Barrichello gewinnt erstes Qualifying

Barrichello entschied die spannende und erfrischend ausgeglichene erste Qualifikation im Einzelzeitfahr-Modus für sich

(Motorsport-Total.com) - Ein Ferrari konnte das erste Qualifying in Melbourne für sich entscheiden, aber zur Überraschung vieler nicht Weltmeister Michael Schumacher, sondern Rubens Barrichello. Der Brasilianer gewann damit das erste Einzelzeitfahren in der Geschichte der Formel 1.

Titel-Bild zur News: Rubens Barrichello

Rubens Barrichello gewann heute das erste Einzelzeitfahren der Formel 1

Die Session begann im ungewohnten neuen Modus mit Michael Schumacher, der keine perfekte Runde erwischte. Vizeweltmeister Barrichello pulverisierte die Marke seines Teamkollegen gleich um 0,731 Sekunden und wurde anschließend nicht mehr von der Spitze verdrängt. Überbewerten darf man dieses Ergebnis aber nicht, zumal dadurch nur die morgige Startreihenfolge, nicht aber die Startaufstellung am Sonntag beeinflusst wird.

McLaren-Mercedes konnte die Doppelführung vom Freien Training nicht verteidigen, aber immerhin erreichte Kimi Räikkönen mit einer fehlerfreien Runde den zweiten Platz. Coulthard wurde Sechster mit 0,8 Sekunden Rückstand. Für die größte Überraschung des Tages sorgte aber Jacques Villeneuve (BAR-Honda), der trotz seines frühen Motorschadens am Vormittag Platz drei erreichte und damit das große Potenzial des BAR 005 unterstrich.

Auf den Positionen vier bis zehn reihten sich Michael Schumacher (Ferrari), Jenson Button (BAR-Honda), David Coulthard (McLaren-Mercedes), Fernando Alonso (Renault), Olivier Panis (Toyota), Jarno Trulli (Renault) und Juan-Pablo Montoya (BMW-Williams) ein. Eine ganz schwere Schlappe musste nur Ralf Schumacher hinnehmen, der die erste Schikane verpatzte und sich als schlechtester Michelin-Pilot mit Platz 16 begnügen musste.

Für eine positive Überraschung hätte beinahe Formel-1-Neuling Cristiano da Matta im Toyota gesorgt, der bis zur zweiten Zwischenzeit weniger als zwei Zehntelsekunden Rückstand hatte und erst mit Untersteuern in der letzten Kurve noch bis auf Rang elf zurückgereicht wurde. Nick Heidfeld belegte direkt hinter ihm Platz zwölf und entschied damit das Mönchengladbacher Duell bei Sauber-Petronas gegen Frentzen um einige Tausendstel für sich.

Unter den Erwartungen blieben die beiden Jaguar-Piloten, das Jordan-Duo Fisichella/Firman sowie Justin Wilson, der auf seinen Minardi-Teamkollegen Jos Verstappen rund eine halbe Sekunde einbüßte. Immerhin gab es keinen richtigen Abflug und keinerlei technische Probleme, was einen reibungslosen Ablauf der ersten Session im neuen Format gewährleistete.

Die Startreihenfolge erwies sich als weniger bedeutend als zunächst angenommen, die Strecke wurde vom ersten bis zum letzten Piloten kaum schneller. Ursprünglich hatte man ja angenommen, der zusätzliche Gummiabrieb könnte einen massiven Unterschied hervorrufen. Grundsätzlich scheint es sich aber um eine gelungene Änderung zu handeln, weil die Spannung ganz bis zum Schluss erhalten bleibt und jeder Fan seinen Lieblingsfahrer direkt am Bildschirm verfolgen kann.