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  • 25.11.2021 · 08:35

  • von Stefan Wagner

Ford Ranger (2023): Das ist Europas neuer Lieblings-Pick-up

Der neue Ford Ranger kommt erst 2023, dann aber mit neuem Chassis, 4- und 6-Zylinder-Dieseln und etwas gewöhnungsbedürftigem Design

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Der aktuelle Ford Ranger ist wahrlich nicht mehr der Jüngste (in Australien seit 2011 unterwegs), aber in Europa stellt er noch immer einen Verkaufsrekord nach dem anderen auf. Sein derzeitiger Marktanteil auf dem alten Kontinent: überlegene 39,9 Prozent. Jetzt zeigt Ford nach unzähligen Teasern endlich ganz offiziell den Nachfolger. Und bei dem wollte man offensichtlich nichts dem Zufall überlassen.

2022 Ford Ranger Wildtrak

2022 Ford Ranger Wildtrak Zoom

Unter anderem befragte Ford fast 5.000 Ranger-Besitzer in verschiedenen Märkten und veranstaltete darüber hinaus dutzende Workshops, um möglichst viel über ihre Lebensgewohnheiten, ihre Wünsche und ihre Erwartungen zu erfahren.

Ob es auch ums Design ging? Selbiges dürfte, zumindest bei der hier gezeigten Wildtrack-Variante, durchaus für Diskussionen sorgen. Wir sehen eine ganze Menge des kleineren Maverick im Ranger-Gesicht. Dazu eine ein fettes schwarzes "H" (vielleicht auch ein "X")um den Grill und eine Art schwarze Zahnspange zwischen den Scheinwerfern.

Design und Chassis

Hinten gibt es weniger Überraschungen. Neu sind die beiden in den Stoßfänger integrierten Trittstufen hinter den Hinterrädern. Sie sollen einen mühelosen Zugang zur Pritsche ermöglichen, nachdem man in den Befragungen erfuhr, "auf welche zum Teil abenteuerliche Art und Weise [die Kunden] die Ladefläche ihrer Ranger entern".

2022 Ford Ranger Wildtrak

2022 Ford Ranger Wildtrak Zoom

Bei den Leuchten gibt es die Auswahl zwischen Halogen- und LED-Lösungen. Vorne kommen optional Matrix-LED-Scheinwerfer zum Einsatz.

Gegenüber dem Vorgänger gibt es 50 Millimeter mehr Radstand und Spurbreite. Auch die Ladefläche gewinnt 50 Millimeter zwischen Westen und Osten. Genaue Angaben zu all den Ausmaßen, dem Fassungsvermögen und den Lasten des mittleren Ford-Pickups spendiert man uns aber noch nicht.

Dafür lässt man uns wissen, dass der neue Ranger komfortabler und Offroad-tauglicher wird. Der verlängerte Radstand soll den Böschungswinkel und die Spurtreue im Offroad-Betrieb verbessern. Außerdem wandern die Stoßdämpfer-Anlenkungspunkte der hinteren Radaufhängungen auf die äußere Seite des Karosserierahmens. Auf diese Weise sollen sie einen größeren Federungskomfort auf und abseits befestigter Straßen bieten.

Motoren

Interessant für uns Europäer wird es bei den Antrieben, auch wenn das Blaue Oval noch absolut nichts zu deren Outputs verrät. Ganz neu ist ein 3,0-Liter-V6-Turbodiesel, der an eine 10-Gang-Automatik gekoppelt ist. Dazu kommt der bekannte 2,0-Liter-Vierzylinder-Biturbo-Diesel, vermutlich wieder mit 213 PS und 500 Nm. Er ist mit der 10-Gang-Automatik oder einer manuellen 6-Gang-Box zu haben.

Eher bei Gewerbetreibenden und Firmenflotten sieht Ford den wirtschaftlicheren Vierzyinder-Diesel mit einem Turbo. Hier sind ein 6-Gang-Schaltgetriebe oder eine 6-Gang-Automatik erhältlich.


Fotostrecke: Ford Ranger (2023): Das ist Europas neuer Lieblings-Pick-up

Der 2,3-Liter-EcoBoost-Vierzylinder (den es etwa im US-Ranger geben wird) oder andere Benziner bleiben uns hierzulande weiterhin verwehrt. Dafür dürfte bald ein Plug-in-Hybrid nachgeschoben werden. Laut Ford sind die Vorderräder des Ranger nämlich auch deshalb um 50 Millimeter nach vorne gewandert, um größeren Bauraum zu schaffen für "andere Antriebskomponenten, die vielleicht später hinzukommen könnten".

