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  • 11.03.2009 · 19:24

  • von Bianca Garloff

Alonso: "Es wird ein enger Fight"

Renault-Star Fernando Alonso über die Fortschritte mit dem R29, die Aussichten auf die neue Formel-1-Saison: "Du darfst dich nicht ausruhen"

(Motorsport-Total.com) - Renault hat nach einem verkorksten Start mit dem neuen R29 offenbar die Kurve gekriegt. Vor allem mit Fernando Alonso am Steuer präsentierte sich der neue Bolide bei den zurückliegenden Testfahrten in Jerez und auch jüngst in Barcelona konkurrenzfähig. Dennoch rechnet der Spanier nicht mit einem Sieg in Melbourne (mehr zur neuen Saison in Auto Bild Motorsport). Am Rande der Testfahrten in Barcelona beschrieb der Doppelweltmeister seine Eindrücke vom aktuellen Kräfteverhältnis.

Fernando Alonso, Portimao, Autodromo Internacional do Algarve

Fernando Alonso sieht sich mit Renault noch nicht auf Spitzenniveau

Frage: "Fernando, wird die Hackordnung ähnlich sein wie 2008, also mit den Topteams erneut vorne?"
Alonso: "Nein. Ich glaube, es wird sich etwas ändern. Es wird wohl nicht mehr auf die Dominanz von Ferrari und McLaren-Mercedes hinauslaufen. Es gibt einige Teams, die ein erstaunliches Tempo zeigen, wie zum Beispiel BMW, Toyota oder Brawn. Wir werden sehen. Ich denke, es wird eine sehr offene und interessante Meisterschaft. Das gut für die Zuschauer und auch hoffentlich gut für den gesamten Sport."#w1#

Frage: "Wie findest du die jüngsten Sparmaßnahmen in der Formel 1?"
Alonso: "Sie waren einfach notwendig, wir mussten die Budgets etwas zurückfahren. In den vergangenen zehn Jahren hat man es in der Formel 1 wirklich übertrieben. Jetzt kommt alles wieder etwas in einen normalen Bereich, und das ist gut. Die Formel 1 startet fast wieder bei Null, es gibt eine Art Neubeginn. Die Teams sind sich auf dem Weg dorthin einig. Das ist gut für die Zukunft des Sports."

Gute Fortschritte mit dem Renault R29

Frage: "Du hast schon mehrfach eine Saisonvorbereitung mitgemacht. Fühlt es sich in diesem Jahr trotz der vielen Änderungen ähnlich an?"
Alonso: "Ja, es ist schon mehr oder weniger ähnlich. Die Wintertests laufen im Grunde immer gleich ab. Du kommst mit einem neuen Auto und dann zeigt sich nach und nach, wie schnell du bist. Das Gefühl ist eigentlich in diesem Jahr genauso wie in den Jahren zuvor."

"Wenn du mal eine Woche nichts tust, dann kannst du ganz schnell auf Platz 14 sein." Fernando Alonso

Frage: "Wie geht es mit eurem Auto voran?"
Alonso: "Wir haben in Jerez in der vergangenen Woche deutlich Fortschritte gemacht. Wir haben dort einige neue Teile ans Auto gebaut und die haben sich sofort bewährt. Hier in Barcelona arbeiten wir eher an Setup-Varianten. Ein Teil der Arbeit zielt auch schon auf den Grand Prix an gleicher Stelle im Mai ab. Wir sortieren da schonmal das Setup aus."

"Wir sind glücklich - mit unserem Auto und mit unserer Leistung. Wir wissen aber, dass wir nicht nachlassen dürfen. Die Rundenzeiten liegen sehr eng beieinander, es wird ein enger Kampf. Du darfst dich nicht zurücklehnen. Wenn du mal eine Woche nichts tust, dann kannst du ganz schnell auf Platz 14 sein. Wenn du aber hart arbeitest und ein bisschen mehr findest, dann kannst du ganz schnell Erster sein."

Frage: "Wie wichtig wird die Entwicklung an Freitagen am Rennwochenende sein?"
Alonso: "Natürlich wird das wichtig, weil du dann neue Teile auf der Strecke ausprobieren kannst. Gleichzeitig muss man aber sehen, dass man ja den Rennmotor im Heck haben wird. Wir haben nur acht Triebwerke für das Jahr. Du kannst also gar nicht allzu viele Runden drehen. Es wird von Fall zu Fall ein Kompromiss sein."

Keine Siegchancen in Melbourne?

Frage: "Wie groß sind die Chancen, dass du schon in Melbourne um den Sieg fahren kannst?"
Alonso: "Das wird schwierig. Auch wenn das Team viel geleistet hat, so erwarte ich doch, dass im Moment zumindest einige andere Teams einen kleinen Vorsprung haben. Zum Beispiel hatte BMW schon im November ein fast komplettes Auto auf der Strecke und KERS lief bei denen auch schon. Sie sind uns um zwei bis zweieinhalb Monate voraus. Wir werden aber kämpfen. Es ist wichtig, nach dem allerletzten Rennen der Saison einen Punkt mehr als die Konkurrenz zu haben. Das muss nicht sofort der Fall sein. Wir gehen zuversichtlich nach Melbourne, aber auch im Wissen, dass der Sieg für uns wohl schwierig wird."


Fotos: Renault, Testfahrten in Barcelona


Frage: "Wie gut seid ihr denn wirklich?"
Alonso: "Wir werden von Tag zu Tag besser. Jeden Tag finden wir ein paar Kleinigkeiten, die uns besser machen. Gleichzeitig sehen wir aber auch, was die anderen erreichen. Die Ferrari-Zeiten vom Dienstag konnten wir zum Beispiel nicht mitgehen. Auch die Brawn-Zeiten von heute können wir wohl nicht erreichen. Es gibt eben Teams, die einen sehr guten Job machen. Bei uns läuft es gut, aber wir bleiben realistisch."

Frage: "Sind die aktuellen Autos mit den neuen Einstellmöglichkeiten am Lenkrad komplizierter zu fahren?"
Alonso: "Ja, man muss sich schon überlegen, was man gerade machen will. Manchmal kann man gar nicht alles auf einmal bewerkstelligen. Nehmen wir mal zum Beispiel den verstellbaren Frontflügel. Da suchst du dir am besten eine gute Einstellung und dann rührst du das Teil nicht mehr oft an. Man hat einfach nicht die Zeit, sich um all diese Dinge gleichzeitig zu kümmern."

Frage: "Wie schätzt du die aktuelle Lage von McLaren-Mercedes ein?"
Alonso: "Ich habe dazu keine Meinung. Andere Teams interessieren mich nicht."

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