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Auberlen: "Mein Christkind kommt im Januar"

Bill Auberlen fiebert im Interview der kommenden Saison in der American-Le-Mans-Series entgegen: Rückkehr mit dem neuen BMW M3 GTR

(Motorsport-Total.com) - Das Comeback von BMW in der American-Le-Mans-Serie (ALMS) mit dem brandneuen M3 GTR wird mit viel Spannunng erwartet. Viele Fans wünschen sich frischen Wind in der teils tristen GT2-Klasse. Mit dem neuen Boliden will BMW an die erfolgreiche Vergangenheit in den USA anschließen, denn immerhin konnte man mit dem alten GTR alle Konkurrenten in Grund und Boden fahren. Das Rahal-Letterman-Team hat bereits erfolgreichhe Tests mit dem neuen Wagen absolviert. Nun warten die beiden Einsatzpiloten Joey Hand und Bill Auberlen auf ihren ersten Test. Für Auberlen wird das Jahr 2009 eine emotionale Rückkehr in die ALMS sein, beschrieb der 40-jährige Kalifornier im exklusiven interview mit 'Motorsport-Total.com'.

Bill Auberlen blickt auuf viele gemeinsame Jahre mit BMW zurück

Frage: "Bill, du wirst im kommenden Jahr Teil des Comebacks von BMW mit dem neuen M3 GTR in der ALMS. Freust du dich schon?"
Bill Auberlen: "Und wie! Ich muss dir das mal erklären. Als ich vor vielen Jahren zu BMW kam und dann einen nagelneuen M3 bekam, war das einer der größten Momennte in meiner Karriere. Das war eines der besten Autos, die ich jemals gefahren bin. Dann haben sie den M3 GTR gebaut, mit dem wunderbaren V8. Der Wagen hat mich umgehauen. Das war unglaublich, denn wir haben mit dem Auto jedes Rennen gewonnen. Dann verbannte man dieses Auto und man hat es nie mehr gesehen. Und jetzt passiert es: Der BMW M3 GTR kommt zurück. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie sehr ich mich darauf freue."#w1#

Warten auf den ersten Test

Frage: "Durftest du den neuen Wagen schon fahren?"
Auberlen: "Nein. Leider ging das bisher noch nicht."

"Von mir aus könnten wir Weihnachten dieses Jahr streichen, für mich kommt das Christkind im Januar." Bill Auberlen

Frage: "Aber einige Kollegen von BMW durften auf der Road Atlanta schon fahren, Jörg Müller hat zum Beispiel schon viele Testkilometer absolviert. Hat er dir davon berichtet?"
Auberlen: "Ja, aber viele Details sind natürlich geheim. Nur so viel: Ich habe gehört, dass der neue GTR dank einer brandneuen Aufhängung die Kraft wohl wundervoll auf die Straße bringt. Das Auto scheint nichts falsch zu machen, sondern es scheint bislang, als würde es alles richtig machen. Es gab keinerlei schwerwiegende Probleme, keine Defekte. Er ist also so zuverlässig, wie wir es erwartet hatten. Wenn BMW so etwas in Angriff nimmt, dann machen sie es richtig. Anfang des Jahres wird man den Wagen testen und dann kann ich mehr erzählen. Ich werde das Auto beim Sebring-Test im Januar zum ersten Mal fahren dürfen."

Frage: "Du strahlst einfach, wenn du davon erzählst..."
Auberlen: "Ja, echt. Ich kann das neue Jahr gar nicht erwarten, damit ich endlich da einsteigen darf. Ich habe Bilder und Daten gesehen, habe mit den Ingenieuren gesprochen und bin einfach heiß darauf. Für solche Dinge lebe ich. Von mir aus könnten wir Weihnachten dieses Jahr streichen, für mich kommt das Christkind im Januar."

BMW-Pilot mit Wurzeln in Stuttgart

Frage: "Während der sehr spaßigen Taxifahrt im legendären BMW M1 hast du vom Fahrersitz zu mir herübergerufen, dass deine Familie aus Deutschland stammt. Wo sind eure Wurzeln?"
Auberlen: "Mein Großeltern, deren Eltern, meine Eltern - einfach alle kommen aus Stuttgart. Meine Eltern leben in den USA, aber sonst ist die ganze Familie noch dort. Meine Oma, mein Opa, Tanten und Onkels leben noch dort und haben immer dort gewohnt. Ich war schon oft in Stuttgart."