Dass es auch wieder einen Ranger Raptor geben wird, ist ein offenes Geheimnis. Welcher Motor das kernige Gelände-Spielzeug antreiben wird, ist aber noch unklar.

Neu bei den normalen Ranger-Varianten ist die Auswahl aus zwei Allrad-Systemen. Wie bisher gibt es die Variante mit Heckantrieb, bei der die Vorderachse während der Fahrt zugeschaltet werden kann. Dazu kommt nun ein permanenter Allradantrieb.

Interieur

Von Grund auf neu zeigt sich der deutlich wertigere Innenraum. Ford Verspricht hochwertige Softtouch-Materialien sowie zahlreiche Fächer und Ablagen. In die Box zwischen den Vordersitzen sowie in die Ablagen der Türverkleidungen "passt deutlich mehr als sonst üblich". Hinzu kommen zusätzliche Fächer unter und hinter den Rücksitzen sowie ein weiteres Handschuhfach auf dem Armaturenträger. Für geeignete Smartphones gibt es eine kabellose, induktive Ladestation.

2022 Ford Ranger Wildtrak

2022 Ford Ranger Wildtrak Zoom

Der nächste Ranger setzt auf das Sync4-Infotainmentsystem, das in Europa im Mustang Mach-E Premiere feierte. Auch im Truck dominiert ein hochkant angeordneter Screen, der je nach Ausstattung 10 oder 12 Zoll Diagonale hat. Dazu kommt ein digitales Instrumentendisplay. Eine 360-Grad-Kamera soll das Manövrieren erleichtern.

Bedienknöpfe und -Schalter wurden nahezu vollständig eliminiert. Auch die inzwischen sechs Fahrmodi (bisher nur beim Raptor) werden über den Bildschirm betätigt. Dafür gibt es ein eigenes Display im Screen, auf dem auch Dinge wie aktuelle Kraftübertragung und Lenkwinkel gezeigt werden. Per FordPass-App ist die Fernabfrage des Fahrzeugstatus sowie das Ver- und Entriegeln des Autos via Smartphone möglich. Bei Fahrzeugen mit Automatik-Getriebe kann der Motor auch aus der Distanz angelassen werden.

Pritsche

Sie gewinnt, wie erwähnt 50 Millimeter in der Breite. Stahlrohrschienen dienen als Anker für weitere Befestigungspunkte, die das Sichern der Ladung erleichtern sollen. Entlang der Seitenplanken und der Heckklappe decken Kappen die Befestigungspunkte für Abdeckplanen und anderes Zubehör ab.

Ein neues Lade-Managementsystem bietet mit speziellen Trenn-Elementen auch Gegenständen unterschiedlicher Größe sicheren Halt - etwa Werkzeugkästen oder Holzblöcken. An Schienen entlang der Ladeflächenseiten lassen sich mit Federklammern auch kleinere Dinge befestigen, die sonst in den Innenraum genommen werden müssten.

2022 Ford Ranger Wildtrak

2022 Ford Ranger Wildtrak Zoom

Interessant für Handwerker: Die Heckklappe kann auch als mobile Werkbank genutzt werden, beinhaltet nun ein integriertes Messlineal und Klemmvorrichtungen für das Ausmessen, Fixieren und Zuschneiden von Materialien.

Wer auch mal nachts am und um seinen Ranger arbeitet, wird sich über das neue Exterieur-Beleuchtungssystem freuen. Es strahlt den Bereich rund um das Fahrzeug aus und verbessert so die Sicht. Die Steuerung erfolgt über den Infotainment-Bildschirm oder mit der FordPass-App übers eigene Smartphone. Zusätzliche Lampen auf beiden Seiten der Ladeflächenplanken erleichtern bei Dunkelheit das Be- und Entladen der Pick-up-Pritsche.

Klingt gut? Leider lässt der neue Ranger trotz der heutigen Vorstellung noch eine ganze Weile auf sich warten. In Europa wird er voraussichtlich ab Ende 2022 bestellbar sein, die ersten Exemplare sollen dann Anfang 2023 ausgeliefert werden.

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Die Versionen, die in Europa verkauft werden, rollen im Ford-Werk in Südafrika vom Band. Die technischen Details, die genauen Markteinführungstermine sowie die Verkaufspreise will Ford zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben. Wann Volkswagen das Schwestermodell Amarok vorstellt, bleibt ebenfalls abzuwarten.

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