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Bedauern über Aus von GTE Pro in WEC und Le Mans: "Möchte die Besten sehen"

Die GTE-Pro-Klasse ist nach diesem Jahr Geschichte: Die Fahrer, die in diesem Jahr in Le Mans beim großen Kampf der Werke involviert waren, reagieren enttäuscht

(Motorsport-Total.com) - Letztendlich sind die Kosten zu sehr ausgeufert: Die GTE-Pro-Klasse, wie man sie kennt, wird nach der WEC-Saison 2022 nicht mehr existieren. Ab 2023 werden zunächst die GTE-Klasse und dann auch der Nachfolger "GT3-Premium" in der Langstrecken-WM und in Le Mans mit reinen Pro-Am-Besetzungen an den Start gehen.

James Calado, Alessandro Pier Guidi

Ferrari und Porsche sind noch mit Werksteams in der GTE Pro dabei Zoom

Die Werksfahrer, die in diesem Jahr noch in der GTE Pro am Start waren, finden diesen Schritt schade. Am deutlichsten wird dabei Nick Catsburg. Der Corvette-Pilot hält gegenüber 'Motorsport-Total.com' fest: "Sehr traurig, eine große Schande. Für mich war das immer die Klasse, in der ich am liebsten gefahren bin, denn hier gibt es nur Werke und Werksfahrer."

"Deshalb war sie für mich immer der Maßstab. Wenn man dort schnell ist, bedeutet das, dass man schnell ist. Das ist die höchste aller Stufen", argumentiert der Niederländer weiter. "Ich hatte immer das Gefühl, dass diese Klasse die Nummer eins in Le Mans ist."

Catsburg: GTE Pro war immer Nummer eins in Le Mans

Deutlich drückt sich auch Porsche-Pilot Laurens Vanthoor aus: "Für mich ist die GTE Pro manchmal eine unterschätzte Kategorie, weil sie voller Werksteams ist. Ich werde sie definitiv vermissen, aber die Zeiten ändern sich." Und sein Markenkollege Fred Makowiecki sagt: "Es ist ein harter Moment, die GTE Pro aufhören zu sehen."

Die Kostenspirale hat sich in der GTE-Pro-Klasse immer weiter gedreht. Zu Hochzeiten maßen sich sechs Werke gegeneinander: 2018 und 2019 waren Aston Martin, BMW, Corvette, Ferrari, Ford und Porsche mit insgesamt 17 Werksautos in Le Mans am Start.


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Damit waren ein beinharter Wettbewerb und Drama vorprogrammiert. Und die Fahrer wussten diesen Wettbewerb zu schätzen. "Es gab noch nie eine Kategorie auf demselben Niveau. Das war mega. Ich bin superstolz [darauf, dass ich dabei sein durfte]. Diese Ära der GTE Pro hob das Niveau sehr an", schwärmt Porsche-Pilot Makowiecki.

Tandy: War zum Glück in der Blütezeit dabei

"Ich bin nicht traurig, denn ich hatte das Glück, in der Blütezeit dabei zu sein", so Nick Tandy im Rückblick auf die GTE-Pro-Kategorie. Der Brite startete in diesem Jahr für Corvette in Le Mans. Und Teamkollege Antonio Garcia sagt: "Wir hatten Jahre, in denen wir fast 20 Pro-Autos waren, das war verrückt. Ich bin froh, dass ich ein Teil davon gewesen bin."

Von den sechs Herstellern sind in diesem Jahr Ferrari und Porsche mit je zwei Autos übrig geblieben. Corvette fährt 2022 erstmals mit einem Fahrzeug auf Vollzeit-Basis in der WEC. Der größte Unterschied zu den 2024 kommenden GT3-Rennwagen, abgesehen von den schnelleren Zeiten: In der GTE-Klasse sind die Fahrer ohne Fahrhilfen unterwegs.

Dass die Autos nicht über ABS verfügen, findet Felipe Fraga "ziemlich cool". Der Brasilianer weiter: "Das bedeutet mehr Arbeit für den Fahrer und hebt den Fahrer mehr hervor. In Autos mit ABS kann man nicht so leicht Fehler machen. Wenn man kein ABS hat, muss man während des Stints selbst aufpassen, sonst holt man sich Bremsplatten und zerstört die Reifen."

Antonio Felix da Costa, Augusto Farfus

BMW mischte in der Saison 2018/19 mit dem M8 ebenfalls in der GTE Pro mit Zoom

Der ACO hat schon angekündigt, einen eigenen Weg mit den GT3-Fahrzeugen gehen zu wollen. Es soll ein "Premium-Kit" eingeführt werden, das die Autos von den GT3-Wagen in anderen Serien abheben soll, das gleichzeitig aber auch bei 50.000 Euro gedeckelt sein soll. Außerdem muss jedes Auto ab dem kommenden Jahr mit mindestens einem Amateur gemeldet sein.

Catsburg vergleicht Le Mans mit Champions League

Ein falscher Schritt aus Sicht von Catsburg: "Natürlich brauchen wir die Amateure, aber ich möchte das hier offen ansprechen, weil es für mich einfach keinen Sinn macht. Wenn ich ein Sportfan bin, möchte ich die Besten der Besten sehen. Ich will die Besten sehen. Im Champions-League-Finale will man ja auch keine Mannschaften aus der fünften Liga sehen."

Grundsätzlich habe Catsburg nichts gegen die Gentleman-Fahrer. "Wir brauchen sie im Sport, das ist sehr wichtig", stellt er klar. "Aber keine GTE-Pro-Klasse in Le Mans zu haben, das ist einfach etwas, das ich nicht verstehen kann und über das ich mich ehrlich gesagt ärgere. Denn: Wie kann man keine GTE-Pro-Klasse haben?"

Sein Teamkollege Tandy jedenfalls blickt gerne auf die GTE-Zeit zurück: "Die Tatsache, dass es so viel Interesse für all diese Hersteller gab, diese großartigen Teams zu beschäftigen und all diese großartigen Leute an diesen schnellsten GTE-Autos aller Zeiten arbeiten zu lassen, war ein immenser Teil unseres Sports; etwas, auf das wir gerne zurückblicken werden."

Auch der Schritt in Richtung "GT3-Premium" wird durchaus kritisch gesehen. Darüber berichtet 'Motorsport-Total.com' bald mehr. Catsburg hoffe jedenfalls mit Blick auf das GTE-Pro-Ende, dass "das alles sehr bald zurück" kommt. Die GTE-Klasse fußt auf der GT2-Kategorie, die 2011 in Le Mans eingeführt wurde. In den USA ist sie schon jetzt tot.

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