"Ich bin Rennfahrer, daher mag ich neue Autos immer lieber als ältere." Bill Auberlen

Frage: "Dass du während der Fahrt im Renntempo mit dem M1 überhaupt noch Zeit hattest, irgendetwas gannz entspannt zu erzählen, hat mich sehr überrascht..."
Auberlen: "Ich weiß nicht, ob dir das so aufgefallen ist, aber das Auto ist unglaublich gutmütig. Der Wagen macht keine verrückten Sachen. Das Auto lässt alles total einfach erscheinen. Der M1 ist eine echte Legende. Wir haben gerade noch ein bisschen im Scherz darüber gesprochen. Wenn Audi einen R8 für die Rennstrecke baut, dann sollte BMW vielleicht einen neuen M1 bauen. Dann wäre das Superauto wieder da."

"Sogar der alte Wagen ist immer noch der Hammer. Aber das Problem ist eben die leicht veraltete Technik. Gerade hier in Mexiko, wo wir beiden gefahren sind, macht sich das bemerkbar. Die Höhenluft hier passt dem Triebwerk nicht so gut. Die Einspritzung kann das nicht so gut kompensieren, wie es eine moderne Anlage problemlos schafft. Es gibt dann Fehlzündungen und ab und zu kommen Leistungslöcher. Aber es klingt natürlich geil (lacht)."

Frage: "Hast du generell Spaß in alten Autos, also in solchen Klassikern?"
Auberlen: "Ich will ganz ehrlich sein: Ich bin Rennfahrer, daher mag ich neue Autos immer lieber als ältere. Ich bin einfach ein Fan neuester Technologien, ein echter Hightech-Freak. Ich liebe Elektronik, ich liebe neue Schaltungen, Getriebe und so weiter. Irgendwie denke ich immer, dass ich Teil des Fortschritts oder sogar der neuen Erfindungen sein möchte (lacht). Nochmal zurück zum M1. Der klingt einfach genial, aber wenn ich da herausspringe und mich dann zum Beipiel in den Le-Mans-Prototypen von BMW setze, dann finde ich das einfach geil. Das ist eben moderner. Man fühlt weder Probleme mit der Einspritzung noch irgendwelche Schaltunterbrechungen. Ich durfte den Prototypen zwei Jahre lang fahren. Das war fein."

Neuer Siegeszug in der ALMS?

BMW M3

Der neue Bollide von BMW für die ALMS-Saison 2009 wurde bereits getestet Zoom

Frage: "Du sprichst fast wie ein Formelpilot. Viele dieser Jungs sind begeistert, wenn sie mal in einem Prototypen gefahren sind..."
Auberlen: "Ich bin ja in der GrandAm die modernen Prototypen gefahren. Drei Jahre in Folge habe ich in diesen Autos gesessen. Man gewöhnt sich an die schiere Power, die wirklich zu Anfang heftig ist. Was einen aber auf Dauer umhaut, ist die Aerodynamik. Was Abtrieb anbelangt, gibt es nichts vergleichbares. Wenn wir hier in Mexiko damit fahren würden, dann würde das Ding auf der extrem langen Geraden unendlich schieben. Wenn es keinen Limiter gäbe, wäre der Wagen unter andauerndem Schub - ohne Ende! Wir kämen hier locker auf 330 oder 340 km/h. Einfach großartig! Das Auto ist für Le Mans gebaut und daher mit sehr wenig Luftwiderstand. Bei anderen Autos ist der Wiiderstand so groß, dass der Motor einfach dagegen ankämpfen muss."

Frage: "Kurz noch einmal zurück in die Gegenwart oder Zukunft. Welche Ergebnisse stellst du dir mit dem neuen Auto 2009 in der ALMS vor?"
Auberlen: "Extrem gute. Mit einem brandneuen Auuto, welches noch niemand kennt, hast du immer eine große Chance. Das wird einfach klasse in der Kategorie, denn es kommt viel frischer Wind. Vor allem auch, weil endlich mal diese Langeweile zuende geht. Kein Mensch will doch länger diese Prozessionen von Ferrari und Porsche in der GT2 sehen. Wenn man einen Ferrari oder Porsche auf der Rennstrecke plötzlich langweilig findet, dann stimmt doch wohl irgendetwas nicht..."

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