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  • 15.12.2016 · 15:54

  • von Dominik Sharaf

2017 nur noch ein Kupplungshebel: Starts noch kniffliger?

Keine Tricks mehr beim Startprozedere: In der Saison 2017 kommt es mehr auf den Piloten und sein Gefühl für die Arbeit mit der Kupplung an - Wieder mehr Patzer?

(Motorsport-Total.com) - Das Startprozedere könnte für die Formel-1-Piloten im Jahr 2017 kniffliger werden als es ohnehin schon ist. Wie 'auto motor und sport' berichtet, hätten Mercedes und Force India bereits im Rahmen des Saisonfinales in Abu Dhabi neue Systeme getestet, um ein verschärftes Reglement zu meistern. So sollen die neuen Boliden nur über einen statt wie bislang über zwei Kupplungshebel am Lenkrad verfügen. Die Novelle stopft Schlupflöcher und könnte mehr verpatzte Starts nach sich ziehen.

Startaufstellung

Noch Männersache? In der Startaufstellung ist künftig mehr Feingefühl gefragt Zoom

Schließlich könnte es Piloten demnächst häufiger passieren, dass sie an der grünen Ampel durch absackende Drehzahl oder wegen durchdrehender Räder Zeit verlieren. Denn die Stellung des Kupplungshebels soll nicht mehr die Position der Kupplung - also wie weit sie geöffnet oder geschlossen und damit in der Nähe des Schleifpunktes ist - bestimmen. Vielmehr soll sie nur noch das zu übertragende Drehmoment definieren. Das Ganze geschieht elektronisch über eine Software.

Das Feingefühl der Piloten ist noch mehr gefragt, weil er die Hand am Hebel und den Fuß auf dem Gaspedal noch besser koordinieren muss. Es liegt nahe, dass die Teams deshalb versuchen werden, die Kupplungswege zu verlängern. Die bisher üblichen Markierungen am Lenkrad, die anzeigten, bei welchen Temperaturen der Schleifpunkt wo genau am Hebel liegt, sind laut dem Artikel fortan hinfällig und verboten. Hinzu kommt, dass sich teuere Technikexperimente nicht mehr lohnen.


Fotostrecke: Designstudie: Formel-1-Regeln 2017

Denn bisher waren die Mechanismen viel komplizierter: Die Teams entwickeln zwei Hebel, die zwar das Gleiche taten, indem sie das Öffnen und Schließen der Kupplung bewirkten, aber anders funktionierten. Mit einem Hebel näherte sich der Pilot dem Schleifpunkt von oben an und stellte sicher, dass die Kupplung so weit geschlossen war, dass sie sehr nahe am Beißen war. Mit dem Loslassen des anderen justierte er beim tatsächlichen Start nur noch im kleinen Bereich nach - so konnte es gar nicht zu größeren Pannen kommen, doch das gehört nun der Vergangenheit an.

Das Umdenken der FIA hat offenbar mit einem abgelehnten Ferrari-Vorschlag für eine einheitliche Kupplung in der Formel 1 - analog zur kostensparenden Einheitselektronik - zu tun. Das stärkere Verlagern der Entwicklungsarbeit auf die Softwarekomponente könnte günstiger sein, zumal durch das Verbot der Lenkrad-Referenzpunkte der zuständige Ingenieur nicht abgestellt werden muss.

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