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Machtwechsel: Frankreich-Grand-Prix hängt in der Luft

Vor der Wahl wurde die Zeit zu knapp, jetzt hängt der Frankreich-Grand-Prix wieder in der Luft: Eric Boullier und Bernie Ecclestone über den derzeitigen Stand der Dinge

(Motorsport-Total.com) - Die Präsidentschafts-Stichwahl zwischen dem abgewählten Staatsoberhaupt Nicolas Sarkozy und dem neuen Präsidenten Francois Hollande könnte unter Umständen Auswirkungen auf die Zukunft des Grand Prix von Frankreich haben. Denn weil es dem zuständigen Konsortium nicht gelungen ist, die Verhandlungen noch vor dem Wahltag zum Abschluss zu bringen und die neue Regierung erst gebildet werden muss, hängt über den bisherigen Plänen ein Fragezeichen.

Eric Boullier

Eric Boullier ist egal, auf welcher Strecke der Grand Prix stattfinden würde

Dabei schreitet hinter den Kulissen weiterhin alles voran: "Die Firma GIP, die als Promoter für den Grand Prix vorgesehen war, wurde jetzt gegründet. Es gibt Verhandlungen zwischen dieser Gruppe und der FOM", berichtet Lotus-Teamchef Eric Boullier, ein Mitglied des französischen Grand-Prix-Konsortiums. "Aber es gibt in Frankreich eine neue Regierung, vielleicht mit einer neuen Richtung. Das weiß ich nicht. Wir müssen abwarten, was die neue Regierung will."

Warten auf die Regierungsbildung

Wie lange die Franzosen noch warten müssen, "habe ich nicht in der Hand. Es liegt an der Regierung, das zu entscheiden", so Boullier. Dass die Zitterpartie überhaupt noch einmal losgeht, erscheint von außen betrachtet verwunderlich, schließlich hatte Formel-1-Geschäftsführer Bernie Ecclestone schon beim Grand Prix von Bahrain Vollzug gemeldet: "Wir haben ein Abkommen. Wir haben die finanziellen Bedingungen mit Sportminister David Duillet geregelt."

Doch Boullier weiß jetzt, dass die damaligen Meldungen verfrüht waren: "Das waren reine Spekulationen von Medien und irgendwelchen Leuten", winkt er ab, gibt aber zu, dass es tatsächlich so schien, als sei die Unterschrift unter den Vertrag nur noch Formsache: "Es war zu 90 Prozent geregelt, aber es gab immer noch Punkte, die zu klären waren. Leider haben wir es vor den Wahlen nicht mehr geschafft. Jetzt müssen wir warten."

Ursprünglich war klar geregelt, dass die "Grande Nation" ihren Grand Prix zukünftig in Le Castellet austragen würde, im Zweijahres-Wechselrhythmus mit Spa-Francorchamps in Belgien. Nun scheint auch an die Möglichkeit gedacht zu werden, zwischen Le Castellet und Magny-Cours zu rotieren. Wie man hört, befürwortet Hollande diese Variante, damit auch die infrastrukturell schwache und sozialistisch geprägte Region um Magny-Cours wirtschaftlich profitieren würde.


Ecclestone beobachtet all diese Vorgänge mit Skepsis: "Keine Ahnung, was die tun", wird er von 'Reuters' in Bezug auf den politischen Machtwechsel zitiert. Außerdem unkt er: "Es war sowieso ein lustiges Arrangement, das sie getroffen hatten." Der 81-jährige Brite würde sicher lieber in Le Castellet fahren, schließlich kontrolliert er den Circuit Paul Ricard über seine Firma Excelis. Geschätzte Grand-Prix-Gebühr: 22 Millionen Euro.

Ecclestone: Le Castellet klar bevorzugt

Magny-Cours müsste dem Vernehmen nach tiefer in die Tasche greifen. Immerhin wurde dort aber inzwischen die längst überfällige Autobahn-Anbindung fertiggestellt. Boullier macht zwischen Le Castellet und Magny-Cours so oder so keinen Unterschied: "Ich bin Franzose. Ich versuche, dem Frankreich-Grand-Prix zu helfen. Wo auch immer der stattfindet, ist zweitrangig. Wenn Magny-Cours den Zuschlag erhält, freue ich mich darüber genauso."

Bernie Ecclestone

Bernie Ecclestone hat mit den Franzosen nicht mehr allzu viel Geduld

Auch Toro-Rosso-Pilot Jean-Eric Vergne ist diesbezüglich neutral, solange der Grand Prix nur kommt: "Ich würde liebend gerne an einem Frankreich-Grand-Prix teilnehmen", sagt er. "Es wird viel über Paul Ricard gesprochen. Das ist eine Strecke, die ich mag und auf der ich in der Formel Renault 3.5 gewonnen habe. Aber ob Paul Ricard oder Magny-Cours ist nicht so wichtig. Es wäre nur gut, das Rennen auf den Kalender zu bekommen."

"Die Unterstützung für den Sport ist in unserem Land riesig, daher wäre es eine gute Idee. Wir haben auch drei französische Fahrer im Feld und in Bahrain stand einer davon auf dem Podium, also wird die Popularität weiter wachsen", glaubt Vergne. "Vor zehn oder 15 Jahren hatte Frankreich sieben oder acht Formel-1-Fahrer. Das Land hat eine große Formel-1-Tradition, daher wäre es klasse, wieder einen Grand Prix zu haben."

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