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500. DTM-Rennen: So rettete Aufrecht die Serie mehrmals vor dem Aus

Auf dem Lausitzring steigt das 500. DTM-Rennen der Geschichte: Wieso es die Serie ohne Hans Werner Aufrecht nicht mehr geben würde und wie er nun gewürdigt wird

(Motorsport-Total.com) - Die DTM feiert dieses Wochenende am Sonntag auf dem Lausitzring ihr 500. Rennen: Seit dem 11. März 1984, als man unter dem Namen "Deutsche Produktionswagen-Meisterschaft" im belgischen Zolder das Premierenrennen austrug, absolvierte man 342 Rennwochenenden.

ITC, 1996

Nach dem Scheitern der ITC im Jahr 1996 (Foto) wurde die DTM 2000 wiederbelebt Zoom

Dass es die DTM nach 35 Jahren immer noch gibt, ist auch für DTM-Urgestein Ludwig alles andere als selbstverständlich. Daher muss der 69-Jährige, der 1988, 1992 und 1994 Meister wurde und damit hinter Bernd Schneider der zweiterfolgreichste DTM-Fahrer ist, zuerst an den langjährigen DTM-Chef Hans-Werner Aufrecht denken.

"Aufrecht ist für mich der Mann der DTM schlechthin", sagt Ludwig gegenüber 'dtm.com' über Aufrecht, der von 1986 bis 2017 Chef der DTM-Dachgesellschaft ITR war. "Er ist der Vater der DTM, und er hat die Serie in der Zeit mehrfach gerettet."

Nach ITC-Niedergang: Wie Aufrecht DTM-Neustart initiierte

Damit spielt Ludwig vor allem auf die Ära Mitte der 1990er-Jahre an, als die DTM zur Tourenwagen-Weltmeisterschaft ITC wurde und die Budgets der Hersteller Mercedes, Opel, Alfa-Romeo durch die Decke gingen.

Hans Werner Aufrecht

Hans Werner Aufrecht leitete bis Anfang 2017 die Geschicke der DTM Zoom

"Das war ein irre Zeit!", sagt Ludwig über die Hightech-Ära. "Wir hatten jeden Tag eine neue Idee und konnten sie auch umsetzen." Die Serie sei aber "zu aufwendig und zu teuer" geworden, "was man früher hätte erkennen müssen", weshalb die ITC und damit auch die alte DTM Ende 1996 zu Grabe getragen wurde.

"Nach dem Zusammenbruch Ende 1996 hat Aufrecht die DTM im Jahr 2000 wieder auferstehen lassen", erinnert sich Ludwig. "Er hat mich damals reaktiviert und gefragt, ob ich als eines der Zugpferde den Neuaufbau unterstützen würde."

Ludwig: Konzept des Jahres 2000 war richtig

Ludwig willigte ein und zeigte seine Klasse: "Ich wurde Dritter der Meisterschaft im Alter von 50 - auch keine Selbstverständlichkeit." Am Ende der Comeback-Saison beendete er seine DTM-Karriere, die Rennserie blieb aber bestehen.

Aston Martin, BMW, Audi

Auch der Aston-Martin-Einstieg wurde durch Aufrechts HWA-Schmiede möglich Zoom

Das hatte laut Ludwig auch mit dem neuen Fahrzeugkonzept mit Einheitschassis und strengem Motorenreglement zu tun: "Eine Idee, die bis in die heutige DTM-Zeit trägt. Fantastisch!"

Und auch bei der Rettung der DTM nach dem Mercedes-Ausstieg im vergangenen Jahr hatte Aufrecht seine Finger im Spiel, wie Ludwig einwirft: "Er war als Chef von HWA, dem Joint-Venture-Partner von R-Motorsport, hinter den Kulissen am Einstieg von Aston Martin in die DTM beteiligt." Denn Fakt ist: Honda hatte R-Motorsport als Motorenpartner abgesagt und HWA hatte durch das Mercedes-Aus Kapazitäten frei.

Ludwig: "Ambivalentes Verhältnis" zu Aufrecht

Auch wenn Ludwig auf persönlicher Ebene ein "ambivalentes Verhältnis" zu Aufrecht hatte, wie er selber sagt, gab es "ein Verständnis auf einer anderen Ebene" und man sei miteinander klargekommen.


DTM: Das Beste aus 500. Rennen

Die DTM feiert am Lausitzring einen Meilenstein: Aktuelle und ehemalige Fahrer kommentieren die besten Szenen Weitere DTM-Videos

Seit 2017 leitet nicht mehr Aufrecht, sondern Ex-Formel-1-Pilot Gerhard Berger die DTM. Der Österreicher hat sich mit Änderungen wie dem Funkverbot, dem Verbot der Heizdecken oder der Abschaffung der Handbremse im Fahrerlager viele Freunde gemacht, weil er sich darum bemüht, den Fahrer mehr in den Vordergrund zu rücken.

Berger würdigt Aufrecht für Verdienste

Und er hat Aston Martin nach dem Mercedes-Ausstieg in die DTM geholt. Auch der 59-Jährige würdigt aber vor dem 500. Rennen seinen Vorgänger Aufrecht. "In 35 Jahren hat sich die DTM zu einer der beliebtesten und spektakulärsten Rennserien der Welt entwickelt - auch dank der sehr guten Arbeit meiner Vorgänger bei der ITR sowie der tatkräftigen Unterstützung der Hersteller und unserer Partner", sagt Berger.

Dem 82-Jährigen gelte ein "besonderer Dank für seinen jahrelangen, unermüdlichen Einsatz für die Serie. Selbstverständlich gab es Höhen und Tiefen, aber die Fans sind der DTM immer treu geblieben. Diese Treue ist für uns Verpflichtung und Ansporn zugleich, die DTM für die Zukunft weiterzuentwickeln - damit wir alle gemeinsam diese Erfolgsgeschichte noch lange weiterschreiben dürfen."

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