powered by Motorsport.com
  • 26.01.2007 · 15:16

Audi R8: Gentleman im Sportlerdress

Der Audi R8 erregt sofort Aufmerksamkeit, wo immer er vorbeifährt. Und das ist auch eine der Aufgaben des 420 PS starken Sportwagens

(Motorsport-Total.com/autogericke.de) - Die Ingolstädter erhoffen sich von dem mindestens 104.400 Euro teuren, handgefertigten Allrader einen Imagegewinn in Europa und vor allem in den USA. Der Käufer erhält ab dem Markstart im Frühjahr neben einem starken optischen Auftritt einen fahrdynamischen Zweisitzer mit einfacher Handhabung und sicherem Fahrverhalten.

Die hochgereckten Daumen der anderen Autofahrer begrüßen den Mittelmotor-Sportwagen bei den ersten öffentlichen Fahrten im amerikanischen Las Vegas. Mit seinem flachen Profil und der weit nach vorne gezogenen Kabine, großen 18-Zoll-Rädern und einem langen Radstand strahlt er Dynamik und Bodenhaftung aus. Direkt hinter den zwei Sitzen liegt unter einer gläsernen Abdeckung als Blickfang der V8-Benzindirekteinspritzer.#w1#

Gestartet wird das Hochdrehzahl-Triebwerk klassisch mit Zündschlüssel und Schloss. Beim Tritt auf das Gaspedal dreht es sofort freudig surrend und gleichmäßig hoch. Das maximale Drehmoment von 430 Nm liegt zwischen 3.500 und 7.500 U/min an.

Audi R8

Mit dem Audi R8 lässt sich die 300er-Mark knapp knacken

Nur 4,6 Sekunden nach dem Start zeigt der Tacho des 1.560 Kilogramm schweren Sportlers bereits 100 km/h an. Der Fahrer wird dabei mächtig in den Sitz gepresst, behält jedoch immer das Gefühl der vollen Kontrolle.

Bis auf 301 km/h kann der Audi beschleunigt werden. Das Gentlemen-Agreement der deutschen Premiumhersteller, ihre Fahrzeuge bei 250 km/h abzuregeln, spielt für das Renommierprojekt keine Rolle.

Für die Kraftübertragung auf alle vier Räder sorgt wahlweise eine manuelle Sechsgangschaltung oder ein automatisiertes Getriebe. Die Halbautomatik lässt sich per Knopfdruck von spritsparendem Normalbetrieb auf eine sportlichere Gangart mit späteren Schaltpunkten umstellen.

Allerdings verlangt die immer leicht spürbare Zugkraftunterbrechung nach Eingewöhnung. In Europa wird daher nach Audi-Einschätzung die erste Wahl der Kunden auf das manuelle Getriebe mit seiner frei liegenden Schaltkulisse fallen.

Beim Fahrverhalten vereint der Allrader Sportlichkeit, Sicherheit und Komfort. Wie auf Schienen zieht er, präzise lenkbar, mit seinem niedrigen Schwerpunkt um die Kurven. Der Grenzbereich ist auf normalen Straßen immer in weiter Ferne.

Weit vorher greift das ESP stabilisierend ein, per Knopfdruck lässt sich dieser Zeitpunkt nach hinten setzen. Könner dürfen das Fahrstabilitätssystem ganz ausschalten.

Trotz der sportlichen Abstimmung halten die Stoßdämpfer Bodenwellen und Schlaglöcher von der Wirbelsäule der Insassen weitgehend fern. Optional ist eine magnetische D prompt, geraten jedoch - zumindest bei den gefahrenen Vorserienfahrzeugen - kurz vor dem Stillstand des Autos in Schwingung und quietschen deutlich hörbar.

Für die Serie will Audi das Problem jedoch in den Griff bekommen haben. Zudem ist ein Großteil der bereits 4.000 vorbestellten Fahrzeuge mit der optionalen Keramikbremse für rund 7.000 Euro Aufpreis ausgerüstet. Als erstes Serienfahrzeug wird der Audi R8 auf Wunsch zudem komplett mit Leuchten in LED-Technik ausgerüstet, auch für Stand- und Fernlicht.

Im Inneren bietet der flache Zweisitzer überraschend viel Platz für Fahrer und Beifahrer. Die Sitzposition ist vergleichsweise hoch, die Fenster weit nach unten gezogen, sodass ein angenehm offenes Raumgefühl entsteht. Ellenbogen und Schulter stoßen nirgends an und auch nach oben haben selbst großgewachsene Insassen genügend Platz für den Kopf, bevor das Dach beginnt.

Das Cockpit wirkt wie um den Fahrer herum gebaut, alle Bedienelemente liegen gut zur Hand. Die straffen und guten Seitenhalt bietenden Sitze sowie das unten abgeflachte Lenkrad geben Halt und Kontrolle. Für Gepäck bietet der R8 aber entschieden weniger Raum.

Der Kofferraum unter der vorderen Haube fasst gerade einmal eine Einkaufstüte, hinter den Sitzen finden mit einiger Mühe zwei Golfbags übereinander Platz. In das Handschuhfach passen tatsächlich gerade einmal zwei Paar Handschuhe. In den Türtaschen und unter dem Sitz kann Kleinkram verstaut werden.

Dank des optional bestellbaren größeren Tanks ist der Sportwagen dennoch langstreckentauglich: Statt der serienmäßigen 75 Liter fasst der Tank dann 90 Liter, was bei einem Spritverbrauch von rund 15 Litern für knapp 600 Kilometer Strecke reicht.

Gerade einmal 40 Exemplare des R8 können pro Tag im Audi-Werk Neckarsulm hergestellt werden. Wer jetzt noch nicht bestellt hat, wird im laufenden Jahr kein Fahrzeug mehr erhalten. Ähnlich stark und teuer wie der Porsche 911 Carrera 4S, verfügt der zunächst nur in einer Antriebsversion gebaute Audi daher über ein ordentliches Zusatzmaß an Exklusivität.

powered by www.motorvision.de

Anzeige