Neue Reifen: Grosjean befürchtet Nachteil

Das Lotus-Team könnte durch die Änderung der Reifen einen Nachteil erleiden, fürchtet Romain Grosjean, aber die Sicherheit geht vor

(Motorsport-Total.com) - Neben Force India und Ferrari war auch Lotus eines jener Teams, die sich ursprünglich gegen eine Änderung der Reifen während der Saison gewehrt haben. Doch nach den gefährlichen Reifenplatzern in Silverstone waren die Formel-1-Verantwortlichen gezwungen, etwas zu unternehmen, und das muss nun auch der Rennstall von Kimi Räikkönen und Romain Grosjean zähneknirschend hinnehmen.

Titel-Bild zur News: Romain Grosjean

Das Lotus-Team hofft, nicht zu stark unter den neuen Reifen zu leiden Zoom

Doch im Dienste der Sicherheit rücken die Teams fast selbstverständlich zusammen: "Wenn es um die Performance geht, denkt jeder nur an sich, aber wenn es um die Sicherheit geht, ist es etwas ganz anderes", sagt Lotus-Chefingenieur Alan Permane. Selbst wenn die Gefahr besteht, dass Lotus im Vergleich zu den vergangenen Rennen an Konkurrenzfähigkeit verlieren könnte? "Das kann passieren", vermutet Fahrer Grosjean.

"Es ist ein Reifen, der uns der Papierform nach nicht liegen sollte, aber es lief an uns, Lösungen zu finden, die funktionieren", so der Franzose. "Aber Mercedes hat es auch geschafft, die Reifenprobleme zu lösen. In Silverstone konnte man sehen, dass Lewis zu denen gehörte, die die längsten Stints fahren konnten." Außerdem erwartet Grosjean "keine enormen Änderungen" des Fahrverhaltens, nur weil es neue Reifen gibt.

Vielmehr begrüßt er, dass Pirelli auf Druck der FIA und der Teams hin etwas unternommen hat: "Ich bin zufrieden, dass nach Silverstone etwas geändert wurde, denn das war für die Sicherheit wichtig. Es war ein bisschen zu viel. Als ich auf der Hangar-Straight hinter dem Toro Rosso fuhr und der Reifen vor meiner Nase platzte, war das angsteinflößend. Stell dir vor, dir fliegt bei 300 km/h ein Stück Gummi um den Kopf!"

Indes hofft Lotus weiterhin, das passive Doppel-DRS endlich rennreif zu bekommen, an dem schon seit über einem Jahr gearbeitet wird. Die Idee hinter dem System ist, ab einer bestimmten Geschwindigkeit am Heckflügel einen Strömungsabriss zu erreichen, sodass der Luftwiderstand auf den Geraden reduziert wird. Das erhöht den DRS-Effekt, den der verstellbare Heckflügel auf konventionelle Weise ohnehin schon mit sich bringt.

Nachdem in Silverstone nur Räikkönen mit Doppel-DRS unterwegs war, beginnt morgen zunächst nur Grosjean mit weiteren Tests. Zudem gibt es weitere aerodynamische Verbesserungen für den Lotus, von denen sich Räikkönen, der zuletzt in drei Rennen nur 13 Punkte geholt hat, eine Steigerung verspricht. Vor allem setzt er seine Hoffnungen auf das Rennen, denn im Longrun war Lotus schon das ganze Jahr stärker als auf die schnelle Einzelrunde.

"Das hat uns sicher geholfen", meint Räikkönen im Hinblick auf das vergangene Rennwochenende in Silverstone und ergänzt: "Das Tempo war ziemlich gut. Wir haben nur am Ende einen taktischen Fehler gemacht, der uns einen Podestplatz gekostet hat. Das passiert. Wir wissen, dass das Qualifying nicht unsere Stärke ist. Manchmal passt es, wenn die Reifentemperatur stimmt, aber normalerweise sind wir im Rennen viel stärker."