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  • 08.01.2023 09:03

  • von Stefan Leichsenring

Hyundai Ioniq 5 N soll klingen und ruckeln wie ein Verbrenner

Um den Phantomschmerz zu lindern, den so mancher Petrol Head empfindet, will Hyundai Geräusche und Vibrationen von Verbrennern imitieren

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Ähnlich wie die Foto-App des Smartphones immer noch ein mechanisches Blendengeräusch imitiert, könnten Elektroautos künftig zumindest ein paar Verbrenner-Geräusche verpasst bekommen. So will man den Phantomschmerz der Petrol Heads lindern.

Titel-Bild zur News:

Hyundai Ioniq 5 N Teaser Zoom

Abarth ließ kürzlich über den Sound seines Fiat-500-Elektro-Derivats abstimmen, und nun will Hyundai angeblich ein virtuelles Getriebe mit entsprechenden Schaltgeräuschen in seinen Performance-Elektroautos einführen. Das virtuelle Doppelkupplungsgetriebe für Elektrofahrzeuge soll im geplanten Hyundai Ioniq 5 N eingesetzt werden, berichtet CarExpert unter Berufung auf Hyundais bekannten Technik-Guru Alfred Biermann.

Nach dem Artikel soll das in der Studie Hyundai RN22e vorgestellte Getriebe namens N e-Shift übernommen werden. Das Gefühl soll sich damit einem per Lenkrad-Paddles geschalteten N-Modell mit Benziner und Doppelkupplungsgetriebe annähern. Neben den Schaltgeräuschen wird auch das Bapp-bapp-bapp-Geräusch wiedergegeben, das man hört, wenn man einen Verbrennungsmotor in den Drehzahlbegrenzer jagt. Zudem soll das System die entsprechenden Vibrationen und Rucke beim Herunterschalten imitieren.

Sound mitsamt Rucken und Vibrationen beim Herunterschalten

"Die Idee ist, dem Gefühl und dem Klang des DCT im i30-N-Hatchback ziemlich nahe zu kommen", sagt Technikberater Biermann. "Das wollen wir bringen, mitsamt dem Rucken und den Vibrationen beim Herunterschalten, die man in unseren Verbrenner-N-Fahrzeugen erlebt." Man wolle den Ioniq 5 N "auf ein ähnliches emotionales Niveau" bringen wie die Verbrennerfahrzeuge.

Begonnen habe man mit nichts als Innenraum-Lautsprechern. Da sie nicht ausreichten, um einen ansprechenden Sound zu liefern, habe man dann Außenlautsprecher hinzugefügt. Und schließlich sei damit begonnen worden, Schaltvibrationen und -kräfte zu simulieren. Nun befinde man sich "in der Phase des Feinschliffs". Man füge noch den Drehzahlbegrenzer und die verschiedenen Sound-Arten hinzu, zwischen denen man wählen kann. Auch zusätzliche Sounds soll man herunterladen oder sogar eigene erstellen können. 


Fotostrecke: Hyundai Ioniq 5 N (2023) zeigt sich in offiziellem Teaser-Video

Um das System zu aktivieren, drückt man eine Taste am Lenkrad und zieht dann beide Lenkradwippen gleichzeitig. Damit wird die Funktion der sonst zum Einstellen der Rekuperationsstärke verwendeten Wippen abgeschaltet. Die verschiedenen Rekuperationsstufen werde man trotzdem wählen können, aber daran arbeite man noch.

Ioniq 5 N könnte Ende 2023 auf den Markt kommen

Das Ergebnis nennt Biermann "VGS-Modus", wobei die drei Buchstaben für Virtual Grin Shift stehen, also etwa "virtuelles Grins-Schalten". Die Abnahme des Systems soll schon im April oder Mai 2023 erfolgen, der Ioniq 5 N werde dann Ende 2023 oder Anfang 2024 auf den Markt kommen, so der Artikel. 

Kürzlich hat Hyundai ein Teaser-Video zum Hyundai Ioniq 5 N veröffentlicht. Der achtminütige Film zeigt allerdings hauptsächlich die Studien RN22e und N Vision 74, die von Hyundai als "Rolling Labs" (rollende Entwicklungslabors) für die kommenden N-Versionen der Elektroautos bezeichnet werden. Am Ende ist kurz ein getarnter Ioniq 5 N zu sehen. Die Optik ist allerdings viel besser an den bereits herumfahrenden Erlkönigen zu erkennen. Angetrieben werden dürfte der Wagen vom 430-kW-Allradsystem aus dem Kia EV6 GT. 

Quelle: CarExpert