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Auf Haas' Spuren: Wieso Toro Rosso zu Renault zurückkehrt

Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost erklärt, warum sein Team 2017 wieder auf Renault-Motoren setzen wird und welche Auswirkungen das auf das nächste Auto haben wird

(Motorsport-Total.com) - Toro Rosso wird in der kommenden Saison zu den Renault-Antriebseinheiten zurückkehren. Der Hintergrund: Die kleine Red-Bull-Truppe aus Faenza möchte es dem Haas-Team nachmachen, das diese Saison alle laut Reglement erlaubten Teile von Ferrari bezieht und damit zum Saisonstart ordentlich Punkte sammelte. "Der Hauptgrund für unsere Rückkehr zu Renault ist es, die Synergien mit Red Bull Technology besser zu nutzen", bestätigt Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost. "Dafür benötigen wir eine gemeinsame Antriebseinheit als Basis."

Carlos Sainz, Romain Grosjean

Toro Rosso lässt sich für die kommende Saison von Haas-Team inspirieren Zoom

Der Österreicher rechnet damit, dass sein Team aus dieser Lösung ordentlich Profit schlagen kann, "weil wir fast das gesamte Heck von Red Bull Technology beziehen dürfen. Da geht es um das Getriebe, die Hydraulik, auch die Aufhängungssysteme. Das wird uns helfen, um einen weiteren Schritt nach vorne zu machen."

Ehe Kundenautos 2010 in der Formel 1 verboten wurden, bezog Toro Rosso das komplette Auto von Red Bull Technology. Durch diese Dachfirma nutzte man eine Grauzone im Reglement und konnte belegen, dass der Bolide nicht von einem anderen Formel-1-Team - also in diesem Fall Red Bull Racing - gebaut worden war.

Mit diesem Konzept und Sebastian Vettel am Steuer gelang es der kleinen Truppe 2008 sogar, den Grand Prix von Italien in Monza zu gewinnen. Das Kundenauto-Verbot und eine Budgetkürzung sorgte aber schließlich dafür, dass Toro Rosso kleinere Brötchen backen musste. Zuletzt wurde aber die Liste der Teile, die Teams von einem anderen Hersteller beziehen dürfen, wieder umfangreicher. Nach dem sensationellen Haas-Einstieg möchte nun auch Toro Rosso profitieren.