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  • 04.12.2022 · 16:05

  • von Tobias Ebner, Co-Autor: Rachit Thukral

WEC - Erinnerungen an GTE Pro: "Bester Rennsport, den ich gesehen habe"

Die GTE Pro existiert nicht mehr: Was rückblickend betrachtet die goldenen Jahre der Klasse in WEC und Le Mans waren und woran sich die Fahrer am liebsten erinnern

(Motorsport-Total.com) - Die GTE-Pro-Klasse ist seit dem WEC-Finale 2022, dem 8-Stunden-Rennen von Bahrain, endgültig Geschichte. Grund genug, noch einmal auf die heimliche Königsklasse der Langstrecken-WM zurückzublicken.

Andy Priaulx, Harry Tincknell

Fünf Hersteller kämpften 2018/19 um den GT-Weltmeistertitel Zoom

Das letzte Rennen dieser Kategorie bestritten fünf Fahrzeuge von drei Herstellern: Neben den beiden Werksautos von Ferrari und Porsche ging auch noch eine Corvette an den Start. Alle drei Marken zählen in der elfjährigen GTE-Pro-Historie zu den treuesten. Ferrari und Porsche beispielsweise schickten in jeder Saison Fahrzeuge ins Rennen.

Corvette hingegen beschränkte sich in den meisten Jahren auf einen Start beim Saisonhighlight, den 24h von Le Mans. Einzig in dieser Saison, der letzten der GTE-Pro-Kategorie, startete man mit einem Auto auf Vollzeit-Basis in der WEC. Vor wenigen Jahren sah das noch ganz anders aus, wie die folgende Übersicht verdeutlicht.

GTE Pro: Vollzeit-Autos und Marken (WEC):
2012: 4 Autos von Aston Martin (1), Ferrari (2) und Porsche (1)
2013: 6 Autos von Aston Martin (2), Ferrari (2) und Porsche (2)
2014: 6 Autos von Aston Martin (2), Ferrari (2) und Porsche (2)
2015: 6 Autos von Aston Martin (2), Ferrari (2) und Porsche (2)
2016: 7 Autos von Aston Martin (2), Ferrari (2), Ford (2) und Porsche (1)
2017: 8 Autos von Aston Martin (2), Ferrari (2), Ford (2) und Porsche (2)
2018/19: 10 Autos von Aston Martin (2), BMW (2), Ferrari (2), Ford (2) und Porsche (2)
2019/20: 6 Autos von Aston Martin (2), Ferrari (2) und Porsche (2)
2021: 4 Autos von Ferrari (2) und Porsche (2)
2022: 5 Autos von Corvette (1), Ferrari (2) und Porsche (2)

2016 bis 2019: Goldene Ära der GTE Pro

Ist von einer goldenen Ära der GTE-Kategorie die Rede, dann bezieht sich das vor allem auf die Zeit zwischen 2016 und 2019. Der werksseitige Einstieg von Ford leitete einen Aufschwung ein, der durch die Vergabe des offiziellen GT-Weltmeistertitels ab 2017 befeuert wurde. Den Höhepunkt erreichte die GTE Pro schließlich in der Saison 2018/19.


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Damals stieß BMW mit dem M8 GTE zum hochkarätigen Feld hinzu. Nun kämpften fünf Marken um Siege, WM-Titel und Prestige. Mit Corvette ging ein sechster Hersteller in Le Mans an den Start. Das GTE-Pro-Starterfeld an der Sarthe wuchs 2018 und 2019 auf jeweils 17 Fahrzeuge an - Rekord in der elfjährigen WEC-Ära, wie die folgende Übersicht zeigt.

