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Sauber-Teamchef Vasseur: Darum gibt es keinen Honda-Deal

Warum Sauber-Teamchef Frederic Vasseur den Motorendeal mit Honda sofort auflöste, wer nun einspringen könnte und welche Rolle McLaren dabei spielt

Frederic Vasseur
Erste Amtshandlung: Frederic Vasseur befreite Sauber vom Honda-Deal
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Sauber-Teamchef Frederic Vasseur ist erst rund zwei Wochen im Amt. Dennoch hat er bereits eine grundlegende Entscheidung für die Saison 2018 getroffen: Der Franzose zog die Ausstiegsklausel und anullierte den vor drei Monaten von Vorgängerin Monisha Kaltenborn abgeschlossenen Motorendeal. Doch warum sah sich Vasseur zu diesem Schritt gezwungen? "Wir sind in einer ziemlich schwierigen Situation, was das Tempo angeht", verweist der neue Teamchef darauf, dass Sauber dieses Jahr nicht konkurrenzfähig ist. "Und wir benötigen eine Referenz."

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Sauber bildet derzeit das Schlusslicht im Feld. Das liegt unter anderem am Vorjahres-Motor von Ferrari, auf den das Schweizer Team dieses Jahr setzt. Vasseur befürchtet, dass mit dem schwachen Honda-Antrieb auch in der kommenden Saison kein großer Sprung nach vorne gelungen wäre. Und er fürchtet um die Motivation seiner Truppe.

"Wir bekommen derzeit kein Update während der Saison, auch kein Benzin-Update", beklagt er die Altlasten von Kaltenborns Entscheidung. "Und ab einem gewissen Zeitpunkt wird es auch schwierig, alle im Team zu motivieren, wenn man bereits mit einemVorjahres-Motor in die Saison geht." Mit der Honda-Antriebseinheit hätte womöglich ein vergleichbares Szenario gedroht, denn auch bei McLaren wusste man dieses Jahr im Grunde bereits nach den Wintertests, dass man die Saison abschreiben kann.

Tickende Zeitbombe: Was wäre passiert, wenn Honda aussteigt?

Dazu kommt: Honda will offenbar bis Oktober entscheiden, ob das Formel-1-Engagement anhand der enormen Probleme fortgesetzt wird oder nicht. Sauber würde also mit dem Motorendeal auf einer tickenden Zeitbombe sitzen. "Wir wissen nicht, was mit dem McLaren-Vertrag passiert", bestätigt Vasseur. "Das ist auch für uns eine knifflige Situation."

"Wir wissen nicht, was mit dem McLaren-Vertrag passiert."
Frederic Vasseur

Doch nun hat man sich aus der misslichen Lage befreit. Aber mit welcher Perspektive für 2018? Vasseur hat den Honda-Deal laut eigenen Angaben beendet, bevor ein Vertrag mit einem anderen Hersteller unterschrieben wurde. Aus Reglementsicht wäre es logisch, dass man sich nun erneut mit Ferrari einigt, da die Italiener abgesehen vom Werksteam nur noch Haas unter Vertrag haben. Mit Mercedes- und Renault-Antriebseinheiten fahren hingegen je drei Teams. Ferrari wäre daher durch das Reglement gezwungen, Sauber Motoren zu liefern.

Ferrari oder Mercedes als Nachfolger

"Das ist die Perspektive aus Sicht des Reglements", sagt Vasseur, als er von 'Motorsport-Total.com auf die Reglement-Hintergründe angesprochen wird. "Jetzt müssen wir aber noch mit dem Motorenhersteller verhandeln." Er verspricht schon jetzt: "Man muss sich keine Sorgen machen: Wir werden sehr bald einen Deal abschließen." Das soll bereits vor der Fabriksschließung in der nach Ungarn bevorstehenden Sommerpause geschehen.

Obwohl laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' einiges für Ferrari spricht, ist auch ein Deal mit Mercedes nicht auszuschließen. Vasseur und Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff sind Freunde und haben sich bereits in Silverstone unterhalten, außerdem droht dem deutschen Automobilkonzern, dass man bei einem Honda-Rückzug McLaren mit Antriebseinheiten beliefern muss. Würden in Oktober aber bereits vier Teams für 2018 unter Mercedes-Vertrag stehen, könnte man nicht dazu gezwungen werden, das Topteam aus Woking auszustatten.

Ein Deal mit Sauber würde sich aus Mercedes-Sicht auch bezahlt machen, weil man dann Pascal Wehrlein weiterhin in Hinwil parken könnte. Vasseur macht übrigens gar keinen Hehl daraus, dass sich der Motorendeal auf die Fahrerpaarung auswirken könnte: "Das wird auf jeden Fall Teil der Gespräche sein." Grundbedingung ist für den Franzosen allerdings, dass Sauber 2018 einen topaktuellen Motor erhält.

Aktuelle Antriebseinheit als Grundbedingung

Das Experiment mit den Vorjahresmotoren ist damit in Hinwil endgültig Geschichte. "Das ist für mich ein Schlüsselaspekt", sagt Vasseur. "Und einer der Gründe, warum wir uns diese Saison in einer schwierigen Situation befinden. Wir müssen schauen, dass wir in jeder einzelnen Abteilung wie verrückt Druck machen. Der Motor ist ein Teil davon, und wir benötigen die aktuellste Ausbaustufe."

Klar sei auch, dass Sauber nicht nur den Motor, sondern den gesamten Antriebsstrang einkaufen will. Dadurch müsse man das Getriebe nicht selber herstellen und könne durch die Entlastung selbst als kleine Truppe bis Melbourne 2018 ein konkurrenzfähiges Auto herstellen. "Die Aerodynamikabteilung und auch der Windkanal sind auf dem neuesten Stand", bemüht er sich um Optimismus. "Der Motor definiert zwar die Länge des Chassis und auch den Radstand, und es ist immer besser, schon im Januar statt im Mai anzufangen, aber bei der Aerodynamik befinden wir uns in einem fortgeschrittenen Stadium."

Abschließend bedankt er sich noch beim Honda-Konzern, dem er bei den Ungarn-Tests wie vertraglich festgelegt den Wunsch erfüllt, Youngster Nobuharu Matsushita zum Einsatz zu bringen. "Wir haben die Zusammenarbeit mit Honda in beidseitigem Einvernehmen beendet", stellt Vasseur klar. "Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass es für alle besser ist und haben das auf sehr faire Art und Weise gemacht. Ich würde ihnen gerne für die Gespräche der vergangenen zehn Tage danken."

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