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  • 08.09.2014 · 08:22

  • von Stefan Ziegler

Auf eigene Faust: Hamilton ignoriert erneut Funkspruch

Volle Attacke statt Zurückhaltung: Lewis Hamilton hat sich in Monza erneut über eine Anweisung des Mercedes-Teams hinweggesetzt, versteht das aber ganz anders

(Motorsport-Total.com) - Mercedes ordnet Zurückhaltung an, Lewis Hamilton macht genau das Gegenteil. So auch in Monza. Denn dort hat sich der britische Rennfahrer wieder einmal über eine Anweisung seines Rennstalls hinweggesetzt. Schonend fahren sollte er, stattdessen attackierte Hamilton und sicherte sich damit den Sieg beim Großen Preis von Italien. Deshalb verteidigt er sein Handeln auf der Rennstrecke.

Lewis Hamilton

In Siegerstimmung: Lewis Hamilton hat den Funkspruch missachtet und attackiert Zoom

"Nach dem Duell mit Felipe sagte mir mein Ingenieur, ich sollte mich zurückhalten. Aufgrund meiner Erfahrungen, besonders in diesem Jahr, war mir aber klar, dass das nicht zielführend wäre. Deshalb wählte ich einen anderen Weg", sagt Hamilton. Sein Auto habe sich zum Zeitpunkt des Funkspruchs ohnehin prima angefühlt. Außerdem habe er sich in einer sehr guten Angriffsposition befunden.

"Ich hatte schon im ersten Stint gemerkt, dass es auf alten Reifen schwierig war, hinter anderen Autos zu fahren. Ich wusste daher: Es gab nur eine Chance, gleich zu Beginn. Und diese Chance habe ich genutzt", meint Hamilton und stellt klar: "Ich habe keine Anweisung des Teams ignoriert." Denn, so Hamilton weiter, bei einem solchen Funkspruch handele es sich lediglich um eine Empfehlung des Teams.

Der Ingenieur gibt Tipps, aber nicht mehr?

"Ich habe eine großartige Beziehung zu meinem Ingenieur", sagt der Mercedes-Fahrer. "Er steht während eines Rennens ständig in Kontakt mit mir und leitet mich an. Verliere ich hier oder dort etwas Zeit, lässt er es mich wissen, damit ich es korrigieren kann. Das Team will genau so sehr gewinnen wie ich und versucht, mich entsprechend anzuleiten. Unterm Strich sitze jedoch ich im Auto."


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"Ich musste entscheiden, ob ich wirklich Tempo herausnehmen und die Reifen schonen wollte oder ob es anders nicht besser wäre", meint Hamilton und verteidigt seinen Kurs: "Mir war klar, dass sich eine Chance ergeben würde, wenn ich Druck aufbaue. So habe ich das auch schon in anderen Rennen gemacht." Zum Beispiel in Ungarn, wo er - in der umgekehrten Situation - ebenfalls einen Funkspruch missachtete.

Damals hatte ihn das Mercedes-Team im Rennen gebeten, den hinter ihm fahrenden Nico Rosberg vorbeizulassen, weil dieser auf einer anderen Strategie unterwegs war. Doch Hamilton tat nicht, wie ihm geheißen, sondern fuhr weiter vorneweg. Und Rosberg gelang es nicht, sich hinter Hamilton in eine Überholposition zu bringen. Was in Ungarn Hamiltons "Ausrede" zur Funkspruch-Missachtung war.

Mercedes erst konservativ, dann offener

Bei den Silberpfeilen sieht man dergleichen ganz entspannt. Paddy Lowe, der Technische Direktor des Teams, stellt den Piloten quasi einen Freifahrschein aus: "Beide Fahrer haben ein gutes Gespür dafür, wie viel sie jeweils pushen können." Er sagt aber auch: "Wir als Team haben immer eine langfristige Sicht im Rennen." Daher die taktischen Anweisungen, wie sie auch Hamilton erhalten hat.


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"Man kann eben nicht jede Runde absolut Vollgas fahren", erklärt Lowe. "Man muss die Reifen und auch die Bremsen im Auge behalten. Das gilt vor allem bei einem Rennen mit nur einem Stopp. Denn wenn man dort die Pneus frühzeitig zu sehr rannimmt, dann wird es zum Ende des Stints schwierig." Deshalb entschied sich Hamilton zum Handeln. Und reiste schließlich als Sieger aus Monza ab.

Dabei hatte sich Mercedes das Rennen eigentlich anders gedacht. "Nach dem Boxenstopp war es angesagt, bei beiden Autos die Reifen zu schonen und sie am Ende kämpfen zu lassen", sagt Mercedes-Sportchef Toto Wolff. "Wir haben uns dann umentschieden und die Fahrer darüber informiert, dass sie nutzen können, was sie wollen." Genau das hat Hamilton dann auch getan.

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