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95.000 Zuschauer: Verband zieht positive Bilanz

Kleine Mängel, großes Publikum: Nicht alles war beim ersten Indien-Grand-Prix perfekt, aber die zufriedenen Veranstalter geben sich Mühe

(Motorsport-Total.com) - Gleich zu Beginn ein Hund auf der Strecke, Smog als Dauerbegleiter und da und dort noch organisatorisches Chaos und kleinere Baustellen, aber insgesamt dürfen die Veranstalter des Grand Prix von Indien mit dem heutigen Premieren-Event in Noida zufrieden sein. Auch mit dem Besuch: 95.000 Zuschauer sorgten für eine hervorragende Stimmung auf den Rängen.

Fans in Indien

Die indischen Fans zeigten großen Enthusiasmus für den Grand Prix Zoom

Bereits am Samstag waren geschätzte 50.000 Fans gekommen, um Narain Karthikeyan, Force India und Co. zu sehen - ein mehr als respektables Ergebnis, wenn man bedenkt, dass die teuersten Wochenend-Tribünenkarten bis zu 500 Euro kosteten. Um das in indische Relationen zu setzen: Die Arbeiter, die den Buddh-International-Circuit aufgebaut haben, kassierten einen Tagessatz von umgerechnet gut einem Euro...

Verkehrsmanagement noch mangelhaft

Laut Vicky Chandhok, Präsident des nationalen Verbandes FMSCI (Federation of Motor Sports Clubs of India), konnte Promoter Jaypee Sports International (JPSI) alle 88.000 Tribünenkarten verkaufen. Einige davon sind trotzdem leer geblieben. "Ich glaube, wir müssen uns das Verkehrsmanagement anschauen", gibt Chandhok gegenüber 'Motorsport-Total.com' zu. "Wir haben lange Staus mit Leuten, die reinkommen wollen. Die Teamchefs mussten teilweise auch warten."

In den indischen Medien wurde der Grand Prix schon seit Tagen zelebriert, in Delhi erinnerte an jeder Straßenecke ein Plakat an die Formel 1. Zudem kamen heute zahlreiche (allerdings in Europa weitgehend unbekannte) Prominente an die Strecke - von Bollywood-Größen bis hin zu Cricket-Nationalhelden. Die waren von der Veranstaltung ebenso begeistert wie von der Strecke, dem neuesten Meisterwerk von Hermann Tilke.


Fotos: Großer Preis von Indien, Sonntag


"Ich habe mit jedem Fahrer gesprochen, aber kein einziger hat sich negativ über die Strecke geäußert", ist Chandhok stolz. "Einige haben sie mit Spa verglichen, einige mit anderen Strecken. Alle loben die Strecke, die fließenden Kurven, die Höhenunterschiede, die nicht einsehbaren Kurven und die Höchstgeschwindigkeit, die sie auf der Gegengerade erreichen. Ich glaube, wir dürfen sagen, dass es von allen neuen Strecken, die in den vergangenen zehn Jahren gebaut wurden, die beste ist."

Dass es "bestimmte Probleme, die wir überwinden müssen", gibt, streitet er gar nicht ab: "Einige haben sich zum Beispiel über die Hospitalitys beschwert. Das sind infrastrukturelle Themen. Es gibt viele Probleme, aber wir haben jeden Tag eine Besprechung. Die Eigentümer sind fest entschlossen, alles auszumerzen, was schief läuft. Das gibt es nicht oft. Der Wille ist da. Sie sind eine große Infrastruktur-Firma und sie haben genug Geld."

Grand Prix muss nicht profitabel sein

Mit einem Quartalsumsatz von (laut Chandhok) einer Milliarde US-Dollar ist die Jaypee-Gruppe nicht darauf angewiesen, dass der Grand Prix schwarze Zahlen schreibt. Deshalb sei die Zukunft auch "hundertprozentig" gesichert: "Weil sie es als Marketing-Werkzeug für die Gruppe sehen und nicht als Standbein, das Profit abwerfen muss", begründet Karun Chandhoks Vater. "Nächstes Jahr wird auch außerhalb noch viel gebaut. Ich glaube, es ist ein nachhaltiges Projekt."

Bernie Ecclestone und Vicky Chandhok

Bernie Ecclestone im Gespräch mit Vicky Chandhok, dem FMSCI-Präsidenten Zoom

Ob die Formel 1 aber je so populär werden kann wie der indische Nationalsport Cricket, daran bestehen berechtigte Zweifel. "Cricket zu überholen wird schwierig, weil die Formel 1 nur einmal im Jahr stattfindet", wird Cricket-Superstar Yuvraj Singh von 'IANS' zitiert. "Würde es sechs Rennen geben, dann könnte ich mir das vorstellen. Aber die Formel 1 ist toll anzusehen und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie in Indien eine Zukunft hat."

Dabei haben einige - angeblich sogar Formel-1-Geschäftsführer Bernie Ecclestone - noch vor zwei Wochen gezittert, ob das Rennen überhaupt stattfinden kann, weil die Bauarbeiten bei weitem nicht abgeschlossen waren. Chandhok hatte solche Zweifel nicht: "Es hat knapp ausgesehen, aber es hat keinen einzigen Tag gegeben, an dem Panik geherrscht hat", versichert der Präsident des indischen Motorsportverbandes.

"Wir sind doch ein Stück weit von Delhi weg", erklärt er, warum der Bau etwas länger gedauert hat als zunächst gehofft. "Die Leute hierherzubekommen, erforderte Anstrengungen, aber sie haben in den vergangenen eineinhalb Jahren 7.000 Arbeiter mobilisiert, in den letzten drei Monaten sogar 10.000. Wie sie die Leute von ihren Projekten aus dem ganzen Land hier zusammengezogen haben, war beeindruckend."

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