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Roos über BMW M4 GT3 Evo: "Geht nicht darum, das Auto schneller zu machen"

Der BMW M4 GT3 bekommt für die Saison 2025 ein Update: Es geht aber "nicht nur darum, das Auto schneller zu machen", verrät BMW-Motorsportchef Andreas Roos

(Motorsport-Total.com) - BMW arbeitet an einem Evo-Paket für den M4 GT3, das zur Saison 2025 eingeführt wird. Das BMW-Einsatzteam RMG absolviert dazu bereits Testfahrten, unter anderem im belgischen Spa, um die geplanten Veränderungen unter die Lupe zu nehmen. BMW-Motorsportchef Andreas Roos verrät allerdings, dass es "nicht nur darum geht, das Auto schneller zu machen."

Titel-Bild zur News: BMW M4 GT3 Evo

BMW testet den M4 GT3 Evo bereits fleißig Zoom

Die meisten GT3-Serien, darunter auch die DTM, seien "BoP-Meisterschaften", sagt Roos im Gespräch mit Motorsport-Total.com. "Daher ist das immer relativ", weiß der erfahrene Motorsport-Chef. "Es geht darum, die Running-Costs zu senken, die Service- und die Wartungsfreundlichkeit zu optimieren und vielleicht das Handling zu verbessern - auch für die Mechaniker."

Es sei wichtig, die "Dinge, die vielleicht beim ersten Mal durchgerutscht sind, zu optimieren und zu verbessern", erklärt Roos. "Es geht nicht nur um Rundenzeit, sondern um das Gesamtpaket. Uns ging es hauptsächlich darum, an diesem Auto zu verbessern, was wir jetzt gesehen haben."

Auto "nicht komplett auf den Kopf gestellt"

Das komplette Evo-Kit für den BMW M4 GT3 befindet sich noch in der Entwicklung. "Man muss zwischen reiner Entwicklung und der Erprobung der Haltbarkeit unterscheiden, das heißt Dauerläufe machen", erklärt der BMW-Motorsportchef. "Denn der M4 GT3 fährt auch sehr viele Langstreckenrennen. Die Haltbarkeit muss gegeben sein, aber natürlich auch die Themen: Funktionieren alle Teile, Performanceentwicklungen, etc."

Roos wollte gegenüber Motorsport-Total.com allerdings nicht verraten, welche Änderungen durch das Evo-Paket umgesetzt werden. "Es sind verschiedene Details - von Haltbarkeitsthemen bis zur normalen Servicefreundlichkeit", gibt er sich noch bedeckt. "Man hat auch gesehen, dass ein anderer Spiegel an dem Auto dran. Du schaust dir das Auto 360 Grad an, wo du es verbessern kannst."

BMW M4 GT3 Evo

Es handelt sich um Details, darunter auch ein neuer Seitenspiegel Zoom

"Es ist nicht so, dass wir alles komplett auf den Kopf stellen und ein komplett neues Auto machen", schränkt Roos den Umfang der Entwicklungen ein. "Das ist immer noch die gleiche Karosserie, die gleiche Basis, der gleiche Motor und das gleiche Getriebe."

Fahrbarkeit & Reifenmanagement als "Schlüsselpunkte"

BMW-Werksfahrer Bruno Spengler, der mit dem BMW M4 GT3 zuletzt die italienische GT-Meisterschaft gewonnen hat, ist intensiv in die Weiterentwicklung eingebunden. "Der M4 GT3 ist ein sehr gutes Auto für viele verschiedene Strecken", weiß der DTM-Champion von 2012. "Es kann alles, es ist gut in schnellen Kurven, aber auch sehr reaktionsschnell in langsamen Kurven."

Der BMW M4 GT3 sei "ein guter Alleskönner", so Spengler. "Er kann viele Dinge und ist auch gut im Regen." Als Besonderheit nannte der BMW-Pilot die hohe Zuverlässigkeit des Rennwagens. "Auch bei den Langstreckenrennen gibt es keine großen Probleme. Das ist ein gutes Paket."

In der Vergangenheit fuhr der Kanadier die unterschiedlichsten Rennwagen - von der DTM über den M4 GT3 bis zum M8 GTE. In diesem Jahr beschränkten sich die Aktivitäten auf den GT3-Boliden. "Es ist neu für mich, das gleiche Auto in vielen verschiedenen Meisterschaften zu fahren", so Spengler. "Das ist cool, weil man das Auto sehr gut kennenlernt und mit unterschiedlichen Teams zusammenarbeitet."

Bruno Spengler

Bruno Spengler (hier in Italien) kennt den BMW M4 GT3 sehr gut Zoom

Kein Wunder, dass Spengler mit seiner Erfahrung in die Testarbeit eingebunden wurde. "Wir haben eine gute Basis, aber wir arbeiten an einigen Dingen, beispielsweise an der Fahrbarkeit, die einfacher sein soll. Das ist unser Hauptfokus", verrät der Kanadier. "Und wir arbeiten am Reifenmanagement, um etwas konstantere Stints zu haben, mit allen Arten von Reifen."

"Das sind die beiden Schlüsselpunkte, und es geht in eine gute Richtung", sagt Spengler. "Wir haben noch etwas Zeit, das Evo-Paket kommt für die Saison 2025. Wir sind auf einem guten Weg. Die Homologation erfolgt im Frühjahr 2024, also haben wir noch etwas Zeit für die großen Dinge. Danach fokussieren wir uns auf kleinere Dinge, beispielsweise die Software."