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DTM am Norisring mit zwei Qualifying-Gruppen: Wie der Modus funktioniert

Wegen des großen Starterfelds setzt die DTM am Norisring auf einen neuen Qualifying-Modus: Wie das System funktioniert und wie man die Boliden dann reiht

(Motorsport-Total.com) - Die DTM setzt beim kommenden Wochenende auf dem Norisring erstmals auf ein Qualifying mit zwei Startgruppen. Das hält die DTM-Dachorganisation ITR für notwendig, um trotz des dieses Jahr enormen Starterfeldes im Kampf um die schnellste Rundenzeit faire Bedingungen auf dem nur 2,3 Kilometer langen Straßenkurs in Nürnberg zu gewährleisten.

Luca Stolz

Riesiges DTM-Feld: Auf dem Norisring setzt man auf einen neue Qualifying-Modus Zoom

"Unser Wunsch und auch der Wunsch der Teams war ganz klar, dass man das trennt, denn mit fast 30 Fahrzeugen auf der Strecke wird es ein bisschen eng", bestätigt Layla Wagener, die als DTM-Managerin für Sport und Technik fungiert.

Daher hat man den Punkt Qualifying im Reglement mittels Event-Bulletin - also einer nur für eine Veranstaltung gültigen Anpassung - abgeändert. Und vom deutschen Dachverband DMSB dafür bereits das Okay bekommen.

Startgruppen nach Stand in der Meisterschaft

Doch wie sieht der Modus aus, auf den die DTM bei den zwei Qualifyings auf dem Norisring setzen wird? Die Startgruppen A und B werden auf Basis des Stands in der Meisterschaft nach dem Imola-Wochenende erstellt: Leader Sheldon van der Linde startet in Gruppe A, der Zweitplatzierte Mirko Bortolotti in Gruppe B, der Drittplatzierte Nico Müller wieder in Gruppe A - und so weiter.

Wichtig: Auch wenn sich der Tabellenstand am Samstag ändert, bleiben die Startgruppen unverändert. Da keine Gaststarter am Norisring zugelassen sind und ein Start des Lamborghini-Teams T3 Motorsport als unwahrscheinlich gilt, darf man mit einer Startliste von 27 Autos rechnen. Voraussichtlich wird also die Gruppe A 14 und die Gruppe B 13 Autos umfassen.

Da sich die Strecke in der Regel im Laufe des Wochenendes verbessert, beginnt am Samstag die Gruppe A und am Sonntag die Gruppe B mit der jeweils 20-minütigen Session, ehe fünf Minuten später die zweite Gruppe an der Reihe ist.

"Wir mischen die Qualifying-Zeiten nicht"

Wie sich dann die Startaufstellung ergibt? "Der insgesamt schnellste Fahrer aus beiden Gruppen startet das Rennen aus der Poleposition", heißt es im Bulletin. "Den zweiten Platz in der Startaufstellung erhält der Fahrer, der die schnellste Zeit in der anderen Gruppe erreicht hat. Und der dritte Platz geht an den Fahrer, der die zweitschnellste Zeit in der Gruppe des schnellsten Fahrers erreicht hat."

Das heißt, dass sich die Startreihenfolge nicht aus den Zeiten ergibt, sondern aus den Platzierungen. "Wir mischen die Qualifying-Zeiten nicht", bestätigt Wagener. "Die eine Startgruppe kriegt die geraden Zahlen, die andere die ungeraden Zahlen." Auch die Punkte für das Qualifying - der Pole-Setter erhält drei Punkte, der zweite zwei und der dritte einen - werden auf Basis der Reihenfolge in der Startaufstellung vergeben und nicht nach Rundenzeiten.

"Wir hatten mehrere Möglichkeiten und haben in Imola lange mit Fahrern und Teams gesprochen", erklärt Wagener, wieso man sich zu diesem Modus entschlossen hat.

Wieso man nicht nach den Qualifying-Zeiten geht

"Natürlich war es auch ein Thema, dass man die zwei Qualifying-Sessions dann wieder kombiniert. Am Ende fanden es aber alle am fairsten, wenn die Startaufstellung in ungerade und gerade Startzahlen aufgeteilt wird. So kann man die Track Evolution oder unterschiedliche Bedingungen im Qualifying neutralisieren und schafft faire Bedingungen."

Das ergibt Sinn, denn wenn es in der zweiten Session plötzlich regnen würde, dann hätte die Gruppe von vornherein keine Chance mehr auf einen ordentlichen Startplatz gehabt - ohne etwas dafür zu können.

Gleiche Pole-Zeiten: Zeitpunkt entscheidet

"Der Rest der Starting-Grid-Regeln bleibt weiter bestehen", stellt Wagener klar. "Das heißt, dass sich der Pole-Setter die Startposition aussuchen kann. Sollte es zwei gleiche Zeiten innerhalb einer Gruppe geben, kriegt derjenige den besseren Startplatz, der sie zuerst gesetzt hat." Und auch wenn die exakt gleiche Bestzeit in beiden Gruppen gefahren wird, ist die Gruppe, die zuerst an die Reihe kommt, im Vorteil.

Wer am Qualifying-Modus für den Norisring beteiligt war? "Schon nach dem Lausitzring-Wochenende kamen die ersten Anfragen, wie wir mit dem Qualifying am Norisring umgehen werden", erzählt Wagener. "Auch wir hatten damals schon die grobe Idee im Kopf, zwei Gruppen zu machen."

Teams und Fahrer hatten Einfluss, Formel 2 als Vorbild

Nach einem ersten Entwurf durch den sportlichen Ausrichter AvD wurde das Thema am Donnerstagabend des Imola-Wochenendes im Teammanager-Meeting besprochen und Feedback eingeholt. Darauf wurde auch die Fahrer von Rennleiter Scot Elkins in der Drivers-Working-Group auf WhatsApp eingebunden und gaben ihren Input.

"So ist das dann gemeinsam mit Scot gewachsen, der sich auch die Regularien der Formel 2 und anderer Rennserien angesehen hat", verweist Wagener auf die Tatsache, dass die Formel 2 in Monaco auf einen vergleichbaren Modus setzt. "Und so sind wir zu unserem finalen Entwurf gekommen, mit dem glaube ich alle glücklich sind."

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