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Bernie Ecclestone warnt Mercedes: "Stallorder wäre nicht gut!"

Der Formel-1-Boss mischt sich in den Mercedes-Zoff zwischen Nico Rosberg und Lewis Hamilton ein und fordert von Toto Wolff: "Lass sie weiter frei fahren"

(Motorsport-Total.com) - Schon bevor die Formel 1 am kommenden Freitag beim Grand-Prix-Wochenende in Silverstone das erste Mal auf die Strecke geht, wird es spannend. Die große Frage lautet: Was macht Mercedes? Nach dem neuerlichen Silber-Crash zwischen Nico Rosberg und Lewis Hamilton am vergangenen Wochenende beim Großen Preis von Österreich bitten die Mercedes-Verantwortlichen ihre Piloten zum Krisen-Gespräch. Dessen Ausgang ist völlig offen - von einer letzten Gnadenfrist über eine Geldstrafe bis zur Androhung einer Suspendierung im Wiederholungsfall stehen viele Spekulationen im Raum.

Toto Wolff, Bernie Ecclestone, Paddy Lowe

Bernie Ecclestone warnt Toto Wolff (l.) und Paddy Lowe vom Mercedes-Team Zoom

Mit der Faust in der Tasche hatte Mercedes-Teamchef Toto Wolff unmittelbar nach den Ereignissen von Spielberg sogar angedroht, künftig eine Teamorder auszugeben. Kommt also der von oben verordnete Nicht-Angriffspakt zwischen den erbitterten silbernen Rivalen, damit sie sich nicht mehr gegenseitig ins Auto fahren? Fast alle Motorsport-Fans hoffen, dass die Verantwortlichen der Weltmeistermannschaft von diesem Schritt absehen. Jetzt hat sich sogar Formel-1-Boss Bernie Ecclestone höchstpersönlich in die Mercedes-Fehde eingeschaltet und sagt: "Lasst sie fahren!"

Der 85-jährige Chefpromoter erzählt in der englischen Tageszeitung 'The Telegraph', dass er mit Wolff gesprochen habe: "Ich habe ihm gesagt: Lass ihnen freie Hand. Wir haben Rennkommissare für solche Zwischenfälle, da ist es nicht nötig, dass das Team über den Ausgang eines Rennens entscheidet", spricht Ecclestone den Fans aus der Seele. "Wenn Lewis gewinnt, dann lasst ihn. Ebenso Nico. Aber mischt euch nicht ein", so seine Forderung an die Mercedes-Verantwortlichen.

"Ich habe Toto Wolff gesagt: Lass ihnen freie Hand." Bernie Ecclestone

Der Brite befürchtet vor dem Großen Preis von England, dass es erneut zu einer Stallregie-Debatte in der Formel 1 kommen könnte, wie sie Anfang der 2000er-Jahre durch das Verhalten von Ferrari ausgelöst wurde. Der italienische Rennstall setzte damals - mit Erfolg - alles auf seinen Starpiloten Michael Schumacher. Dessen Teamkollege Rubens Barrichello wurde wiederholt zurückgepfiffen, um Schumacher freie Fahrt zu seinen Weltmeistertiteln zu ermöglichen.


Fotostrecke: Der Mercedes-Crash in Barcelona

Auch in den folgenden Jahren löste ein Eingreifen des Teams - etwa bei Ferrari im Jahr 2010 in Hockenheim zwischen Fernando Alonso und Felipe Massa, oder bei Red Bull im Kampf zwischen Sebastian Vettel und Mark Webber - stets eine heftige Kontroverse aus. Ecclestone hofft, dass die Mercedes-Verantwortlichen daraus ihre Lehren gezogen haben: "Wir müssen sie einfach Rennen fahren lassen. Die Leute wollen nicht, dass das Team von außen eingreift. Das ist weder für den Sport, noch für die Fans gut", warnt er eindringlich.

Der Formel-1-Chef skizziert ein Szenario, dass seiner Meinung nach sowohl Mercedes, als auch der gesamten Formel 1 schaden würde: "Stellt euch vor, wenn im letzten Rennen der Saison einem der Fahrer gesagt würde, dass er nicht überholen dürfe - und dies würde dann die Weltmeisterschaft entscheiden..." So oder so kommt der Mercedes-Teamführung nun eine Rolle zu, um die man sie wohl kaum beneiden möchte. Mit Spannung werden die ersten Aussagen von Wolff, Niki Lauda und Technik-Direktor Paddy Lowe erwartet, die sich wohl am Donnerstag den Medien in Silverstone stellen werden. Fortsetzung folgt...

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