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Maserati Ghibli (2021): Neuer Mildhybrid-Vierzylinder mit E-Verdichter

Maserati spendiert dem Ghibli eine neue Motorisierung: einen Vierzylinder-Benziner mit Mildhybrid-System, elektrischem Verdichter und 330 PS

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Der erste elektrifizierte Maserati ist nicht etwa ein Elektroauto, und auch kein Plug-in-Hybrid, sondern die FCA-Marke beginnt bescheiden mit einem 48-Volt-Mildhybrid, der allerdings Ghibli Hybrid heißt. Die Limousine erhält allerdings etwas mehr als nur Spritspartechnik, das System soll auch zu mehr Power führen.

Anders als alle bisherigen Ghibli-Motorisierungen hat der Wagen einen Vierzylinder. Der 2,0-Liter-Turbobenziner besitzt eine elektrischen Verdichter (E-Verdichter) als zweite Aufladung. Zusammen ergibt das 330 PS, womit der Ghibli in 5,7 Sekunden auf 100 km/h sprintet. Zum Getriebe macht Maserati keine Angabe; möglicherweise wird aber die bei den anderen Ghibli-Varianten serienmäßige Achtgang-Automatik eingesetzt. 

Technische Daten:             

Motor: Reihen-Vierzylinder-Benzindirekteinspritzer mit 1.998 ccm
Aufladung:  Turbo und E-Verdichter
Leistung: 330 PS bei 5.750 U/min
Drehmoment: 450 Nm bei 4.000 U/min
Getriebe: keine Angabe
0-100 km/h: 5,7 Sek.
Höchstgeschwindigkeit: 255 km/h
Normverbrauch: 8,5 Liter/100 km
CO2-Emission: 192 Gramm/km

Maße: 4.971 mm Länge / 1.945 mm Breite / 1.461 mm Höhe / 2.998 mm Radstand
Kofferraum: 500 Liter
Leergewicht: 1.878 kg

Bei Leistung und Beschleunigungsvermögen erreicht der Neuling damit fast das Niveau des Ghibli mit V6, der 5,5 Sekunden für den Normsprint braucht und 350 PS sowie 500 Nm hat. Im Overboost-Modus liegt allerdings die V6-Version mit 580 Nm deutlich vorne. Der Spritverbrauch ist dafür bei dem Vierzylinder mit 8,5 Liter deutlich niedriger als beim V6 (10,5 Liter).  

Das 48-Volt-Hybridsystem umfasst Riemen-Starter-Generator (RSG), Hochvolt-Akku und E-Verdichter. Der RSG fungiert als Lichtmaschine und ermöglicht die Rekuperation. Der so gewonnene Strom wird im Akku gespeichert oder speist direkt den E-Verdichter, der den Turbolader im unteren Drehzahlbereich unterstützt.

Dabei wird so geregelt, dass im Akku stets genug Strom für den Betrieb des E-Verdichters vorhanden ist. Der Akku ist im Fahrzeugheck platziert, was die Gewichtsverteilung optimiert - der Ghibli Hybrid hat Hinterradantrieb. 

Maserati Ghibli Hybrid

Maserati Ghibli Hybrid Zoom

Neben dem neuen Antrieb bekommt der Ghibli zum Modelljahr 2021 auch eine Spracherkennung, mit der Klimatisierung und Navigation gesteuert werden können. Neu ist zudem das Multimediasystem MIA (Maserati Intelligent Assistant), das Android Automotive als Betriebssystem nutzt. Das dazugehörige Display wurde von 8,4 auf 10,1 Zoll vergrößert, außerdem wurde das Seitenverhältnis zugunsten der Breite verändert.

Neu ist auch Maserati Connect. Zu System gehört offenbar eine Smartphone-App, mit der ferngesteuert bestimmte Funktionen aktivieren kann. Auch eine Anbindung von Amazon Alexa oder Google Assist ist vorgesehen.

Ghibli Hybrid (R4 MHEV)
Leistung / Drehmoment: 330 PS / 450 Nm
0-100 km/h / Verbrauch: 5,7 Sek. / 8,5 Liter
Basispreis: ca. 69.400 Euro

Ghibli (V6)
Leistung / Drehmoment: 350 PS / 500 Nm
0-100 km/h / Verbrauch: 5,5 Sek. / 10,5 Liter
Basispreis: 71.257 Euro

Ghibli S Q4 (V6) 
Leistung / Drehmoment: 430 PS / 580 Nm
0-100 km/h / Verbrauch: 4,7 Sek. / 11,1 Liter
Basispreis: 87.438 Euro

Ghibli Diesel (V6-Diesel)
Leistung / Drehmoment: 275 PS / 600 Nm
0-100 km/h / Verbrauch: 6,3 Sek. / 7,2 Liter
Basispreis: 67.552 Euro

Maserati erwähnt nicht, ob wegen der neuen Motorisierung der normale Ghibli (mit V6) entfällt, was angesichts der Vorteile denkbar wäre. Auch von einer elektrifizierten Allradvariante (Ghibli Hybrid Q4) ist nicht die Rede.

Der Ghibli Hybrid wird ab Herbst 2020 im Maserati-Werk Grugliasco (bei Turin) gefertigt. Der Preis wird bei rund 69.400 Euro liegen, so der Hersteller. Und zwar inklusive Mehrwertsteuer. Deren Höhe wird nicht genannt, dürfte aber davon abhängen, wann das Auto ausgeliefert wird - ab 1. Januar beträgt sie wieder 19 Prozent.

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