittag

(Motorsport-Total.com) - Während des ersten Freien Trainings erinnerte die Stimmung im Albert Park eher an ein lahmes Picknick unter Freunden, doch in der zweiten Session am Nachmittag wurde von den elf Teams und 28 Piloten richtig Action geboten: Nach 60 Minuten voller Ausritte und Dreher hatte unterm Strich mit Anthony Davidson der Topfavorit seine Nase vor allen anderen.

Anthony Davidson

Anthony Davidson fuhr trotz eines Ausritts kurz vor Schluss Freitagsbestzeit

Der Honda-Testpilot spulte bei etwas mehr als 20 Grad und extrem rutschiger Fahrbahn 28 Runden ab und war damit wieder einer der fleißigsten Arbeiter. Seine Bestzeit von 1:26.822 Minuten erzielte Davidson nach einem Fahrfehler erst in der zweiten Runde mit seinem frischesten Reifensatz, was jedoch auch für seinen nächsten Verfolger, Alexander Wurz (Williams-Cosworth/27 Runden), galt, der lediglich eine Hundertstelsekunde Rückstand hatte.#w1#

BMW Sauber F1 Team mit guten Ansätzen

Dritter wurde BMW Sauber F1 Team Testpilot Robert Kubica, der nach seinem Motorschaden am Vormittag gut in Fahrt kam und lediglich 0,378 Sekunden auf die Bestzeit verlor, obwohl er 25 Runden lang den Eindruck vermittelte, eine gute Pace gehen zu können, was speziell Jacques Villeneuve (12./+ 1,618/22 Runden), der heute Nacht allerdings den Motor wechseln muss, immer wieder mit starken Zwischenzeiten bestätigen konnte.

Als bester Stammfahrer klassierte sich Jenson Button (Honda/+ 0,391/12 Runden) vor Fernando Alonso (Renault/+ 0,621/14 Runden), Michael Schumacher (Ferrari/+ 0,863/16 Runden) und Kimi Räikkönen (McLaren-Mercedes/+ 0,951/16 Runden). Die Topteams präsentierten sich also allesamt auf einem vergleichbaren Niveau, wobei tendenziell die Bridgestone-Fraktion angesichts der kühleren Bedingungen etwas mehr Probleme hat als die Konkurrenz von Michelin.

Unzählige Ausrutscher durch niedriges Gripniveau

Charakterisiert wurde die Session durch das niedrige Gripniveau, welches immer wieder Ausrutscher und Dreher verursachte. Dem zum Opfer fielen vor allem Vitantonio Liuzzi (24./Toro-Rosso-Cosworth/+ 3,912/14 Runden), der sein Auto nach einem selbst verschuldeten Dreher heckseitig leicht gegen die Barrieren setzte, und Christijan Albers (25./MF1-Toyota/+ 4,008/18 Runden), der sich harmlos drehte, dabei aber die Felge rechts hinten beschädigte.

Ralf Schumacher

Ralf Schumacher leistete sich als einer von vielen Fahrern einen Ausritt Zoom

Insgesamt wurden um die 20 Ausritte registriert, von denen fast alle Fahrer betroffen waren. Schadlos hielten sich jedoch die Deutschen Nick Heidfeld (15./BMW Sauber F1 Team/+ 2,231/5 Runden), der erst in den letzten Minuten auf die Strecke ging, und Nico Rosberg (22./Williams-Cosworth/+ 3,111/11 Runden), der wegen der Motorenschonung kaum Gelegenheit hatte, die für ihn neue Strecke im Albert Park genau einzustudieren.

Pech hatte Lokalmatador Mark Webber, der zehn Runden absolvierte und mit 2,038 Sekunden Rückstand 14. wurde, aber zwischendurch von einem Softwareproblem behindert wurde, welches sich von selbst erledigt haben dürfte. Ansonsten traten heute Nachmittag keine nennenswerten technischen Probleme auf, sieht man einmal von den üblichen Wehwehchen beim noch jungen und unerfahrenen Super-Aguri-Honda-Team ab.

Toyota mit einem katastrophalen ersten Trainingstag

Für Toyota zeichnet sich wegen der kühlen Temperaturen nach dem soliden Auftritt in Malaysia das nächste triste Wochenende ab, denn Ralf Schumacher (16 Runden) kam als 18. mit 2,557 Sekunden Rückstand nicht wirklich über das hintere Drittel des Klassements hinaus und auch sein Teamkollege Jarno Trulli (16./+ 2,316/20 Runden) war nur unwesentlich schneller. Schwacher Trost: Diesmal kämpfen alle Bridgestone-Teams damit, die Pneus auf Temperatur zu bekommen...

Nur phasenweise aufblitzen lassen konnten die beiden Red-Bull-Teams, grundsätzlich gab es im Mittelfeld aber keine großen Überraschungen. Damit zeichnet sich auch in Australien ein Mehrkampf mit drei bis vier Teams an der Spitze ab, wobei es aus deutscher Sicht tendenziell etwas schlechter aussieht als noch vor zwei Wochen. Ein klarer Topfavorit auf den Sieg am Sonntag kristallisierte sich heute im Albert Park jedenfalls noch nicht heraus...