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Barrichello: "Meine Titelchancen sind hier besser"

Der Brasilianer zeigt sich mit seinem jüngsten Saisonverlauf sehr zufrieden, blickt optimistisch nach Monza und sieht seine Titelchancen intakter als zuvor

(Motorsport-Total.com) - Wer Rubens Barrichello kennt, der weiß, dass der Brasilianer nie aufgibt. Kein Wunder also, dass der Brawn-Pilot nach zwei Rennen, in denen er seinem Teamkollegen insgesamt zehn Punkte Vorsprung abknöpfen konnte, so richtig Blut geleckt hat. Der Sieg beim Großen Preis von Europa in Valencia hat natürlich ebenso als Motivationsspritze gedient wie das schwache Abschneiden Jenson Buttons in den vergangenen Rennen.

Rubens Barrichello

Rubens Barrichello hat der Optimismus wieder voll gepackt

In Spa konnte der Paulista nur zwei Punkte holen, weil er mit technischen Problemen beim Start kaum vom Fleck kam - dennoch kämpfte er sich bis auf den siebten Rang nach vorn während Teamkollege Button noch mehr Pech hatte und in der ersten Runde von der Strecke geräumt wurde. Nun hat "Rubinho" bei noch verbleibenden fünf Rennen 16 Punkte Rückstand. "Wegen des Starts habe ich über Funk ein wenig geflucht", meint Barrichello. "Natürlich ist man immer verärgert, wenn Dinge wie diese passieren."

In den letzten beiden Runden kam es für den Rennfahrer noch dicker, als sein Auto plötzlich Rauchzeichen von sich gab, wie er im Interview mit der 'Press Association' erklärt: "Ich betete einfach alles runter, was ich in jeder Sprache konnte, und das funktionierte..."#w1#

"Es ist positiv, dass meine Saison in Gang gekommen ist", so Barrichello. "Was den Druck betrifft, den machst du dir in deinem eigenen Kopf. Beim Golfspielen kannst du zum Beispiel in deinem Kopf gegen jemanden spielen, aber wenn du gegen den Golfkurs spielst, dann ist die Sache schon viel einfacher. Druck wird es wohl immer geben, aber ich bin ganz cool und bin ja schon lange dabei. Es hilft, dass ich in Teams wie Ferrari war, ich gesehen habe, was passiert und das alles durchgemacht habe."

Man müsse lediglich sein Bestes geben, und dies mache er im Moment: "Ich war das gesamte Wochenende über wirklich gut, auch wenn ich angesichts der ganzen Probleme Glück hatte, zwei Punkte geholt zu haben. Was die pure Leistung betrifft, hätte ich auf dem Podium ins Ziel kommen müssen, während ich wusste, dass mein Teamkollege Probleme haben würde, in die Punkte zu kommen."

Seine Chancen auf den WM-Titel seien bei Brawn "größer" als bei Ferrari: "Das Team kann nicht sagen, dass sie einen Fahrer mehr unterstützen als den anderen, denn Red Bull ist auch mit von der Partie. Sie müssen beide unterstützen, und diesbezüglich fühle ich mich wohl. Ich habe zwar in Spa nur zwei Punkte geholt, aber das ist besser als nichts, vor allem, wenn man daran denkt, dass ich vergangenen Monat noch 26 Punkte Rückstand hatte, jetzt sind es nur noch 16."

Voller Zuversicht blickt Barrichello nun in Richtung Italien-Grand-Prix, denn er rechnet damit, dass sein Team dort stärker sein wird als Red Bull. Das Auto des österreichischen Teams hat sich auf den belgischen Geraden als nicht schnell genug erwiesen, und der Rennfahrer aus Sao Paulo glaubt zudem, dass dem Brawn die Randsteine mehr liegen als dem Red Bull.

"Unsere Autos sind über die Randsteine ganz gut. Das ist für das Rennen ein positives Vorzeichen. Wenn man alle theoretischen Fakten zusammen nimmt, dann sollte unser Auto dort stärker sein als der Red Bull. Gleichzeitig haben wir Force India das Rennen in Belgien fast gewinnen sehen, dies ist also eine Formel-1-Saison voller Überraschungen."