powered by Motorsport.com
  • 30.10.2011 · 17:07

  • von Marco Helgert

Nur eine Reifenstrategie war wirklich schnell

Drei Fahrer setzten zu Rennbeginn in Indien auf die harten Reifen, konnten aber keinen Vorteil daraus ziehen - Timing war das Wichtigste

(Motorsport-Total.com) - Die Tatsache, dass der harte Reifen für die neue Bahn im indischen Noida zu hart sein würde, kristallisierte sich schon vor dem Indien-Grand-Prix heraus. Die absichtlich konservative Entscheidung sorgte im Rennen aber immerhin zu strategischen Manövern, wobei letztlich nur eine Strategie wirklich erfolgreich war.

Pirelli-Reifen

Der weiche Reifen war - wie vorab erwartet - die bevorzugte Wahl im Rennen

Drei Fahrer begannen mit den harten Reifen: Paul di Resta (Force India), Witali Petrow (Renault) und Sergio Perez (Sauber). Alle kamen in den ersten Runden schon an die Box und wechselten auf die weichen Reifen. Im späteren Rennverlauf, als die anderen Fahrer auf den harten Reifen unterwegs waren, holten die drei zwar wieder auf. Doch der vorher eingehandelte Rückstand war einfach zu groß, um wirklich Nutzen aus der Strategie ziehen zu können.

Wie wichtig das Timing des Wechsels war, zeigte auch der Platz um Rang drei. Mark Webber (Red Bull) kam zwei Runden vor Fernando Alonso (Ferrari) zum Wechsel auf die harten Reifen. Das genügte den Spanier, um nach seinem Reifentausch vor dem Red-Bull-Mann zum Liegen zu kommen. Haltbar waren indes beide Reifenmischungen, wie einige Piloten unterstreichen konnten. Bruno Senna (Renault) fuhr 34 Runden auf dem weichen Reifen, Rubens Barrichello ebenfalls 34 Runden, aber auf dem harten Reifen.

"Es war eine bewusst konservative Entscheidung, den harten Reifen an eine Strecke mitzunehmen, von der wir nicht wussten, wie genau sie sich darstellen würde", rechtfertigt Pirellis Motorsportchef die Reifenwahl. "Das führte zu einigen interessanten Strategien. Nur einige Fahrer setzten zu Beginn auf den harten Reifen, die anderen erst am Ende."

"Das entscheidende Moment in der Schlussphase an der Spitze war zu wissen, wann ein neuer Satz harter Reifen schneller sein würde als ein Satz gebrauchter weicher", fährt er fort. "Das Rennen war anstrengend, aber beide Mischungen hielten dem Stand. Vettel fuhr die schnellste Rennrunde auf dem harten Reifen. Wir haben zudem sehr viele Daten für die Reifenwahl für das nächste Jahr gesammelt."