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Hamilton vs. Rosberg: Packend wie Senna vs. Prost?

Das Stallduell zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg hat mittlerweile seinen Platz in den Geschichtsbüchern sicher - Villeneuve sieht Parallelen, Prost nicht

(Motorsport-Total.com) - Erneut sind sich Nico Rosberg und Lewis Hamilton ins Auto gefahren - beim Großen Preis von Österreich 2016 gab es die zweite Teamkollision des Jahres, bei der wirklich Fetzen geflogen sind. Rechnet man die Berührung in Kanada hinzu, sogar schon zum dritten Mal in nur etwas mehr als einem Monat. So oft hat es nicht einmal zwischen Ayrton Senna und Alain Prost gekracht. Doch die Rivalität tut der Formel 1 gut, glaubt Hamilton, einer der Hauptbeteiligten.

Nico Rosberg, Lewis Hamilton

Das Duell zwischen Hamilton und Rosberg eskalierte in Österreich erneut Zoom

"Ich weiß, dass es sehr spannend war, sich den Kampf zwischen uns anzusehen. Die Fans wollen doch genau solches Racing sehen, wenn auch vielleicht nicht mit diesem Ausgang", so der dreimalige Weltmeister. Dass sich das Verhältnis zu Rosberg weiter verschlechtere, glaubt er nicht - obwohl Rosberg nach dem Rennen extrem angefressen war. "Ich denke, es wird so bleiben, wie es jetzt ist", sagt Hamilton. "Wir kämpfen um den Sieg und um die Weltmeisterschaft. Ich bin jetzt in der Wertung nicht mehr zu weit weg."

Jacques Villeneuve sieht Parallelen zur Rivalität zwischen Senna und Prost. "Es ist wie Prost und Senna bei McLaren: Irgendwie haben beide Unrecht", sagt der Weltmeister von 1997. "Beide riskieren lieber einen Crash, als dem anderen mehr Punkte zu gönnen. Warum? Weil ihnen Ferrari und Red Bull egal sind. Und das ist die große Gefahr." Seines Erachtens sind diese beiden Teams aber nicht weit genug weg, als sich Hamilton und Rosberg das leisten könnten.

Kritischer als Duell mit Alonso

Alain Prost selbst hatte sich bereits zur Rivalität geäußert und glaubt nicht, dass sie vergleichbar wäre. Zu unterschiedlich seien einfach die Zeiten, zu denen die teaminternen Kriege stattfanden, zu unterschiedlich die gesamte Herangehensweise. Und die letzte Eskalationsstufe fehlt noch immer: Ein Krieg über die Medien, wie ihn Senna und Prost lange ausgefochten haben. Das weiß jedoch Mercedes im Falle Rosberg und Hamilton zu verhindern. Und meist werden Rivalitäten ohnehin erst im Nachhinein so hochgepusht wie im Falle Prost vs. Senna.


Fotostrecke: GP Österreich, Highlights 2016

Für Hamilton ist es nicht das erste Mal, dass er in einen Stallkrieg verwickelt wird. In seiner Rookiesaison 2007 lieferte er sich einen knallharten Kampf mit Fernando Alonso bei McLaren. Er sieht sich gegenüber dieser Zeit aber auf die Gesamtsituation gesehen im Nachteil: "Damals hatten wir dieselben Möglichkeiten und unsere Autos waren zuverlässig. Wir hatten keine Probleme und haben es auf der Strecke ausgefahren."

Das sei nun anders: Hamilton hat aufgrund seiner Motorenprobleme zu Beginn der Saison bereits einen großen Nachteil: "Mit Nico kämpfe ich auch hart, aber das Bild ist ein anderes: Er liegt vorn und hat noch vier Motoren, während ich dahinter mit einem Motor liege. Deshalb ist die Situation für mich noch schwieriger, da jeder Punkt mehr als sonst zählt."

Und hinsichtlich Senna und Prost: Wer sein Liebling war, daraus hat Hamilton nie ein Geheimnis gemacht. "Senna war immer mein Favorit", sagt er auch diesmal.