GTE Pro: Autos und Marken (24h von Le Mans):
2012: 9 Autos von Aston Martin (1), Corvette (2), Ferrari (4) und Porsche (2)
2013: 12 Autos von Aston Martin (3), Corvette (2), Ferrari (3), Porsche (2), SRT (2)
2014: 9 Autos von Aston Martin (2), Corvette (2), Ferrari (3) und Porsche (2)
2015: 9 Autos von Aston Martin (3), Corvette (2), Ferrari (2) und Porsche (2)
2016: 14 Autos von Aston Martin (2), Corvette (2), Ferrari (3), Ford (4) und Porsche (3)
2017: 13 Autos von Aston Martin (2), Corvette (2), Ferrari (3), Ford (4) und Porsche (2)
2018: 17 Autos von Aston Martin (2), BMW (2), Corvette (2), Ferrari (3), Ford (4) und Porsche (4)
2019: 17 Autos von Aston Martin (2), BMW (2), Corvette (2), Ferrari (3), Ford (4) und Porsche (4)
2020: 8 Autos von Aston Martin (2), Ferrari (4) und Porsche (2)
2021: 8 Autos von Corvette (2), Ferrari (2) und Porsche (4)
2022: 7 Autos von Corvette (2), Ferrari (3) und Porsche (2)

Ausstiege von BMW und Ford leiten das Ende ein

Doch schon bald zogen dunkle Wolken auf: Nach der "Super-Season" 2018/19 zogen BMW (offizieller Grund: stärkere Fokussierung) und Ford (planmäßiges Ende des Programms) den Stecker, ein Jahr später verabschiedete sich auch noch Aston Martin (alle Ziele erreicht). Ferrari und Porsche sowie Corvette in Le Mans blieben als einzige Player übrig.

Alexander Sims, Connor de Phillippi, Joey Hand

BMW und Ford brachten mit ihren Ausstiegen den Stein ins Rollen Zoom

Das Ende der immer teurer werdenden Klasse war so nicht mehr abzuwenden. 2023 werden die Fahrzeuge noch einmal in der kundenbasierten GTE-Am-Klasse zum Einsatz, ehe ab 2024 auch in Le Mans die GT3-Klasse das Zepter übernimmt. Einige Fahrer haben bereits im Sommer ihr Bedauern über das Ende der GTE Pro zum Ausdruck gebracht.

Und am Rande der 8h von Bahrain 2022 schwelgen einige der beteiligten Piloten in Erinnerungen. Nick Tandy bezeichnet die Jahre 2018/2019 als "den besten Rennsport, den ich je gesehen habe", als ihn 'Motorsport.com Global' auf die GTE Pro ansprach.

Pier Guidi: Sieg in GTE genauso viel Wert wie in LMH

Tandy weiter: "Ich erinnere mich, als fünf verschiedene Herstellerteams in der IMSA Woche für Woche gegeneinander antraten, und es war einfach ein super Wettbewerb. Wir blicken auf das Jahr zurück, in dem 17 Pro-Autos in Le Mans antraten. Das Jahr, nachdem die LMP1 verblasst war, hat gezeigt, wie stark GTE und GTLM als Produkt waren."


Fotostrecke: Die erfolgreichsten Marken in der Geschichte der GTE Pro

Wie hoch die GTE Pro von den Beteiligten eingeschätzt wurde, unterstreicht Alessandro Pier Guidi: "Wenn man von der Königsklasse spricht, denkt jeder an LMH. Aber ehrlich gesagt haben wir die Königsklasse der GT, es ist dasselbe - nur ein anderes Auto. Es ist die gleiche Leistung, wenn man in der GTE [oder] in der LMH gewinnt. Für mich ist es das Gleiche."

Und Michael Christensen ergänzt: "Es sind supercoole Autos. Man hat einen Bezug zum Straßenauto [und gleichzeitig] hochprofessionelle Rennteams von Herstellern mit Werksfahrern. Es gab einige Höhen und Tiefen in Bezug auf den Wettbewerb, aber es gab definitiv großartige Momente und großartigen Wettbewerb. Eine tolle Ära für den GT-Sport."

Diese großartige Zeit ist nun jedoch zu Ende. Einige involvierte Hersteller richten ihren Blick nun auf die neue Prototypen-Königsklasse Hypercar/LMDh/GTP. Aus der früheren GTE Pro sind hier BMW, Ferrari und Porsche sowie Corvette-Konzernschwester Cadillac vertreten. Der Wettbewerb wird also ähnlich intensiv, wie in der goldenen GTE-Ära.

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