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Beruf Formel-1-Fahrer: Webber und der lebendige Traum

Red-Bull-Pilot Mark Webber erinnert sich, wie er früher seine eigenen virtuellen Rennen kommentiert hat, und beschreibt die Einzigartigkeit im Cockpit

(Motorsport-Total.com) - "Die Vibrationen durch meine Arschbacken, der Geruch des Benzins, die Direktheit des Motors - man liebt es einfach nur." Mark Webber erinnert sich noch genau an seine erste Ausfahrt mit einem Formel-1-Boliden. Wovon viele Fans ihr Leben lang träumen, wurde für den Australier Wirklichkeit. Der 36-Jährige lebt den Traum Formel-1-Rennfahrer zu sein. Mittlerweile hat der Red-Bull-Pilot über 200 Grands-Prix auf dem Buckel. Doch müde von dem Gefühl wird er noch lange nicht.

Mark Webber

Am liebsten würde Mark Webber den Helm wohl gar nicht absetzen Zoom

"Man will gar nicht wieder zurück in die Box kommen, sondern draußen bleiben", schildert er seine Gedanken während der Ausfahrt auf der Strecke. "Man sieht die kleinen Randsteine, denkt man sei Alain Prost, und versucht sanft um die Randsteine zu kommen - wie die eigenen Helden", schwärmt der Australier, der in seiner Karriere für Minardi, Jaguar, Williams und Red Bull gefahren ist, von seinem Job.

Schon in frühester Kindheit manifestierte sich bei Webber der Berufswunsch Rennfahrer, doch zunächst war der Australier im Motocross-Bereich unterwegs, bis er 1991 in den Kartsport wechselte. Als Sohn eines Motorradhändlers war der Weg quasi vorgezeichnet. Auch heute noch begleitet ihn sein Vater Alan Webber zu den Rennen dieser Welt. Doch im Gegensatz zu früher, muss er heute nicht mehr gegen sich selbst auf einer selbstgebauten Strecke fahren.


Mark Webber und der Traum von der Formel 1

Er erinnert sich an die frühe Zeit zuhause: "Als ich auf unserer Farm Motorrad gefahren bin, habe ich selbst dazu kommentiert", erzählt er. "Ich war natürlich der einzige Fahrer im Rennen, aber ich habe dazu kommentiert, also ob ich in Führung wäre und mich jemand verfolgen würde, den ich aber hinter mir halten kann. Ich wusste einfach: Das ist meine Welt."

Das hat sich auch mehr als zwanzig Jahre später nicht geändert. "Wenn die Reifendecken vom Auto kommen, und mir mein Mechaniker den Wink aus der Garage gibt, ist es das Zeichen: Er ist, das Auto ist bereit - nun ist es dein Job. Das ist ein unglaubliches Gefühl. Der Traum lebt zu diesem Zeitpunkt absolut." Wie lange Webber den Traum der Formel 1 noch leben kann ist unklar, vielleicht wird er sich schon am Ende des Jahres in eine neue Richtung verabschieden. Doch dem Motorsport ganz entsagen, das wird er mit Sicherheit nicht.