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Ärger nach Sauber-Stallcrash: Kaltenborn spricht Machtwort

Teamchefin Monisha Kaltenborn geht mit Marcus Ericsson und Felipe Nasr nach dem Stallcrash von Austin hart ins Gericht - Die Schuld will keiner übernehmen

(Motorsport-Total.com) - In Austin feierte Sauber den 400. Grand Prix in der Teamgeschichte - und dann passiert ausgerechnet das, wovor sich jeder Teamchef - und auch jede Teamchefin - fürchtet: die Kollision der beiden Teamkollegen. Und das gleich in der Anfangsphase: Felipe Nasr kam Marcus Ericsson in der ersten Kurve zu nahe und zerstörte dabei seinen Frontflügel. Der Schwede, der später mit einem Defekt ausschied, hatte Glück, während der Brasilianer an der Box seinen Flügel tauschen ließ, dabei die ungünstigen Trockenreifen aufziehen ließ und noch weiter zurückfiel.

Monisha Kaltenborn

Monisha Kaltenborn will mit ihren Piloten ein ernstes Wörtchen reden Zoom

Am Ende gab es mit Platz neun trotz fünf Boxenstopps noch ein Happy End für Nasr, doch Teamchefin Monisha Kaltenborn drückte kein Auge zu. "Unterm Strich dürfen Dinge wie diese einfach nicht passieren", maßregelt sie Nasr und Ericsson. "Eine ordentliche und gesunde Konkurrenz ist in Ordnung, was bei uns der Fall ist, denn beide respektieren einander, aber so etwas geht nicht. Wir werden definitiv mit beiden ein ernstes Wörtchen reden. Ich bin verärgert, denn solche Fehler sollten nicht passieren. Wir sind doch viel besser als das."

Was die Schuldfrage angeht, waren sich die Fahrerlager-Experten einig: Nasrs Manöver war überoptimistisch und völlig unnötig. Der 23-Jährige versucht, seine Aktion zu rechtfertigen: "Es war gar nicht meine Absicht, ihn dort zu überholen, denn es gab gelbe Flaggen. Und auf Intermediates nehmen die Fahrer unterschiedliche Linien. Als wir dann in Kurve 1 fuhren, war ich sicher, dass er mich sieht, aber das war wohl nicht der Fall. Am Ende war ich der Leidtragende, denn mein Frontflügel war beschädigt und das hat mein Rennen beeinträchtigt."


Fotostrecke: F1 Backstage, Austin

Weil in der ersten Kurve wie von Nasr angesprochen gelbe Flaggen gezeigt wurden, rechnete Ericsson nicht damit, dass ihm sein Teamkollege plötzlich ins Auto fahren würde: "Wir hatten einen guten Kampf, und ich habe ihn im letzten Sektor überholt. Auf der Start-Ziel-Geraden war er dann direkt hinter mir, aber wegen der gelben Flaggen in der ersten Kurve dachte ich nicht, dass ich verteidigen muss. Er versuchte aber, an mir vorbeizukommen, und fuhr direkt in das Heck meines Autos. Es war Glück, dass wir nicht beide aufgeben mussten."

Der Schwede fühlt sich auch von den Videaufnahmen bestätigt: "Das TV-Material zeigt, dass er mein Auto sehr hart trifft." In der Fahrer-WM liegt Nasr mit 27 Punkten auf Platz 13 und damit deutlich vor Ericsson, der mit neun Zählern nur 18. ist. Das entspricht aber nicht unbedingt der Dynamik der Saison, denn Ericsson kam im Laufe des Jahres immer besser in Schuss. Im Qualifying-Duell, bei dem es 7:8 für Nasr steht, ist die Bilanz deutlich ausgeglichener.

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