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Allison: "Auspuff wird 2013 nicht bestimmendes Thema sein"

Warum Lotus-Technikchef James Allison das Verbot der Renault-Motormappings gelassen sieht und wieso er den Auspuff dieses Jahr für überbewertet hält

(Motorsport-Total.com) - Renault hatte dieses Jahr eine Chance entdeckt, wie schon in Hockenheim 2012 Motormappings einzusetzen, die auch im Schleppbetrieb ein Anblasen des Diffusors ermöglichen. Doch die FIA machte den Franzosen einen Strich durch die Rechnung und zwingt alle Teams, die Einstellungen der zweiten Saisonhälfte einzusetzen. Mercedes-Teamchef Ross Brawn sah darin einen Nachteil für Red Bull und Lotus, die beim Auspuff auf ein anderes Design als die restlichen Teams setzen - er vermutete, dass die zwei Teams die inzwischen verbotenen Renault-Mappings in ihr Konzept mit einbezogen hatten.

Romain Grosjean, Lotus, Auspuff

Lotus setzt auf ein ähnliches Heck wie das andere Renault-Team Red Bull Zoom

Während Williams auf ein anderes Konzept setzt und behauptet, die Mappings bei den Tests gar nicht ausprobiert zu haben, will man bei Red Bull und Lotus nichts von einem Nachteil wissen. Kimi Räikkönen soll beim einmaligen Test der Mappings in einer Einführungsrunde völlig unzufrieden gewesen sein, Romain Grosjean hat sie nur am verregneten Schlusstag der ersten Barcelona-Woche ausprobiert.

Und als die FIA das Verbot aussprach, hatte man laut Lotus-Technikchef James Allison ohnehin schon herausgefunden, "dass es nicht das bezweckte, was wir wollten". Nun verwende man eben die Einstellung, die man bei allen anderen Tests benutzt habe: "Das ist dieselbe, die wir seit Südkorea verwenden, als wir den Coanda-Auspuff eingeführt haben."

Dass man nun auf das falsche Konzept des Coanda-Auspuffs setzt, weil man auf die Flaschenhals-Form verzichtet, will Allison nicht bestätigen: "Alle versuchen, energiereiche Luft in die Lücke zwischen dem Reifen und dem Unterboden zu bringen. Es gibt verschiedene Wege, die Katze zu häuten, aber alle versuchen das Gleiche. Sie wollen alle den gleichen Luftfluss zum Unterboden erzeugen."

Außerdem ist er nicht der Ansicht, dass das Auspuff-System auch dieses Jahr das entscheidende Element an den Boliden darstellten wird. Im Vergleich zu 2011, als das Zwischengas noch erlaubt, war gewinne man nur noch einen "kleinen Anteil" der Rundenzeit über den Auspuff. "Die Regeln sind seit einiger Zeit relativ stabil, daher werden wir nicht viel Neues sehen", sagt der Brite. "Es ist ein Vorteil, ein gut entwickeltes Coanda-System zu nutzen, aber es ist nicht wie 2011, wo du ohne auspuffangeströmten Diffusor pro Runde eine bis 2,5 Sekunden verloren hast. Wie man weiß, war unser Auto auch ohne dieses System nicht so schlecht. Es geht nur um wenige Zehntel."