• 19.09.2022 12:03

  • von Christopher Smith, Übersetzung: Stefan Wagner

Ferrari Purosangue, Lambo Urus, Aston DBX im ersten Vergleich

Wie schlägt sich Ferraris erstes SUV im Vergleich zu den Rivalen von Aston Martin und Lamborghini? Schwierig, denn der Purosangue ist in einer anderen Welt

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Dieser Vergleich war irgendwie unausweichlich, oder? Auch wenn Ferrari alles lieber möchte, als dass Sie ihr neuestes Gefährt "SUV" nennen. Aber zwangsläufig drängt sich eine Gegenüberstellung der drei derzeitigen Top-Athleten unter den Super-.. naja .. SUVs auf.

Titel-Bild zur News: Vergleich Ferrari, Lamborghini und Aston Martin

Vergleich Ferrari, Lamborghini und Aston Martin Zoom

Allerdings müssen wir zugeben, dass es nicht ganz leicht ist, die drei Fahrzeuge eins zu eins zu vergleichen. Einfach, weil sich relativ schnell herausstellt, dass der Purosangue doch in einer relativ eigenen Welt lebt. Und das gilt nicht nur in puncto Preis. Behalten Sie das einfach im Hinterkopf, wenn wir jetzt gleich ins Universum der ultraschnellen, ultra exklusiven und ultra teuren "Familienbomber" eintauchen.

Und was für ein Universum es inzwischen ist. Oder hätten Sie es vor, sagen wir, zehn Jahren für möglich gehalten, dass wir uns über mehr als 300 km/h schnelle SUVs (von uns aus auch Crossover) von Aston Martin, Lamborghini und Ferrari unterhalten würden?

Ferrari sieht Purosangue der Konkurrenz überlegen

Und hier haben wir dann auch schon den ersten Stein des Anstoßes, denn wie gesagt sieht Ferrari im Purosangue alles, aber kein SUV. Bei luxuriösen Performance-Marken ist das kein unüblicher Schritt, aber Maranello geht hier tatsächlich noch einen Schritt weiter und gibt an, dass der Purosangue in puncto (flacher) Silhouette, Gewichtsverteilung und Leistung der Konkurrenz überlegen ist.

Apropos Konkurrenz: Mit einem Preisschild von 390.000 Euro ist das Auto auch signifikant teurer als so circa alle anderen Konkurrenten. Selbst als die neuesten Performance-Versionen des DBX und des Urus, namentlich des DBX 707 und des Urus Performante. Das sind auch die Varianten, mit denen wir den Purosangue vergleichen. Dazu sei gesagt - es ist nicht ausgeschlossen, dass auch der Ferrari noch in einer heißeren Version kommt.


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Wie gesagt, vermutlich hinkt der Vergleich ein wenig, aber genau wie Sie, sind wir ziemlich neugierig, wie die drei Fahrzeuge jetzt schon gegeneinander aussehen. Legen wir los.

Leistung und Performance

Klar, das sind die Werte, die uns alle am meisten interessieren. Und der Purosangue hat so gut wie alle Trümpfe in der Hand. So gut wie alle, weil seine 0-100-km/h-Zeit minimal schlechter ausfällt als die des DBX707. Kurioserweise listet Ferrari die Höchstgeschwindigkeit des Purosangue mit >311 km/h. 311 ist exakt die Vmax, die Aston für sein Super-SUV angibt.

Fahrzeug#b b#Motor/Getriebe#b b#Leistung#b b#Drehmoment#b b#0-100 km/h#b b#Vmax

Ferrari Purosangue: 6,5-Liter-V12 / 8-Gang-DKG - 725 PS @ 7.750 U/min - 716 Nm @ 6,250 U/min - 3,3 Sekunden - +311 km/h

Lamborghini Urus Performante: 4,0-Liter-Biturbo- V8 / 8-Gang-Automatik - 666 PS @ 6.000 U/min - 850 Nm @ 2,250 U/min - 3,3 Sekunden - 306 km/h

Aston Martin DBX707: 4,0-Lite-Biturbo-V8 / 9-Gang-Automatik - 707 PS @ 6.000 U/min - 900 Nm @ 2,750 U/min - 3,1 Sekunden - 311 km/h

Gewicht und Gewichtsverteilung

Leistung bedeutet nichts, wenn man sie nicht nutzen kann und Ferrari hat sehr viel Wert darauf gelegt, dass der Purosangue sich anfühlt wie ein Supercar. Beim DBX707 ist es ganz ähnlich. Wer ihn gefahren hat, tut sich schwer damit, ihm Größe und Gewicht abzunehmen.

Beim Purosangue und Urus Performante wissen wir natürlich noch nicht, wie sie fahren und wie die Zahlen sich auf die Straße übertragen lassen. Aber mit dem geringsten Gewicht der drei Preziosen und einer hecklastigen Gewichtsverteilung hat der Ferrari definitiv unsere Aufmerksamkeit.

Fahrzeug#b b#Räder#b b#Bremsen#b b#Gewicht#b b#Gewichtsverteilung in Prozent (Front/Heck)

Ferrari Purosangue: 22 vorne / 23 hinten 255/35 - 315/30 - 400 mm vorne / 380 mm hinten - 2.030 kg - 49 / 51

Lamborghini Urus Performante: 22 (23 optional) 285/40 - 325/35 - 440 mm vorne / 370 mm hinten - 2.150 kg - NA

Aston Martin DBX707: 22 (23 optional) 285/40 - 325/35 - 420 mm vorne / 390 mm hinten - 2.240 kg - 52 / 48

Größe und Platz

Bis hierher konnte der Purosangue mit seinen Daten und Werten überzeugen. Es ging aber auch hauptsächlich um Performance. Bei allem, was Praktikabilität betrifft, schlägt das Pendel dagegen ein wenig um. Das flachere Erscheinungsbild und der Gewichtsvorteil gehen dann doch zu Lasten des Komforts und des Platzangebots.

Was bei Ferrari derzeit bewegt

Vermutlich ist es besser, den Crossover als eine Art viertürigen GTC4Lusso zu betrachten, denn Kofferraumvolumen und Geländetauglichkeit spielen gegenüber dem Performance auf der Straße sichtlich eine untergeordnete Rolle. Immerhin bieten die Italiener den Purosangue mit einer Bergabfahrhilfe an.

Fahrzeug#b b#Radstand#b b#Sitzplätze#b b#Kofferraumvolumen

Ferrari Purosangue: 3,02 Meter - 4 - 473 Liter

Lamborghini Urus Performante: 3,00 Meter - 4 - 5 575 Liter

Aston Martin DBX707: 3,06 Meter - 5 - 637 Liter

Preis

Wir würden jetzt nicht unbedingt behaupten wollen, dass 218.000 Euro günstig sind, aber das ist der Startpreis des stärksten Urus. Und damit ist der Lambo nur etwas mehr als halb so teuer wie Ferraris neuer Crossover.

Fahrzeug#b b#Startpreis

Ferrari Purosangue: 390.000 Euro

Lamborghini Urus Performante: 218.487 Euro

Aston Martin DBX7-7: 238.500 Euro

Mit einem Basispreis von 390.000 Euro ist der Purosangue gar teurer als ein Rolls-Royce Cullinan. Der wiederum würde einem als Ferrari-Gegner auch nicht zwangsläufig in den Sinn kommen, aber die Zeiten ändern sich. Die Zeit wird zeigen, ob die Kundschaft ein Auto annimmt, das tatsächlich nicht so recht in irgendeine Schublade passt. Aber da Ferrari draufsteht und es teuer ist, wird dieses Auto ziemlich sicher ein Erfolg.

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