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Klimaaktivsten fordern "sofortige" Norisring-Absage: So reagiert Nürnberg

Was im offenen Brief der Klimaschutz-Aktivisten an den Nürnberger Oberbürgermeister steht und wie die Stadt und die DTM darauf reagieren

(Motorsport-Total.com) - Die Klimaaktivisten von Extinction Rebellion Nürnberg haben den Nürnberger Oberbürgermeister Marcus König in einem offenen Brief aufgefordert, das für Anfang Juli geplante DTM-Wochenende auf dem Norisring abzusagen.

Timo Glock

Das Norisring-Speedweekend findet seit 1947 an der Zeppelintribüne statt Zoom

"Wir empfinden die Durchführen dieses Rennens als nicht mehr zeitgemäß und zumutbar", heißt es im Brief. Man argumentiert, dass im Zuge der Großveranstaltung am Dutzendteich "zehntausende Liter an Benzin verbrannt" werden. "Auf der Rennstrecke, aber auch, um dieses Großereignis zu organisieren und alle daran Mitarbeitenden nach Nürnberg zu transportieren."

In Zeiten der Klimakrise und in Anbetracht des Krieges in der Ukraine, der sich negativ auf die Situation am Energiemarkt auswirkt, sei die Traditionsveranstaltung nicht mehr zu rechtfertigen - man fordert von CDU-Politiker König die "sofortige Absage".

Stadt Nürnberg "zieht Absage nicht in Erwägung"

Zudem wolle man laut einem Bericht der Nürnberger Zeitung' am Sonntag des Norisring-Wochenendes, das von 1. bis 3. Juli geplant ist, als Protestaktion eine Mahnwache und eine Rad-Demo durchführen, wenn möglich sogar in einer Rennpause auf Teilen der Rennstrecke.

Doch wie reagiert nun die Stadt Nürnberg auf den offenen Brief und die Ankündigungen der Klimaaktivisten, die in der Vergangenheit bereits Autobahn-Blockaden durchgeführt haben?

"Die Stadt Nürnberg zieht eine Absage des Rennens, wie gefordert, nicht in Erwägung", stellt ein Sprecher der Stadt Nürnberg auf Nachfrage von 'Motorsport-Total.com' klar. Die Vorbereitungen für die Veranstaltung laufen bereits "auf Hochtouren". Zudem sei das Rennen "Teil der DTM-Serie. Es gibt Verträge."

Norisring-Wochenende der DTM bis 2025 CO2-neutral?

Nachhaltigkeitsthemen ignoriere man diesbezüglich aber nicht. "Wie bei anderen Großveranstaltungen auch, werden Belange des Nachbar- und Umweltschutzes in intensiven Besprechungen und am Ende in einem entsprechenden Bescheid mit detaillierten Auflagen miteinander abgewogen und bewertet."

Es gehe darum, "die Veranstaltung in Zukunft so auszugestalten, dass der Einfluss auf das Klima so gering wie möglich ausfällt", verspricht man.

Schon "seit längerem" stehe man diesbezüglich mit dem Veranstalter in engem Austausch. "Dazu gehören die Themen E-Mobilität, synthetische Kraftstoffe und Fragen der nachhaltigen Veranstaltungsorganisation." Außerdem strebe der Veranstalter nach Gesprächen mit der Stadt Nürnberg "bis zum Jahr 2025" eine CO2-Neutralität an. "Es wäre dann das erste CO2-neutrale DTM-Event".

So reagiert die ITR auf den offenen Brief

Dabei setze man auch auf den öffentlichen Verkehr. "Das Ticket für das Rennwochenende ist zugleich Ticket für Busse und Bahnen bei uns im Verkehrsverbund und somit ein großer Anreiz, umweltfreundlich zum Gelände zu kommen. Seit 2021 werden zunehmend beim Auf- und Abbau Elektro-Gabelstapler auf dem Gelände eingesetzt."

Benedict Böhme, Geschäftsführer der DTM-Dachorganisation ITR, argumentiert währenddessen, dass eine Veranstaltung wie das Norisring-Wochenende "ganzheitlich gedacht" werden müsse - eine Anspielung darauf, dass der CO2-Ausstoß durch den reinen Rennbetrieb nur ein kleiner Faktor in der allgemeinen CO2-Bilanz darstellt.

Nachhaltigkeit: Das tut die ITR

Generell seien Großveranstaltungen in der heutigen Zeit zu Nachhaltigkeit verpflichtet. "Da bilden wir mit der DTM keine Ausnahme", stellt Böhme klar. Welche Schritte man diesbezüglich setzt?

"Am Norisring beinhaltet jede Eintrittskarte auch ein ÖPNV-Ticket, das Programm gibt es digital in der App, anstatt wie früher in Papierheften, am Lausitzring haben wir zudem bereits virtuelle Werbung ausprobiert, womit wir mittelfristig den Abfall bei der Werbemittelproduktion reduzieren werden - um nur ein paar Beispiele dafür zu nennen, was aktuell schon initiiert wurde und bereits passiert", so Böhme.

Zudem arbeite man daran, "bestmöglich ab 2023" mit zu 100 Prozent fossilfreiem Kraftstoff zu fahren und treibe mit der geplanten Elektrorennserie DTM Electric "eines der größten Projekte im europäischen Motorsport der letzten Jahre" weiter voran.

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